Ab dem 1. Juni 2026 stellt Amazon seinen Umsatzsteuer-Berechnungsservice auf eine neue Berechnungsmethode um, heißt es im Seller Central. Als Grund nennt das Unternehmen europäische Vorgaben zur elektronischen Rechnungsstellung. Für Amazon-Händler bedeutet das, dass sich Rechnungsbeträge bei Mehrfachbestellungen künftig anders zusammensetzen als bisher – und das nicht nur auf dem Papier.
Was ändert sich ab 1. Juni 2026?
Amazon passt den Umsatzsteuer-Berechnungsservice an, um europäische Anforderungen zur elektronischen Rechnungsstellung zu erfüllen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Berechnungsebene: Bisher wurde die Umsatzsteuer für jede einzelne Einheit in einer Bestellung berechnet. Ab Juni 2026 erfolgt die Berechnung auf Basis des gesamten Rechnungsbetrags auf Sendungsebene. Das klingt technisch, hat aber praktische Konsequenzen: Wenn ein Kunde mehrere Einheiten des gleichen Produkts kauft, kann der ausgewiesene Rechnungsbetrag von den bisherigen Werten abweichen – das entsteht durch Rundungsdifferenzen bei der Steuerberechnung.
Je nach Vertriebskanal unterscheidet Amazon dabei zwischen zwei Methoden:
- Verbraucher-Website (B2C): Der Berechnungsservice zieht die Umsatzsteuer vom Brutto-Gesamtpreis ab. Bei Käufen mehrerer Einheiten können die Einzelpreise dadurch leicht variieren.
- Amazon Business-Website (B2B): Der Service leitet den Netto-Einzelpreis aus dem Bruttobetrag ab. Die Steuer wird dann auf den Gesamt-Nettopreis der Sendung angewendet.
Was ist der Amazon Umsatzsteuer-Berechnungsservice?
Der Amazon Umsatzsteuer-Berechnungsservice ist ein automatisiertes Tool, das die Umsatzsteuerberechnung und Rechnungsstellung für Verkäufer in den europäischen Amazon-Shops übernimmt. Konkret heißt das: Für jede Transaktion auf dem Amazon Business-Marktplatz innerhalb der EU wird automatisch eine Rechnung erstellt und die anfallende Umsatzsteuer berechnet, erklärt Christian Deák von der DHW Steuerberatung.
Wenn du den Umsatzsteuer-Berechnungsservice aktivierst, werden automatisch Rechnungen für alle deine Bestellungen erstellt, Nettopreise werden Business-Kunden angezeigt und du bekommst das Business-Verkäufer-Badge. Kurz: Der Service ist für viele Amazon-Händler, die auch B2B-Geschäfte machen, ein zentrales Werkzeug.
Warum ist diese Änderung für Amazon-Händler relevant?
Auch wenn Amazon die Rechnungsstellung und Umsatzsteuerberechnung übernimmt, liegt die Verantwortung für die korrekte Berechnung und Meldung gegenüber dem Finanzamt einzig und allein beim Unternehmer selbst. Die Umstellung kann also dazu führen, dass Beträge in deiner Buchhaltungssoftware nicht mehr 1:1 mit den bisherigen Rechnungen vom Amazon-Berechnungsservice übereinstimmen – und das muss auffallen, bevor das Finanzamt fragt.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Michael Pohlgeers
Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.
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