36.000 Fake-Shops: So gefährlich ist der Prime Day für die Amazon-Kundschaft

Veröffentlicht: 08.07.2025
imgAktualisierung: 08.07.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.07.2025
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ca. 2 Min.
Eine Hand hält ein Smartphone mit der Amazon-App zum Prime Day. Im Hintergrund die Amazon Website in einem Browser-Fenster.
dennizn / Depositphotos.com
Wenn Rabatte locken, setzt schnell die Vernunft aus. Das wissen Kriminelle und nutzen daher immer stärker Rabattevents wie den Prime Day.


Das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee untersuchte den Anstieg von Phishing-Methoden und Fake-Shops rund um Amazons Schnäppchenschlacht Prime Day. Wie bei BusinessWire in der Pressemitteilung des Anbieters zu lesen ist, sollen rund um den Prime Day mehr als 36.000 betrügerische Amazon-Fake-Shops und über 75.000 Phishing-Nachrichten identifiziert worden sein. Wettbewerber NordVPN kommt sogar auf noch höhere Gesamtzahlen.

Prime Day löst Flut an Betrugs-Seiten aus

Ob die durch McAfee entdeckten Fake-Shops alle speziell für den Prime Day erstellt wurden oder vielleicht schon länger ihr Unwesen treiben, wurde nicht genauer untersucht. Die durchaus erschreckende Zahl kann teilweise aber noch getoppt werden. So veranlasste auch Cybersicherheitsanbieter NordVPN im Rahmen des Prime Day eine ähnliche Untersuchung, über die Techradar berichtete.

Konkrete Fake-Shops wurden hier zwar „nur“ rund 11.000 festgestellt, jedoch fand das Unternehmen hinzukommend auch 21.000 rein auf die Verbreitung von Schadsoftware spezialisierte Websites und weitere 92.000 Seiten, die auf die Erbeutung persönlicher Daten ausgelegt seien. Insgesamt kam NordVPN so auf über 120.000 betrügerische Seiten, die es gezielt auf die Amazon-Kundschaft abgesehen haben.

Betrugsmaschen passen sich ans Weltgeschehen an

Wie aus der Global Prime Day Scam Study von McAfee weiterhin hervorgeht, werden die Kriminellen immer kreativer. Neben den altbekannten Maschen, in welchen versucht wird, entweder Login- oder Zahlungsdaten zu erbeuten, finden sich in den USA derzeit auch Phishing-Nachrichten, die das Chaos rund um die Zölle ausnutzen.

McAfee zitiert hier aus Nachrichten, die beispielsweise besagen, dass eine platzierte Bestellung aufgrund von Zöllen jetzt teurer ausfalle. Die Kund:innen sollen sich zwischen einer Stornierung oder dem Mehrbezahlen entscheiden.

Die Kriminellen nutzen hierbei gezielt die finanziellen Sorgen und Unsicherheiten der US-Bevölkerung aus. Doch auch global gibt es einen Zuwachs neuer Maschen. Insbesondere dank künstlicher Intelligenz (KI) wachsen die Möglichkeiten. So gaben 36 Prozent der durch McAfee befragten Personen an, bereits Erfahrungen mit Deepfake-Maschen gemacht zu haben, in welchen vermeintliche berühmte Persönlichkeiten beispielsweise für bestimmte Produkte warben.

Verschiedene Altersgruppen, verschiedene Schwachstellen

Auch auf demografische Unterschiede geben Betrüger:innen immer mehr Acht. So sind laut McAfee ältere Personen (über 65 Jahren) vor allem anfällig für Maschen rund um Sparmöglichkeiten. Jüngere Zielgruppen sind dagegen öfter bereit, auch bei unbekannten Shops und Marken einzukaufen. Das machen sich Kriminelle auf Social-Commerce-Plattformen wie TikTok Shop oder Instagram zunutze.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vor einem Kauf stets prüfen, ob es sich um einen vertrauenswürdigen Anbieter handelt. Hierfür gibt es beispielsweise den Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale. Eine kurze Suche nach Bewertungen auf einer Drittwebsite gibt aber auch oft bereits wichtige Auskünfte.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 08.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 08.07.2025
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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cf
10.07.2025

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Wenn die Anbieter die Fakeshops und Maleware-Seiten schon identifiziert haben, warum gibt es dann nicht eine zentrale Meldestelle, die die Seiten ggf. untersucht und sperrt? Vielleicht sollte die EU da mal etwas machen - dient ja auch dem Verbraucherschutz und hilft vermutlich mehr, als noch ein zusätzliches Etikett an echten Produkten ehrlicher Händler, denn da bekommt man die Ware schließlich..