Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Klage gegen Amazon: Milliardenschaden soll 500.000 KMU betreffen

Veröffentlicht: 01.09.2026
imgAktualisierung: 01.09.2026
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
01.09.2026
img 01.09.2026
ca. 2 Min.
Amazon
MichaelVi / Depositphotos.com
Amazon soll Werbekunden angelogen und um insgesamt 22 Milliarden Dollar betrogen haben.


22 Bundesstaaten und eine US-Behörde in den USA erheben schwere Vorwürfe gegen Amazon. Das Unternehmen soll seine Werbekunden systematisch abgezockt und somit einen Schaden von 20 Milliarden Dollar verursacht haben, wie Heise berichtet.

Die US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) wirft Amazon vor, absichtliche Versteigerungsmethoden für die Ersteigerung von Werbeanzeigen falsch darzustellen.

Verdeckte Zweitpreisauktion

Werbeplätze auf Amazon werden durch die sogenannte verdeckte Zweitpreisauktion vergeben. Dabei muss der Höchstbieter nicht den Preis zahlen, den er bietet, sondern lediglich einen Cent mehr als das zweithöchste Gebot. Das führt regelmäßig zu höheren Geboten als eine klassische Auktion.

Der Klageschrift zufolge soll Amazon allerdings nach Abschluss der Auktion automatisch und heimlich höhere, fiktive Zweitpreise hinzugefügt haben. So musste der Auktionsgewinner eine höhere Summe zahlen, als das tatsächliche zweithöchste Gebot. Dabei beruft sich die Klageschrift auf interne Amazon-Dokumente.

Der Werbechef des Konzerns soll die Methode als „Anpassung der Preise“ bezeichnet haben.

Insgesamt soll in 70 bis 80 Prozent der Fälle in die Auktionen eingegriffen worden sein. Laut der FTC sollen eine Millionen Kund:innen betroffen sein, darunter über 500.000 kleine und mittelständische Unternehmen, wie t3n berichtete.

69 Milliarden US-Dollar durch Werbeeinnahmen

Seit 2018 soll Amazon die versteckten Preisaufschläge Jahr für Jahr erhöht haben, rund um Feiertage und Rabattaktionen wie den Prime Day sollen die Aufschläge dabei besonders hoch gewesen sein. Kam es dazu, dass Werbekunden Verdacht schöpften und nachfragten, soll Amazon sie angelogen haben. Interne Unterlagen sollen davon sprechen, dass ehrliche Angaben das Vertrauen der Werbepartner beschädigen und eine Abwärtsspirale von niedrigen Geboten mit sich bringen.

2025 hat Amazon weltweit rund 69 Milliarden US-Dollar (rund 10 Prozent des Umsatzes) aus Werbeeinnahmen eingenommen. Die Werbeeinnahmen übersteigen damit die Einnahmen aus Abonnements wie Prime um circa 40 Prozent.

Amazon selbst wies die Vorwürfe in einem Blogpost zurück, die Vorwürfe der FTC seien falsch.

Veröffentlicht: 01.09.2026
img Letzte Aktualisierung: 01.09.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
1 Kommentare
Kommentar schreiben

Robert Flachenäcker
02.09.2026

Antworten

Warum nur wundern mich solche Meldungen nicht mehr.. Ich glaube nicht, dass irgendwer auf der Welt mit seriösen Geschäftsgebaren in so kurzer Zeit so reich werden kann, wie es diese Tech-Giganten sind. Wahlweise wird der Reichtum auf Ausbeutung begründet, durch Rechtsbeugung oder durch unfairen Wettbewerb.