Klage gegen Amazon wegen zu langsamer Lieferungen

Veröffentlicht: 06.12.2024
imgAktualisierung: 06.12.2024
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
06.12.2024
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Prime Van: Zustellfahrzeug des Online-Händlers Amazon
wolterke / Depositphotos.com
Amazon wird vorgeworfen, in den USA einige einkommensschwächere Regionen gezielt langsamer beliefert zu haben. Es folgt eine Klage.


Mit superschnellen Lieferungen ist Amazon groß geworden und hat sich gegenüber vielen Konkurrenten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gesichert. Doch genau diese versprochene hohe Lieferzeit ist es, die dem Konzern in den USA nun eine Klage eingebracht hat. In dieser wird ihm vorgeworfen, seine berühmte Prime-Lieferung in zwei spezifischen Stadtteilen von Washington ausgesetzt zu haben. Besagte Viertel hätten dabei den Ruf, einkommensschwach zu sein.

Langsame Lieferung trotz vollen Prime-Preises

Klagende Partei ist die US-Hauptstadt Washington, D.C. (District of Columbia), die von fast 50.000 insbesondere schwarzen Prime-Kundinnen und -Kunden spricht, die von dieser diskriminierenden Maßnahme betroffen seien. Durch sein Verhalten habe Amazon gegen geltende Verbraucherschutzgesetze verstoßen.

Obwohl Amazon die schnelle Prime-Lieferung in den beiden Regionen ohne Kommunikation an die Kundinnen und Kunden gestoppt habe, hätten die betroffenen Prime-Mitglieder auch weiterhin die volle Höhe des Abopreises zahlen müssen. Auch neue Abonnentinnen und Abonnenten habe der Online-Händler nicht über die logistische Ausnahme informiert. Für 139 Dollar pro Jahr oder wahlweise 14,99 Dollar im Monat wirbt Amazon in den USA im Zuge der Prime-Mitgliedschaft mit teils taggleichen Lieferungen oder gängigerweise mit Lieferungen innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Amazon soll Kundschaft getäuscht haben

Die langsamen Lieferungen seien von den betroffenen Menschen nicht unbemerkt geblieben. Auf Beschwerden hin habe Amazon diese allerdings getäuscht, so der weitere Vorwurf. „Amazon verlangt von Zehntausenden hart arbeitenden Einwohnern der Bezirke 7 und 8 Gebühren für einen beschleunigten Lieferservice, den es zwar verspricht, aber nicht anbietet“, wird Generalstaatsanwalt Brian Schwalb vom Spiegel zitiert. 

„Während Amazon jedes Recht hat, betriebliche Änderungen vorzunehmen, kann es nicht heimlich entscheiden, dass ein Dollar in einer Postleitzahl weniger wert ist als ein Dollar in einer anderen“, so Schwalb weiter.

Amazon verweist auf Sorgen um die Sicherheit seiner Teams

Amazon selbst habe sich zu dem Thema bereits geäußert und verwies auf Sorgen um die Sicherheit seiner Paketbotinnen und -boten: „Es gab in den beiden Stadtteilen spezifische und gezielte Handlungen gegen Fahrer, die Amazon-Pakete ausliefern und das Unternehmen hat die Änderung vorgenommen, um die Sicherheit der Zustellfahrer an erste Stelle zu setzen“, ließ Unternehmenssprecherin Kelly Nantel verlauten.

Aus diesem Grund habe Amazon beschlossen, die Abläufe der entsprechenden Zustellungen in den betroffenen Gebieten zu verändern, was nicht nur die Routen der Zustellung, sondern auch die jeweiligen Zeiten umfasse. Den Vorwurf, es handele sich um betrügerische oder diskriminierende Geschäftspraktiken, wies der Konzern von sich.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 06.12.2024
img Letzte Aktualisierung: 06.12.2024
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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Robert
06.12.2024

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Aber natürlich, Amazon würde niemals betrügerisch oder diskriminierend handeln - Niemals. Man könnte fast darauf reinfallen. Es ist korrekt dass Washington D.C. Klage erhebt. Nicht immer alles Gefallen lassen. In den USA gibt es zum Glück mutigere Juristen als die Schwachköpfe bei uns.