KI-Produkte bei Amazon: Viele Fehler und sinnlose Texte

Veröffentlicht: 30.05.2025
imgAktualisierung: 30.05.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.05.2025
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ca. 2 Min.
Reiseführer am Strand
Erstellt mit Dall-E
Wer auf Amazon nach einem Reiseführer sucht, muss aufpassen: Viele Inhalte sind mit KI generiert und voller Fehler.


Immer häufiger finden sich auf Amazon und anderen Marktplätzen KI-generierte Bücher. Jetzt sorgen KI-generierte Reiseführer auf Amazon für Kritik, wie die Tagesschau berichtete. Als Teil der Reihe „Reiseführer 2025“, unter anderem vom Autor Rapheal Y. Jones, werden die Bücher für rund 20 Euro pro Stück verkauft. Dafür erhalten Kund:innen dann ein Produkt mit Fehlern, Klischees und sinnlosen Texten. 

Weitschweifig und widersprüchlich

Verschiedene Autor:innen, bei denen es sich vermutlich um Pseudonyme handelt, veröffentlichen hier zahlreiche Reiseführer. Unter anderem über Ägypten, Phuket und Rotterdam. Echte Informationen sucht man in den Texten allerdings vergeblich. So wird über Museen berichtet, die noch gar nicht geöffnet sind, oder über die Ankunftshalle am Flughafen: „Bei meinem ersten Besuch in Kairo erinnere ich mich an die anfängliche Überwältigung, als ich die geschäftige Ankunftshalle von Terminal 3 betrat.“

Immer wieder kommt es auch zu sinnlosen Sätzen wie „Wenn Sie die Sphinx jemals auf Foto oder Filmen gesehen haben, werden Sie sie nie live sehen.“ Zudem finden sich in den Büchern so viele Fehler, dass kaum vorstellbar ist, dass hier ein Mensch an der Produktion beteiligt war. 

Ärgerlich, aber nicht illegal

Auf Anfrage sagte Amazon, dass die Nutzung von KI statthaft sei, die Autor:innen allerdings darum gebeten werden, über KI-generierte Inhalte zu informieren.

Illegal sind schlechte Bücher allerdings nicht. „Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, wirft aber zugleich komplexe Fragen auf – etwa hinsichtlich Qualität, Urheberrecht und Transparenz“, äußerte sich Vera Pollak von Buecher.de gegenüber der Tagesschau. 

Verkauft werden die Bücher über Amazons Dienst „Kindle Direct Publishing“. Autor:innen können hier Skripte einreichen, Amazon bietet diese zum Verkauf an. Gedruckt wird das Werk erst, wenn eine Bestellung eingegangen ist. 

Veröffentlicht: 30.05.2025
img Letzte Aktualisierung: 30.05.2025
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Frank2
05.06.2025

Antworten

Quizfrage: Liegen die Urheberrechte bzw. Vertriebsrechte von KI erstellen "Büchern" bei der KI oder der Person die die Texte erstellen lassen hat ? ? ?
NoPrimeDay
08.06.2025
@Frank Das ist ja das Problem. Es gibt bisher keine verbindliche Rechtsprechung, wem eigentlich die Rechte an KI - Büchern gehören. Die Programme haben sie von "richtigen" Autor*innen "geklaut" (sie wurden damit trainiert). Und die "faulen" Autor*innen ernten das Geld mit Inhalten, die sie nicht selbst erstellt haben. Dieses rechtliche Dilemma hätte vor der Einführung solcher Programme und der Erlaubnis durch die Buchshops, KI - Inhalte nutzen zu dürfen, geklärt werden müssen.
cf
03.06.2025

Antworten

Meinung: Es gibt überall an allen Ecken und Enden Transparenzpflichten - das muss es auch für Autoren geben - in jedes Buch gehört vorne der Klarname sowie die Anschrift des Autors (so wie bei Produkten eben auch der Hersteller mit allen Daten). Das Pseudonym kann ja gerne zusätzlich verwendet werden, aber dahinter verstecken is nich.....
NoPrimeDay
01.06.2025

Antworten

Ich fände es besser, wenn mit KI erstellte Inhalte auf Verkaufsplattformen verboten werden. Der Verkauf solcher Bücher schadet Autor:innen, die ihre tatsächlich selbst schreiben. Zudem könnte es wegen solcher im Artikel beschriebenen Probleme irgendwann zur Einstellung der KDPn- Plattform kommen.