Die Federal Trade Commission (FTC) erwägt eine Zivilklage gegen Amazon. Laut einem Bericht von Bloomberg, der sich auf informierte Kreise beruft, liegt bereits ein möglicher Beschwerdeentwurf vor. Auch mehrere Generalstaatsanwälte verschiedener US-Bundesstaaten sollen an dem Verfahren beteiligt sein.
Vorwurf: Intransparenz bei Anzeigenauktionen
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Frage, ob Amazon Werbetreibende bei der Buchung von Suchanzeigen ausreichend über Preisstrukturen informiert hat. Konkret geht es um sogenannte „Reserve Prices“ – also Mindestpreise, die Werbetreibende zahlen müssen, bevor sie eine Anzeige überhaupt schalten können. Die FTC will wissen, ob Amazon diese Preisuntergrenze ausreichend offengelegt hat.
Die Ermittlungen werden von der Verbraucherschutzabteilung der FTC geführt. Parallel untersucht die Behörde ähnliche Vorwürfe gegen Alphabet, den Google-Mutterkonzern. Amazon und Google sammeln mit Anzeigen-Einnahmen jährlich Dutzende Milliarden Dollar ein.
Klage oder Vergleich noch in diesem Sommer möglich
Laut Bloomberg könnte die FTC die Ermittlungen noch in diesem Sommer abschließen – entweder durch eine formelle Klage oder durch einen außergerichtlichen Vergleich. Die FTC selbst wollte sich auf Anfrage nicht äußern, Amazon ließ eine Stellungnahme zunächst unbeantwortet.
Hintergrund: Amazon zahlt bereits Milliarden für Prime-Praktiken
Für Amazon wäre es nicht das erste große Verfahren mit der FTC: Erst im September einigte sich der Konzern mit der Behörde auf eine Zahlung von 2,5 Milliarden US-Dollar – als Ausgleich für irreführende Praktiken rund um Prime-Abonnements. Ein neues Verfahren im Bereich Werbung könnte weitreichende Folgen für Händler haben, die auf Amazons Werbeplattform setzen.
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Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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