Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Kaum Zeit und keine Schulung: Kritik an Amazons neuem Möbel-Aufbau-Service

Veröffentlicht: 08.06.2021
imgAktualisierung: 08.06.2021
Geschrieben von: Markus Gärtner
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.06.2021
img 08.06.2021
ca. 2 Min.
Mann an Wand bei Möbelaufbau
Miljan Zivkovic / Shutterstock.com
Amazon-Lieferanten sollen jetzt auch Möbel aufbauen – werden dafür jedoch kaum geschult und auch die Zeitvorgaben sind heftig. Zwei Fahrer packen aus.


Amazon-Lieferanten, die jetzt auch testweise Möbel aufbauen sollen, kritisieren die straffen Zeitvorgaben und die mangelnde Schulung für die Zusatzaufgabe.

Amazon testet in einigen Bundesstaaten der USA gerade einen neuen Service, bei dem die Boten die gelieferten Möbel auch gleich aufbauen sollen. Jetzt regt sich schon Kritik an dem Pilotprojekt: Die eingesetzten Mitarbeiter klagen, dass Amazon sie schlecht vorbereitet und die Zeiten für die Arbeitsschritte viel zu knapp kalkuliert seien, wie Vice berichtet. Das Portal hat mit mehreren Amazon-Mitarbeitern, die anonym bleiben wollen, gesprochen.

So berichtet ein Amazon-Lieferfahrer aus Hampton Roads, Virginia: „Das war eine verdammte Herausforderung. Es dauert immer viel länger, als sie es vorgesehen haben. Die Zeiten, die sie angeben, fühlen sich völlig willkürlich und weit daneben an. Und es gab absolut kein Training. Sie haben einfach gesagt: ‚Ihr macht das jetzt‘.“

Amazons Vorgabe: Sofa in elf Minuten bringen, auspacken und aufbauen

Ein Beispiel: Amazon soll zwei Fahrern vorgegeben haben, eine Ottomane, bestehend aus 59 Teilen, ins Haus zu transportieren, auszupacken und zusammenzubauen – in 11 Minuten und 15 Sekunden. Der reale Vorgang soll aber rund 35 Minuten gedauert haben, sagt einer der betreffenden Fahrer.

Noch dazu sollen die Lieferanten/Möbelmonteure für die Extra-Arbeit weder zusätzlich bezahlt noch Trinkgeld annehmen dürfen. „Sie sagten, alle müssten das machen. Keine Gehaltserhöhung. Jeder ist sehr verärgert, nicht nur, weil es keine zusätzliche Bezahlung gibt, sondern die Leute sind besorgt über die Haftung aufgrund mangelnder Ausbildung“, so die Kritik eines Fahrers.

Das sagt Amazon zu den Vorwürfen

Die Amazon-Sprecherin Alexandra Miller erklärte gegenüber Vice, dass das Programm für Amazon-Lieferunternehmen freiwillig sei. Alle Fahrer würden außerdem eine zweistündige Schulung für das Programm erhalten und müssen am Ende eine 20-Fragen-Prüfung bestehen, so Miller. 

Die anonymen Fahrer wiederum widersprechen Amazons Angaben zur Vorbereitung: Sie hätten nur ein siebenminütiges animiertes Trainingsvideo gesehen, das eigentlich nur den idealen Ablauf des Prozesses zeigt und keine Details. 

Veröffentlicht: 08.06.2021
img Letzte Aktualisierung: 08.06.2021
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen

Markus Gärtner

KOMMENTARE
0 Kommentare
Kommentar schreiben