„Sie gehen aufs Ganze, sie ziehen alle Register.“
Amazons Ziel: Gehen die Mitarbeiter schnell auf das Angebot ein, wären sie bei der anstehenden Wahl über den Gewerkschaftsbeitritt nicht stimmberechtigt – Amazon hätte potenzielle Gegner in den eigenen Reihen quasi rausgekauft. „Das sollte illegal sein, wie kann man jemanden bezahlen, damit er kündigt“, sagt die 48-jährige Amazon-Arbeiterin Jennifer Bates. „Sie gehen aufs Ganze, sie ziehen alle Register.“ Amazon soll sogar angeboten haben, die Mitarbeiter nach ihrer Kündigung – und der Wahl – wieder einzustellen, heißt es. Gewerkschaftsvertreter gehen davon aus, dass Amazon dann bei der Suche nach neuen Mitarbeitern auch darauf achten wird, ob diese für oder gegen eine Gewerkschaft stimmen würden.
Laut US-Bundesarbeitsrecht könnten die Amazon-Prämien als Bestechung angesehen werden und sogar dazu führen, dass die Gewerkschaftswahlen zunächst abgesagt, später aber neu aufgelegt werden. Wir haben Amazon USA um eine Stellungnahme gebeten.
Die Maßnahmen Amazons gegen die Abstimmung nehmen zum Teil skurrile Formen an: So soll Amazon es über die örtlichen Behörden geschafft haben, die Wartezeit an den Ampeln vor dem Lager zu verkürzen, damit Gewerkschaftsvertreter keinen Kontakt zu den Amazon-Arbeitern aufnehmen können.
Kommentar schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben