Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Müll im Meer: Umweltschützer kritisieren vor allem Amazon

Veröffentlicht: 17.12.2020
imgAktualisierung: 17.12.2020
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
17.12.2020
img 17.12.2020
ca. 2 Min.
Müll am Strand
<span style="font-size: 8pt;">Take Photo / Shutterstock.com</span>
Amazon ist einer der größten Verschmutzer der Weltmeere. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Oceana.


Einer Studie der Umweltschutzorganisation Oceana zufolge ist Amazon einer der größten Verschmutzer der Weltmeere. Amazon selbst sieht das anders.

Der Online-Handel verursacht Verpackungsmüll, das ist kein Geheimnis. Das sorgt auch dafür, dass jedes Jahr eine Menge Abfall entsorgt werden muss und oft landet der Müll dann in den Weltmeeren. Vor allem Kunststoffmüll wie Luftpolsterfolie wird oft nicht wiederverwertet. Einer der größten Müllproduzenten ist dabei wohl Amazon. Einer neu veröffentlichten Studie zufolge schätzt die Umweltorganisation Oceana, dass allein Amazon im vergangenen Jahr für bis zu 10.000 Tonnen Plastikmüll in den Meeren verantwortlich war.

Oceana nennt Amazon einen der größten Meeresverschmutzer der Welt und das habe letztlich verheerende Auswirkungen auf die Ökosysteme. „Wale und Meeresschildkröten verwechseln Plastikfolien und Plastikbeutel mit Nahrung, was in vielen Fällen für diese Tiere tödlich endet“, erklärt Anne Schroeer von Oceana laut der Tagesschau. Lars Gutow vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, schließt sich der Einschätzung an. Die Herleitung der Zahlen sei nachvollziehbar. Hinsichtlich der genauen Zahlen gebe es zwar immer gewisse Unsicherheiten, die Größenordnung vermittelten sie jedoch.

Amazon zweifelt Zahlen der Oceana-Studie an

Amazon selbst sieht das anders. Der Plastikverbrauch des Konzerns sei von Oceana „drastisch falsch berechnet“ worden, „und um mehr als 350 Prozent zu hoch angegeben“, so ein Amazon-Sprecher. Amazon verwende lediglich ein Viertel der im Bericht geschätzten Menge an Plastikverpackungen. Der Meeresbiologe Gutow geht basierend auf Studien dagegen davon aus, dass die Menge des gesamten Mülls in den Meeren exponentiell wachse. Man habe die Mengen nicht mehr unter Kontrolle, so Gutow.

Das Umweltbundesamt erklärt daher, dass es wichtig sei, von Einwegverpackungen auf  Mehrwegverpackungen umzustellen. Und Amazon unterstreicht, dass man sich längst für den Schutz der Umwelt einsetze, etwa mit „The Climate Pledge“, einer Selbstverpflichtung von Amazon, zehn Jahre früher als im Pariser Klimaschutzabkommen beschlossen, CO2-neutral zu werden. An dieser Stelle gibt es von Oceana auch Lob: Amazon hat etwa papierbasierte leichtere Briefumschläge eingeführt. Vor allem in Indien setze Amazon verstärkt auf Mehrwegverpackungen. Dies müsse nun aber flächendeckend geschehen, so Oceana.

Veröffentlicht: 17.12.2020
img Letzte Aktualisierung: 17.12.2020
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
1 Kommentare
Kommentar schreiben

Dirk
18.12.2020

Antworten

Naja - natürlich sollte jedes Unternehmen danach streben, das Müllaufkommen zu reduzieren. Aber letztendlich schmeißt Amazon die Luftpolsterfoli en ja nicht selbst ins Meer. Tatsächlich sind es in der Regel mangelhaft oder nicht vorhandene Müllentsorgungs systeme in Entwicklungslän dern, wo jeder Müll oftmals auch wild offen deponiert wird, oder eben direlt in Flüsse verklappt wird.
Statt Millarden Entwicklungshil fe, die in dunklen Kanälen verschwindet, sollte die EU vielleicht in diesen Ländern effiziente Entsorgungs- und Recyclingsystem e aufbauen - das würde garantiert helfen.