Kritik kratzt häufig nur an der Oberfläche
Kritiker könnten meinen, dass Amazon mit der Einstellung von Ex-Soldaten seinem Ruf als rigoroser Arbeitgeber gerecht wird und auf diesem Weg eine Möglichkeit schafft, die Disziplin und Effizienz der Teams durch knallharte Fachkräfte weiter zu steigern. Und das dürfte zum Teil auch stimmen: Wer als leitende Kraft beim Militär gearbeitet hat, dürfte kaum Schwierigkeiten haben, Teams mit straffer Hand zu führen und sich durchzusetzen.
Allerdings wäre die bloße Kritik an dieser Strategie viel zu kurz gedacht. Denn viele Soldaten und Ex-Militärs können Erfahrungen, Skills und Kompetenzen vorweisen, die viele andere nicht mitbringen. Teamzusammenhalt und Gemeinschaftssinn sind wichtige Faktoren, die nicht nur im Militär, sondern auch in anderen (wirtschaftlichen) Bereichen von essenzieller Bedeutung sind. Hinzu kommen Faktoren wie Stressresistenz oder strukturiertes Arbeiten: Wenn gegen Ende des Jahres in den Logistikzentren von Amazon der weihnachtliche Stress ausbricht, dürften Mitarbeiter mit solchen Kompetenzen unersetzlich sein.
Und auch die Einhaltung von unternehmensinternen Hierarchien, eine ausgeprägte Selbstmotivation sowie ein eigener Antrieb dürften Eigenschaften sein, die viele ehemalige Soldaten und Offiziere aus dem Militärleben mitgenommen haben: Aufgeben, weil ein Projekt mal schief geht, dürfte unter ehemaligen Militärs dann eben auch die Ausnahme sein.
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