Wie verwirrend kann ein Online-Shop gestaltet sein? Amazon könnte in diesen Tagen den Vogel abgeschossen haben. Denn die Angebote von Birkenstock-Schuhen vermittelten selbst einigen Experten ein falsches Bild.
Amazons Seite ist effizient. Aber nicht unbedingt schön. Ich persönlich habe den Marktplatz noch nie wegen seines überragenden Designs bewundert. Wie so vieles bei dem US-Konzern ist auch der Aufbau und die Gestaltung der Produktseiten nur auf eines getrimmt: Den Kunden schnellstmöglich zum Kauf zu bringen. Bild angucken, kurze Produktbeschreibung überfliegen, Kaufen-Button drücken – das ist der Weg, den Amazon vorgesehen hat.
Dass das Seitendesign und der Aufbau dabei hin und wieder verwirrend ist, zeigt sich derzeit im Fall um Birkenstock. Der Hersteller hatte Ende 2017 angekündigt, sämtliche Geschäftsbeziehungen mit Amazon in Europa einzustellen. Der US-Konzern wird seit Anfang 2018 nicht mehr mit Produkten beliefert – Birkenstock will der Süddeutschen Zeitung zufolge sogar den Verkauf seiner Waren auf dem Marktplatz komplett verhindern und geht gerichtlich dagegen vor.
Anfang des Jahres konnte der Hersteller immerhin vor dem Landgericht Düsseldorf einen Sieg hinsichtlich der sogenannten Tippfehler-Werbung erwirken: Wenn Kunden nach Begriffen wie „Brikenstock“ oder „Bierkenstok“ gesucht haben, wurden ihnen Angebote ausgespielt, bei denen es sich teilweise um Produktfälschungen handeln soll. Amazon wurde dieses Vorgehen vom Gericht untersagt.
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