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Verbraucherverband geht gegen Amazon wegen irreführender Rabatte vor

Veröffentlicht: 21.07.2026
imgAktualisierung: 21.07.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
21.07.2026
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Amazon im Browser
Leonid_Eremeychuk / Depositphotos.com
Amazon wurde aufgefordert, irreführende Rabattaktionen zu stoppen. Grundlage ist eine Preisbeobachtung rund um Angebote zur Fußball-WM.


Der Verbraucherverband Consumentenbond hat Amazon und den niederländischen Online-Marktplatz Bol offiziell aufgefordert, keine irreführenden Rabatte mehr anzuzeigen. Zwei Monate lang hatte die Organisation die Preise beliebter Produkte verfolgt, die im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft reduziert wurden. Von 1.142 beobachteten Produkten erhielten 323 mindestens einmal einen Rabatt – erkennbar an einem durchgestrichenen Preis und einer Rabattangabe. Beide Plattformen widersprechen den Vorwürfen der Consumentenbond, wie ecommercenews.eu berichtet.

108 Angebote als irreführend eingestuft

Nach geltenden Vorschriften müssen Rabattangaben und durchgestrichene Preise auf dem niedrigsten Verkaufspreis der vergangenen 30 Tage basieren. Bei Amazon waren laut Consumentenbond 46 von 113 untersuchten Angeboten irreführend, bei Bol 62 von 210. In beiden Fällen habe der Preis vor der angeblichen Aktion bereits niedriger gelegen als der beworbene Rabattpreis – ein tatsächlicher Preisvorteil habe damit nicht bestanden.

Bei Amazon wurde etwa ein Bluetooth-Lautsprecher für 147 Euro als 26-prozentiger Rabatt gegenüber einem „regulären Preis“ von 199,99 Euro beworben. Tatsächlich hatte das Gerät zuvor fast einen Monat lang 133 Euro gekostet – der Aktionspreis lag damit über dem vorherigen Verkaufspreis.

Bei Bol wurde ein Fernseher für 349 Euro mit einem angeblichen Rabatt von 12 Prozent gegenüber einem „üblichen“ Preis von 399 Euro angeboten. In den 60 Tagen davor habe das Gerät nie 399 Euro gekostet, sondern fast durchgehend 349 Euro – mit Ausnahme eines Tages, an dem es sogar 329 Euro kostete. Der beworbene „Rabattpreis“ entsprach damit dem regulären Preis der vorangegangenen Wochen.

Verbraucherverband droht mit rechtlichen Schritten

Sandra Molenaar, Direktorin des Consumentenbond, erklärt, der Verband kontrolliere seit Jahren Rabattaktionen im Handel und habe Anbieter bei Verstößen öffentlich benannt. Das habe bereits bei Coolblue und Wehkamp zu Anpassungen geführt. Amazon und Bol hielten trotz Kenntnis der Regelungen an den beanstandeten Praktiken fest, so Molenaar. Der Consumentenbond fordert von beiden Plattformen eine korrekte Darstellung der Ersparnis und kündigt rechtliche Schritte an, sollten die Unternehmen den Vorschriften nicht nachkommen.

Die Consumentenbond hat sich bei dieser Untersuchung auf Amazon und Bol konzentriert, da es sich um die beiden größten Online-Marktplätze der Niederlande handelt. Der Verband kündigt jedoch an, die Preisgestaltung auch bei anderen Anbietern weiter zu beobachten – insbesondere im Vorfeld von Black Friday. Verbraucher werden aufgerufen, verdächtige Angebote zu melden.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 21.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 21.07.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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