Trumps Zölle zwingen Amazon-Händler zu Preiserhöhungen

Veröffentlicht: 21.01.2026
imgAktualisierung: 21.01.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 3 Min.
21.01.2026
img 21.01.2026
ca. 3 Min.
Frau kauft bei Amazon ein
AllaSerebrina / Depositphotos.com
Trumps Zollpolitik trifft vor allem die US-amerikanische Bevölkerung. Amazon hat nun angekündigt, dass Preise aufgrund der Zölle steigen.


US-Präsident Donald Trump feiert sich immer wieder für seine Zollpolitik und versucht, mit diesem Werkzeug Einfluss auf die internationale Politik zu nehmen. Doch die Zölle treffen vor allem die eigene Bevölkerung. Nun hat auch Amazon-CEO Andy Jassy angekündigt, dass bei dem Online-Händler aufgrund der Zölle die Preise steigen werden. 

„Wir sehen, dass sich manche der Zölle in manchen Preisen, in manchen Artikeln, bemerkbar machen“, erklärte Jassy im Gespräch mit dem US-Nachrichtensender CNBC. Der Marktplatz beobachte, dass „einige Verkäufer“ die höheren Kosten an die Verbraucher weitergeben. Es gebe allerdings auch Verkäufer, die die Zölle absorbieren, um die Nachfrage nicht abbrechen zu lassen. „Ich denke, wir werden mehr von diesen Auswirkungen beobachten können“, so der Amazon-CEO weiter.

Die Amazon-Kunden kaufen anders ein

Damit haben die aggressiven Zölle von Trump rund ein Jahr nach ihrer Einführung nun auch Auswirkungen auf die Preise bei Amazon. Dass es erst jetzt zu Effekten auf dem Marktplatz kommt, erklärt Jassy damit, dass viele Händler sich rechtzeitig mit Waren eingedeckt hätten – diese seien nun allerdings abverkauft, wodurch die neuen Lagerbestände von den Zöllen betroffen seien. 

Noch vor einem Jahr hatte Jassy erklärt, dass Amazon ein paar Monate nach Einführung der Trump-Zölle keine nennenswerten Preissteigerungen beobachten könne. Im April hatte der CEO allerdings prognostiziert, dass einige Händler zu höheren Preisen gezwungen sein könnten, weil sie „keine 50 prozentige Marge“ hätten, mit denen sie die Kosten abfangen könnten. 

Der Marktplatz könne mittlerweile auch ein verändertes Konsumentenverhalten erkennen: So würden sich Kunden vermehrt für niedrigpreisige Artikel entscheiden oder auf Schnäppchenjagd gehen, während andere gänzlich von kostspieligen Produkten absehen. 

Zölle: Trumps liebstes Druckmittel

Trump hatte seine Zölle als „Vergeltung“ für die unfaire Behandlung der USA im internationalen Handel präsentiert. Der US-Präsident nutzt die Androhung von Strafzöllen gerne im internationalen Raum – so liegen sie aktuell wieder auf dem Tisch, um den imperialistischen Anspruch der USA auf Grönland durchzudrücken. 

Für die deutsche Export-Wirtschaft sind die Zölle tatsächlich nicht einfach wegzustecken: Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, seien die Exporte aus der Bundesrepublik in die Vereinigten Staaten von Januar bis November 2025 um 9,4 Prozent gesunken. Das entspricht einem Verlust von 14,1 Milliarden Euro. Die Importe aus den USA seien dagegen um 2,2 Prozent gestiegen. 

Am Ende verlieren alle

Trotzdem treffen die Strafzölle vor allem Trumps eigene Bevölkerung am stärksten. So hat das Kiel Institut für Weltwirtschaft erst kürzlich ermittelt, dass Importeure und Verbraucher in den USA satte 96 Prozent der Zolllast tragen. Nur vier Prozent der Kosten würden demnach von ausländischen Exporteuren übernommen. Zudem sein die Importmengen drastisch eingebrochen. Länder, deren Haupthandelspartner die USA waren, müssen sich nun nach neuen Exportmärkten umsehen. „Die Zölle bringen langfristig Nachteile für alle“, erklärt Julian Hinz, Forschungsdirektor am Kiel Institut.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 21.01.2026
img Letzte Aktualisierung: 21.01.2026
Lesezeit: ca. 3 Min.
Artikel weiterempfehlen
Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
0 Kommentare
Kommentar schreiben