Strukturwandel bei Amazon: So wenige neue Seller wie seit 2015 nicht

Veröffentlicht: 16.02.2026
imgAktualisierung: 16.02.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
16.02.2026
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Amazon Seller App
dimarik / Depositphotos.com
2025 sinken die Amazon-Seller-Neuanmeldungen auf ein neues Tief. Steigende Kosten und Professionalisierung machen den Einstieg schwieriger.


2025 sind die Amazon-Seller-Neuanmeldungen auf 165.000 gesunken – den niedrigsten Stand seit 2015 und ganze 44 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines tiefgreifenden Strukturwandels auf dem Marktplatz, wie My Amazon Guy analysiert: Höhere Verkaufsgebühren und Logistikkosten, strengere Zollanforderungen, die faktische Pflicht zu bezahlter Sichtbarkeit über Ads sowie KI-gestützte Optimierungsvorteile in international gut vernetzten Teams erhöhen die Eintrittshürden. Davon profitieren vor allem erfahrene, kapitalstarke Händler mit professionellen Prozessen.

Zwischenergebnis: Weniger Seller, mehr Umsatz-Konzentration

Während weniger neue Accounts starten, wächst die wirtschaftliche Chance pro aktivem Händler. Der Drittanbieter-Umsatz wird auf rund 305 Mrd. US-Dollar in den USA und 575 Mrd. US-Dollar weltweit geschätzt. Seit 2021 stieg der Traffic pro Seller um 31 Prozent. Über 100.000 Händler überschreiten inzwischen die Marke von einer Million Dollar Jahresumsatz (2021: 60.000). 235 Händler erreichen der Analyse zufolge sogar 100 Mio. US-Dollar.

Parallel schrumpft aber die Zahl aktiver Seller: von 2,4 Millionen 2021 auf 1,65 Millionen 2025. Das bedeutet einen Rückgang von fast einem Drittel (31 Prozent). Der Anteil neuer chinesischer Accounts lag 2025 bei 59,9 Prozent (USA: 16,3 Prozent) – ein Indiz für den wachsenden Einfluss aus Fernost auf den internationalen Online-Handel.

Für Verkäufer hänge der Erfolg auf Amazon heute weniger vom reinen Volumen als vielmehr von der strategischen Umsetzung ab, so My Amazon Guy. Gleichzeitig wird es für Neulinge und kleine Anbieter schwieriger, im Marktplatzgeschäft zu bestehen, weil die etablierten Händler kaum noch angreifbar seien. Die Ära des leichten Einstiegs ins Amazon-Geschäft scheint vorbei zu sein, heißt es in der Analyse.

Veröffentlicht: 16.02.2026
img Letzte Aktualisierung: 16.02.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Andre
18.02.2026

Antworten

Schließe mich meinem Vorredner an, die EU will mit aller Gewalt die kleinen Händler zum aufgeben zwingen, dies klappt auch bestens wie man sieht, nur die großen Händler wie Amazon selbst und ein paar große chinesische Händler werden diese Spielchen gewinnen und haben die notwendigen Kräfte und Gelder diese ganzen Richtlinien und Verordnungen einhalten und erfüllen zu können, der kleine Händler bleibt auf der Strecke.
cf
17.02.2026

Antworten

Meinung: Die EU versucht ja schon lange die kleinen Unternehmen durch riesige Verordnungsberge vom Markt zu drängen. Jetzt haben sie ja einen starken Partner mit amazon - man sieht immer mehr, dass alles auf wenige große Anbieter konzentriert wird. Ich bezweifel, dass das langfristig eine gute Idee ist, aber da brauchen wir ja nur noch ein paar Jahre warten und dann wissen wir es :-| Letztlich ist es wohl wie bei einem bekannten Brettspiel, bei welchem man Straßen kaufen muss (um hier keine Markenverletzung zu begehen nennen wir es realitätsnah Mogelpoly). Irgendwann ist alles auf ein paar letzte "Gewinner" verteilt - und was passiert dann? Genau - es wird abgeräumt und neu verteilt... Denk mal drüber nach....
M.Jagielska
17.02.2026
Genau so wird es kommen. Als kleinen Nebeneffekt dieser Entwicklung werden wir allerdings erleben, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Solidarität immer mehr schwinden, der Stärkste frißt das größte Stück. Die USA machen uns gerade vor wo das endet.