Händler sauer: Amazons Rückgaberichtlinien fördern Missbrauch

Veröffentlicht: 18.12.2025
imgAktualisierung: 18.12.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
18.12.2025
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Amazon-Webseite im Browser
Leonid_Eremeychuk / Depositphotos.com
Amazon erklärt, wie man das Label „Häufig zurückgesendet“ vermeidet. Händler kritisieren aber die bestehende Rückgabepolitik.


In einem aktuellen Forumspost hat Amazon Händlern „bewährte Lösungen“ vorgestellt, um Produkte davor zu bewahren, die Einstufung „Dieser Artikel wird häufig zurückgesendet“ zu erhalten. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen detaillierte Produktbeschreibungen, hochwertige Produktbilder und eine verbesserte Verpackung. Ziel dieser Ansätze sei es, Kunden zu informierteren Kaufentscheidungen zu verhelfen und so die Zahl der Rücksendungen zu reduzieren.

Kritik an Rückgabepolitik 

Doch nicht alle Händler sehen die Verantwortung nur bei sich, wie Ecommercebytes anmerkt. Viele weisen darauf hin, dass Amazons großzügige Rückgabepolitik eine zentrale Rolle bei den hohen Rücksendequoten spielt. Viele Händler äußern sich kritisch. Der Tenor lautet: Die aktuelle Regelung öffne Tür und Tor für Missbrauch. Kunden würden die Rückgabefrist oft als eine Art ‚kostenlosen Leihservice‘ nutzen.

Neben diesem Problem berichten einige Händler von branchenspezifischen Herausforderungen. Besonders bei Modeartikeln führen Größen- oder Farbabweichungen häufig zu Retouren. Diese Faktoren seien oft schwer zu vermeiden, da sie mit den individuellen Erwartungen und Wahrnehmungen der Kunden zusammenhängen.

Forderung: Amazon muss reagieren

Um dennoch Lösungen zu finden, forderten die Moderatoren des Forums die Händler auf, ihre eigenen bewährten Strategien (die natürlich teils sehr individuell sind) zu teilen. Ziel sei es, gemeinsam an Maßnahmen zu arbeiten, die für alle Beteiligten sinnvoll sind. Doch trotz dieser Aufrufe bleibt die Kritik vieler Händler bestehen: Amazon müsse sich stärker engagieren, um missbräuchliches Verhalten von Kunden konsequenter zu unterbinden. Nur so könne die Rücksendesituation nachhaltig verbessert werden.

Veröffentlicht: 18.12.2025
img Letzte Aktualisierung: 18.12.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
12 Kommentare
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Der Anonyme Workoholiker
13.01.2026

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Wir haben einen Hass-Kunden, der sich bereits zum 4. Mal ein medizinisches Gerät über Amazon hat ins Ausland liefern lassen. Dieses Gerät behebt Hautprobleme in der dunkleren Jahreszeit (Winter), wenn nicht genug natürliches Sonnenlicht da ist. Nach 2-3 Monaten wird das medizinische Gerät dann immer als Defekt reklamiert und an Amazon zurück gesandt. Dort prüft niemand, ob ein Defekt vorliegt, so dass dem Kunden alle Kosten erstattet werden. Wir bleiben auf den Versandkosten sitzen und haben ein abgerenztes, nahezu unverkäufliches Gerät. Und damit einen Verlust über hunderte Euro. Dies ist auch der Grund, warum wir inzwischen fast vollständig aus FBA ausgestiegen sind und nur noch FBM machen. Es ist wirklich zum Kotzen, was Amazon für Seller für ein Drecksladen geworden ist.
Hans Wurst
21.12.2025

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Es ist schon sehr interessant zu sehen, dass bei vielen Kosten oder Angeboten alles bis ins Detail aufgeschlüsselt werden muss: Strom, Gas usw. ..oder auch Produkt-Garantien, die im Angebot stehen. Beim Versand dagegen sind Vortäuschung und eine intransparente Preispolitik offensichtlich erwünscht. Der Kunde soll darüber besser nicht nachdenken – und das hat jetzt einige Jahre gedauert, aber letztendlich gut funktioniert. Der Kunde denkt nicht mehr! Dass das Porto im Kaufpreis enthalten ist und die Retouren der anderen, von jedem anteilig bezahlt wird, der seine Ware behält, versteht keiner. Da steht ja auch „kostenlos“. Was mich wundert ist, dass dies im Rahmen der Verbraucherinformation nicht abgemahnt werden kann. Das ist aus meiner Sicht definitiv ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht und/oder unlauterer Wettbewerb. Wenn Kunden (hier wäre eine EU-Richtlinie mal sinnvoll) darüber informiert werden müssten, wie viel Versand für die Lieferung und wie viel Rückversand (anteilig) aufgrund der Retouren anderer, in einem Angebot mit „kostenlosem Rückversand“ einkalkuliert sind. Keiner Händler kann abstreiten, dass bei einem Angebot mit dem dicken Werbebanner „Kostenloser Rückversand“ der Kunde in die Irre geführt werden soll (steht sogar in Studien). Der Händler, der dies ausnutzt, verschafft sich aufgrund dieser falschen Angebotsdarstellung, einen Wettbewerbsvorteil durch Fehlinformation. Aus meiner Sicht unlauter! Versandkosten sind Betriebskosten und fließen immer in die Kalkulation ein. Jeder, der Versandkosten hat (gewerblich zzgl. 19 %), verbucht das auch so. Wie kann man also behaupten, dass der Versand kostenlos ist? Damit sich das in allen Shops, Marktplätzen etc. SOFORT :-) ändert: Wie wäre es denn, wenn „kostenloser Versand“ nicht mehr als Kosten von der Steuer abgezogen werden kann? Es sind ja laut Angebot, keine Kosten für den Versand angefallen. Daher dürfen diese auch nicht gegen Versandkosten gebucht werden. Dan wäre das Angebot natürlich nicht unlauter. Wie lange es wohl dauern würde, bis Ama und Co. die Versandpolitik.
Mathias
13.01.2026
Sehr gut geschrieben, treffender kann man es kaum ausdrücken. Matze
André
21.12.2025

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Im Ausland lacht man uns aus, wie wir so dumm sein können bei diesen Regeln auf Amazon zu verkaufen, wo der Betrug doch vorprogrammiert ist. Woanders wird nur bestellt, was man auch behalten möchte, hier wird kostenlos über Wochen bis Monate ausgeliehen. Dann einfach in der original Verpackung, weil Amazon es so wünscht und nicht nur duldet zurückgeschickt. Schrecklich wie einst ehrliche Kunden von Amazon verzogen wurden im Laufe der Jahre. Sowas wünscht sich dann niemand mehr als Kunde. Temu ist aber auch nicht besser, oft dürfen Kunden dort sogar Ware und Geld behalten, dachte eigentlich Temu hätte eine Alternative werden können, ist aber nur noch aggressiver gegen die Händler.
horst
21.12.2025

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Warum machen wir keine Petition und schließen uns zusammen? Der Staat lässt diese gewähren! Wenn wir im Ausland tätigt wären, müssten wir uns an denen ihre Regeln halten!! Wir zahlen auch für die Umwelt und der größte ist Amazon, denn wenn der Kunde die Retouren zahlen müsste! würde er sich z. B. die 20 Bestellungen nicht leisten und würde auf Größentabelle usw. zugreifen.
Charley
19.12.2025

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Ich kann mich nur anschliessen , kostenlose Retouren öffnen Hof und Tor für Missbrauch . Es werden getragene Sachen zurückgeschickt und man hat die Arbeit mit den Safe-T Anträgen und dem Kunden passiert Nichts ! Der Händler sollte selber entscheiden ob er kostenlose Retouren anbietet desweiteren wären Sicherheitsmechanismen sinnvoll , die Missbrauch vorbeugen ( den Kunden melden ect ) . Aber es ist wie immer der Händler ist schuld weil er nicht genügend Angaben hat . ;.)))))
JW
19.12.2025

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Wir haben mittlerweile Retouren, automatisch genehmigt von Amazon, wo die Bestellungen bereits weit über 100 Tage geliefert sind. Dann bekommen wir die Produkte zurück -völlig zerstört-. Der Fairness wegen, jeder safe-T Antrag wurde von Amazon genehmigt. Bei einigen Kunden kommt mir das so vor, als ob das Methode ist. Denn selbst die Originalverpackung werden genutzt. Als ob man das vorher schon weiß, dass man rücksendet. Ganz klar Deutschland braucht eine Retourenpauschale von Euro 4,— oder ähnlich. Als Weltmeister der Retouren ist das auch wegen der Umwelt ein Thema. Über eine halbe Milliarde Retouren per Jahr ist Irrsinn.
Mathias Wegener
19.12.2025
Also wenn ein Kunde eine Originalverpackung zur Zurücksendung des Artikels bei einem Widerruf nutzt, kann ich da in keiner Weise erkennen, dass dies ein Indiz dafür sein soll, dass er aus Langeweile bestellt hat und nur um den Händler zu schaden von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht. Mir ist auch ehrlich gesagt nicht ganz klar, wie man auf eine solche Idee kommt. Ich bin natürlich im privaten Bereich auch Kunde. Und auch ich mache, wenn auch sehr selten, von meinem Widerrufsrecht hin und wieder mal Gebrauch. Und sehr häufig bis nahezu immer verwende ich dafür die Originalverpackung. Warum? Weil ich in aller Regel schon relativ kurz nach dem Auspacken und vielleicht einem kurzen Ausprobieren oder Anprobieren des Artikels weiß, dass ich ihn nicht behalten möchte. Oder mit anderen Worten, wenn ich mein Widerrufsrecht exakt so nutze, wie es eigentlich mal gedacht war. Da habe ich die Verpackung natürlich noch nicht entsorgt und verwende sie gleich wieder. Das macht ökonomisch Sinn und auch ökologisch sind.
Alexander
19.12.2025

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Tja so ist das eben... Gefühlt wird das auch immer schlimmer Q4 2025 zu Q4 2024 25 % mehr Retouren bei gleichem Sortiment. Natürlich nutzt das der Kunde aus, das ist ja auch so gewollt um die kleinen Händler zu zerstören seitens AMZ und seitens Verbraucher (so muss man das leider sagen).
K.I
19.12.2025

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Meinung: Amazon hat absolut kein Interesse Händler zu unterstützen! Immer erst Amazon - dann der Kunde der immer mehr kaufen soll - und dann nichts mehr! Der Händler ist im Amazon Universum die Kuh die ausschließlich gemolken werden muss! Um diese Ziele zu erreichen ist Amazon jedes Mittel recht! Amazon spielt sich wie Gott über alles auf und das schon seit Jahren! Zudem gaukelt Amazon allen vor das Unschuldslamm zu sein!
Jens
19.12.2025

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Eine relativ einfache Lösung für die ganze Rücksendeproblematik wäre es, kostenlose Rücksendungen zu streichen und für Rücksendungen die Kosten verlangen, die auch beim Versand anfallen. Allein damit können Retouren reduziert werden, zwar können dadurch auch ein wenig die Conversion leiden aber wer brauch schon Bestellungen von Kunden, die das Widerrufsrecht missbrauchen?
-
19.12.2025

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Die Rückgaberegelung ist ein Witz. Wir hatten früher ca. 2 Rücksendungen im Jahr. Jetzt kommen hier monatlich mehrere Anfragen herein. Alles wird direkt als Rückgabe automatisiert akzeptiert, häufig werden falsche Rücksendegründe angegeben, um die Rücksendekosten bloß ja nicht zahlen zu müssen. Dann schlägst du dich als Verkäufer noch mit den Safe-T-- Anträgen zusätzlich herum, um wenigstens wieder die Rücksendekosten von Amazon erstattet zu kriegen. Dabei wird die Ware benutzt und gebraucht zurückgesandt. Und logisch: Am Ende ist an allem nur der Händler schuld. Ehrlich: Amazon: Verblöden könnt ihr jemand anderen!