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Händler sollen künftig Amazon-Support bewerten – Reaktionen skeptisch

Veröffentlicht: 06.09.2024
imgAktualisierung: 06.09.2024
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
06.09.2024
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ca. 2 Min.
Logo des Online-Marktplatzes Amazon
rootstocks / Depositphotos.com
Amazon hat seine US-Händler aufgefordert, Mitarbeiter des Support-Teams künftig zu bewerten. Die Neuerung sei eine Reaktion auf die Wünsche der Seller.


Das Verhältnis zwischen Amazons Marktplatz-Händlern und dem Händler-Support-Team ist durchaus mit Spannungen durchzogen: Immer wieder berichten Seller davon, nur mäßig nützliche Antworten auf Fragen oder Probleme zu erhalten. Häufige Kritik ist dabei unter anderem, dass Antworten nicht individuell ausfallen, sondern offenbar aus zusammengestückelten Textbausteinen bestehen. Auch das Weiterreichen der Probleme an immer neue Support-Angestellte sei gängig. – Viele Umstände, die für Unmut sorgen.

Doch offenbar hat Amazon das Problem auf dem Schirm. Zumindest in den USA hat der Marktplatzbetreiber seine Verkaufspartner nun gebeten, im Support-Fall häufiger Feedback zu geben.

Bewertungen sind nach jeder E-Mail-Interaktion möglich

Rückmeldungen beziehungsweise Bewertungen sollen nicht nur in jenen Fällen möglich sein, die schon gelöst wurden, sondern auch schon vorher: „Sie können nun nach jeder E-Mail-Interaktion mit unseren Support-Mitarbeitern ein Feedback abgeben, auch wenn Ihr Fall noch nicht gelöst ist. Sie können Ihre Zufriedenheit mit dem erhaltenen Support bewerten und Details in Ihren eigenen Worten angeben“, heißt es in einer Mitteilung im SellerCentral.

Diese Neuerung sei nach Angaben des Konzerns eine Reaktion auf die Vorschläge beziehungsweise Wünsche vieler Händlerinnen und Händler. Auf Grundlage des gegebenen Feedbacks sei Amazon dann in der Lage, Verbesserungen im Support-Bereich vorzunehmen. Konkret werden dabei nicht nur Schulungen ins Auge gefasst, sondern etwa auch Aspekte wie Kommunikation und Support-Funktionen, die man verbessern wolle.

Erste Reaktionen lassen Skepsis verlauten

Nachdem sich Amazon die offenkundigen Probleme im Kunden-Support nun näher angeschaut und auf Kritik seiner Marktplatz-Händler reagiert hat, könnten die Verantwortlichen womöglich unzufrieden mit den ersten Reaktionen sein, die auf die Ankündigung folgen. Denn unter der offiziellen Mitteilung finden sich schon einige Anmerkungen von Nutzern, die sich eher skeptisch zeigen.

So schreibt etwa ein User, dass er zwar seinen Blutdruck senken könne, wenn er seinem Ärger in einer Bewertung Luft mache. Doch wenn er Mitarbeitende als „inkompetent“ einstufe, könne er „sicher sein, dass mein Fall in einem schwarzen Loch verschwinden wird“.

Eine Kritik, die in mehreren Kommentaren zum Ausdruck kommt, geht noch weitaus tiefer: Amazon versäume es demnach, seine Support-Mitarbeitenden umfassend und nachhaltig zu schulen. Ihnen fehle etwa das Verständnis für die konkreten Probleme der Seller und die Anwendung von Richtlinien. Die Bestrafung eines solchen „unglücklichen Angestellten, der ohne Ausbildung oder Anreize“ arbeite, fasse zu kurz, weil die Probleme demnach in den Strukturen von Amazon verwurzelt seien, so der Vorwurf. 

Ob und wann Amazon eine solche Feedback-Funktion für den Händler-Support auch in Deutschland einführt, ist aktuell nicht abzusehen. Im deutschen Bereich des SellerCentrals fehlt jedenfalls eine solche Ankündigung bis dato noch.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 06.09.2024
img Letzte Aktualisierung: 06.09.2024
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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T.S,
09.09.2024

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wie beschrieben, dass Problem liegt in den Strukturen von Amazon und ich vermute auch in der Entlohnung der Supportmitarbeiter, die (so habe ich dass Gefühl) eher nach "wie schnell wurde ein Fall geschlossen" bezahlt werden, als danach ob es eine zufriedenstellende Lösung gibt. Ich vermute auch, dass Amazon diesbezgl. irgendwo gegenwind von irgendeiner US Behörde bekommen hat, und jetzt zu diesen Maßnahmen greift. Amazon verfügt mit Sicherheit über sehr viele Feedback Informationen und Daten über Ihren Support aus vielen vergangenen Jahren. Hätten Sie ein wirkliches Interesse, hätten sie schon längst was getan.
Müller-Schneider
09.09.2024

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Amazon wird sehr wohl wissen, dass der Support für Verkäufer eine Katastrophe ist. Daran sind aber in den meisten Fällen nicht die Mitarbeiter schuld. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um sehr günstige Arbeitskräfte in Südostasien, die kaum oder gar nicht Deutsch sprechen und auch nur versuchen ihren Job irgendwie zu machen. Sowohl Verkäufer als auch Käufer sind einem Algorithmus ausgesetzt, dessen Entscheidungen teils willkürlich und häufig falsch erscheinen und für alle Beteiligte (auch die Mitarbeiter!) eine Black Box sind. Das gesamte System und der Umgang mit Verkäufern ist das Problem. Und daran wird sich bei Amazon sehr wahrscheinlich herzlich wenig ändern. Lieber schiebt man die Schuld auf ungeschulte Mitarbeiter auf der untersten Ebene und sorgt dort vermutlich für mehr Druck und Personalrotation.
Robert
09.09.2024

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Amazons Support agiert oft wie ein launischer Teenager – Entscheidungen erscheinen willkürlich und hängen von der Tagesform ab. Fast täglich kämpfen wir uns durch absurde Richtlinien, weil Amazons KI wieder einmal fälschlicherweise glaubt, die deutschen Gesetze besser zu verstehen. Wendet man sich an den Verkäufer-Support, wird man gezwungen, das schwer verständliche und teils kryptisch formulierte Deutsch zu entschlüsseln. Doch auch eine Umfrage, die realistischerweise ein verheerendes Ergebnis für den Support liefern müsste, wird nichts ändern. Ich kenne keinen Händler, der wirklich zufrieden ist. Viele Firmen haben bereits extra Personal eingestellt, das sich ausschließlich mit der Bearbeitung von Support-Fällen beschäftigt. Amazon wird erst händlerfreundlicher werden, wenn es eine ernstzunehmende Konkurrenz gibt, zu der Händler abwandern können. Bis dahin setzt Amazon sein Machtspiel unbeirrt fort.
Ralf
09.09.2024

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Was ist da jetzt neu? Ich kann jede Antwort vom Support bewerten, schon immer.
K.I.
09.09.2024

Antworten

"Die Neuerung sei eine Reaktion auf die Wünsche der Seller" Meinung: Amazon hatte bisher kein Interesse die Wünsche der Händler zu erfüllen - es sei denn die Kassen bei Amazon werden dadurch noch weiter gefüllt. Amazon hätte in der Vergangenheit alle Informationen aus den Verkäufer Foren zur Verbesserung des "Supports" analysieren können! Alles wieder Augenwischerei was Amazon dort betreibt. Es hat andere Hintergründe.