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So läuft der gezielte Missbrauch gegen Amazon-Seller

Veröffentlicht: 06.01.2026
imgAktualisierung: 06.01.2026
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 2 Min.
06.01.2026
img 06.01.2026
ca. 2 Min.
App-Symbole auf einem Smartphone-Bildschirm, darunter Amazon mit Einkaufswagensymbol, HBO GO, eBay und Twitter.
Mactrunk / Depositphotos.com
Immer mehr Amazon-Händler:innen sind von missbräuchlichen Markenanmeldungen betroffen. So funktioniert das System.


Immer häufiger berichten Online-Händler:innen über plötzliche ASIN-Sperrungen auf Amazon, ausgelöst durch angebliche Markenrechtsverletzungen. Dahinter steckt oft keine echte Schutzstrategie, sondern ein gezielter Missbrauch rechtlicher Mechanismen – häufig initiiert durch ausländische Antragsteller:innen (z. B. aus China).

Das Ziel: Die Sperrung wirtschaftlich erfolgreicher Angebote, gefolgt von Erpressungsversuchen. Die Plattformmechanik macht es möglich – die Händler:innen tragen den Schaden.

Typischer Ablauf: So funktioniert das System

  • 1. Markenanmeldung: Ein Dritter meldet eine neue Marke an, oft exakt passend zur Produktnische eines erfolgreichen Amazon-Seller-Accounts.
  • 2. Infringement-Meldung: Kurz nach Registrierung erfolgen Meldungen über angebliche Markenrechtsverletzungen.
  • 3. Automatisierte Sperrung durch Amazon: Ohne vertiefte Prüfung deaktiviert Amazon betroffene ASINs – die Sichtbarkeit und der Umsatz brechen ein.
  • 4. Erpressung: In manchen Fällen folgen direkte Zahlungsaufforderungen über Kanäle wie Telegram.

Beispiel aus der Praxis:
Ein aktueller Fall der Kanzlei LHR zeigt das perfide Vorgehen der Konkurrenz auf: Ein deutscher Händler wurde nach ASIN-Sperrung zur Zahlung von 20.000 USD aufgefordert – mit der Drohung weiterer Take-Downs bei Nichtzahlung.

Dieses Vorgehen funktioniert nicht nur deswegen so gut, weil bei Amazon die meisten Prozesse automatisiert ablaufen, sondern auch wegen der behördlichen Abläufe: Weder EUIPO noch DPMA prüfen ältere Rechte bei einer Markenanmeldung. Hinzu kommt noch, dass Widerspruchs- oder Löschungsverfahren Zeit benötigen; die Sperre wirkt sofort.

Was betroffene Händler:innen tun können

✅ Vorbeugung: Schutz statt Reaktion

  • Frühzeitig eigene Marke anmelden (national, EU-weit oder international je nach Zielmarkt).
  • Schutz auf relevante Waren- und Dienstleistungsklassen ausrichten.
  • Auch Wort-/Bildmarken prüfen, wenn Logos oder Verpackungen geschützt werden sollen. 

✅ Im Ernstfall richtig reagieren

  • Sofort dokumentieren: Screenshots, E-Mails, Markenregisterauszug, Verkaufszahlen.
  • Amazon strukturiert informieren: Klare Darstellung der Rechtslage, Hinweis auf Widersprüche/Löschungsverfahren.
  • Juristische Schritte einleiten: Widerspruch gegen die Marke (innerhalb der Frist, meist 3 Monate), Löschungsantrag wegen Bösgläubigkeit (strategischer Missbrauch), gegebenenfalls zivilrechtliche Schritte wegen Erpressung oder unlauterem Wettbewerb.

Tipp: Der Nachweis einer älteren Benutzung kann entscheidend sein. Screenshots, Rechnungen oder Kataloge mit Zeitstempel sind hilfreich.

⚠️ Zahlungsaufforderungen über Telegram & Co. nie ignorieren; aber auch nicht zahlen

  • Solche Forderungen sind kein legitimer Verhandlungsversuch, sondern ein Hinweis auf kriminelles Verhalten.
  • Anzeige bei Polizei prüfen.
  • Kommunikation sichern.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 06.01.2026
img Letzte Aktualisierung: 06.01.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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johfrit@yahoo.de
15.01.2026

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Ergänzung: A. ignoriert unzählige Hinweise auf Markenrechtsmissbräuche: z. B. ist aus unzähligen Akkus oder Zubehör ein ein Mobilfunk Krause , SPES Mobile Akku mit Fotos der originalen Samsung oder Huawei Produkte mit Hersteller Logo geworden. Die selben Produkte sind dann auf eBay Samsung Produkte nicht mehr Krause Xianjamg Akkus. Dafür sperrt A. von uns Hersteller Produkte weil die Herstellerbezeichnung (MÖGLICHER Markenmissbrauch) drauf ist. Auf ein Siemens Produkt ist Siemens auf dem Foto. Keine Chance auf Lösung! Amazon ignoriert Hinweise.
johfrit@yahoo.de
15.01.2026

Antworten

ich stimme Jeanette zu. Wir werden den Vertrieb einstellen (Rente). Meine Partnerin hat sich einen Behördenjob gesucht. Ich erhalte täglich Angebote von Telekommunikationsanbietern aller Art. Inzwischen verhindert A. unter diversen Gründen den Vertrieb. Egal ob Handy, Handytasche, Tablets Smartwatches etc.. Oft genug kann ich 1-3 Tage ein Produkt anbieten und danach erfolgen Produktsperren - "Freischaltung" erforderlich. Kauft man also große Mengen ist das ökonomisches Roulette. Gefühlt den HB hundertmal aufgefordert tätig zu werden. Nichts passiert!!! warum nicht. Meine Bundestagsabgeordnete Frau Eichwede (SPD) (rechtspolitische Sprecherin der SPD) persönlich dazu gesprochen und ihr danach schriftlich dargelegt wie A. uns misshandelt -Produkt und Kontosperren Buy-box Benachteiligung usw.. Dazu gab es dann auch ein Gespräch von ihr mit A.. Dabei äußerte sich A. ausweichend. Es wurde ein angeblicher Endkundenschutz vorgeschoben. Das ist aber keine Lösung für uns Händler. Auch die Verbraucherverbände ist diese Buy--box Verarschung egal, obwohl die Verbraucher viel zu viel bezahlen.
Jeanette Van Kemper
10.01.2026

Antworten

Tja Aus wirtschaftlichen Gründen wird man Als Händler nicht unbedingt je nach Größe zum Beispiel markenrechte anmelden wollen vor allem Sind sowas die Marge beziehungsweise gibt dem Verbraucher dann nur erhöhte Preise an die Hand, was volkswirtschaftlich eine Drecks Schweinerei ist. Also als Verbraucher möchte ich es möglichst preiswert haben. Auch hier zeigt sich mal wieder das Amazon nur mit Nicht nur meiner Meinung nach kriminellen Bandagen kämpft und wer weiß eigentlich ob nicht letztendlich Amazon selber dahinter steckt. Bei diesem Moloch von Marktplatz weißt du nie. Also eigentlich sollten alle Händler Amazon meiden und die in ihrem ganzen Mist denn sie selber machen ersticken lassen und dann sollte die EU eine Klage nach der andern Über Amazon ausbreiten und der europäischen Union komplett vertreiben wenn die nicht einsichtig werden und ihre Machenschaften sein lassen. Zumindest ist es so dass die nur mit einer flapsige Prüfung dann irgendwelchen Firmen Oder Scheinfirmen dann Recht geben was einfach nicht richtig sein können auch die müssen prüfen prüfen prüfen und dafür hätten Sie die Mittel. Ich bin nicht mehr als Händler tätig war das aber fast 20 Jahre lang Bei eBay und mit eigenem Shop auch fast ebenso lang Aber nur ein paar Jahre bei Amazon Weil ich Selbst Unter Amazon modern Machenschaften gelitten hab. Es vergeht ja kaum ein Tag und nicht irgendein EU Mensch versucht eine Klage gegen amazon an zu leiern. Das kommt doch nicht von irgendwoher warum geht man nicht viel viel härter gegen amazon vor und warum kaufen dort Kunden überhaupt noch warum gibt es keine Berichterstattung der Presse. Es gibt genug andere Marktplätze die denn Platz von Amazon einnehmen könnten und mich interessiert nicht dieses ganze andere schwenzel von Amazon mit Prime und schneller Lieferung und irgendwelchen Logistikketten mit Flugzeugen noch und noch und so weiter und so weiter