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Einbehaltene Zahlungen: Amazon will Händlern besseren Überblick verschaffen

Veröffentlicht: 08.10.2024
imgAktualisierung: 08.10.2024
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.10.2024
img 08.10.2024
ca. 2 Min.
Amazon-Logo auf einem Smartphone
dimarik / Depositphotos.com
Amazon will Händlerinnen und Händlern eine bessere Übersicht über zurückgehaltene Zahlungen verschaffen. Eine Neuerung wurde angekündigt.


Immer wieder gab es bei Sellern in der Vergangenheit Fragen und Probleme rund um zurückgehaltene Zahlungen durch Amazon. Solche einbehaltenen Gelder gehören auf dem Marktplatz seit Jahren zum internationalen Standard. Die entsprechenden Rücklagen, die durch die Einbehaltung von Verkaufserlösen entstehen und die auf dem Lieferdatum basieren (bekannt als „Lieferdatum+7“ beziehungsweise „DD+7“), werden dann für eventuell anfallende Erstattungen durch Garantiefälle oder Rücksendungen verwendet.

Um Händlerinnen und Händlern einen besseren Überblick über ihre einbehaltenen Gelder zu bieten und somit eine bessere Orientierung zu schaffen, hat Amazon eine Neuerung im Backend angekündigt: Auf der Übersichtsseite Zahlungen gibt es einen neuen Status namens „Zurückgestellte Transaktionen“.

Neuerung ab Herbst

„Ab dem 1. November werden Rücklagenbeträge nach Lieferdatum als zurückgestellte Transaktionen im Feld ‚Gesamtsaldo‘ oben auf der Übersichtsseite Zahlungen angezeigt. Bis dahin können sie weiterhin im Feld ‚Rücklage auf Kontoebene‘ auf Ihrer Übersichtsseite Zahlungen und in den Berichten angezeigt werden“, schreibt Amazon in einer Meldung im SellerCentral

Ausgenommen von dieser Änderung sind hingegen Verkaufspartner, die nicht von der Richtlinie zum Lieferdatum betroffen sind: Bei ihnen wird die Übersichtsseite auch nicht angepasst.

Weitere Informationen erhalten die Seller dann durch einen Klick auf den Saldo. Um zu erfahren, aus welchen Bestellungen sich der Saldo zusammensetzt, warum die Rückstellungen gebildet werden und wann die Gelder voraussichtlich ausgezahlt werden, können Seller die Seite „Transaktionsansicht“ einsehen. Auch ein Download detaillierter Berichte steht zur Verfügung. Laut Amazon ist der Weg hierfür folgendermaßen: Repository für Abrechnungsberichte > Art des Berichts > Zurückgestellte Transaktion > Bericht anfordern.

Feedback erwünscht

Weitere Einzelheiten zu den Prozessen erläutert Amazon auf den Hilfeseiten. Außerdem zeigt sich das Unternehmen interessiert daran, wie Marktplatz-Anbieter die Neuerung aufnehmen. Entsprechendes Feedback kann per Mail an seller-payments-experience@amazon.com gesendet werden.

Änderungen bei Rücklagen für deutsche Seller

In den letzten Monaten kochte das Thema der Rücklagen-Prozesse bei deutschen Sellern auf, da in der Vergangenheit nicht bei allen Konten Rücklagen gebildet wurden oder dabei etwa das Versanddatum – und eben nicht das Lieferdatum – als wichtiger Ankerpunkt festgesetzt wurde. 

Im Sommer 2023 informierte der Konzern allerdings seine hiesigen Marktplatz-Händlerinnen und -Händler über die Anwendung einer neuen Basisrichtlinie für Rücklagen, sodass sich auch bisher nicht betroffene Unternehmen mit dem Prozedere auseinandersetzen mussten. Laut Amazon sei die Neuerung lediglich eine Angleichung an die hauseigenen internationalen Standards. Manche Anbieter nutzten die Möglichkeit, die Umstellung aufzuschieben, da sie mit der Änderung durchaus auch einen negativen Einfluss auf den Cashflows erwarten. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 08.10.2024
img Letzte Aktualisierung: 08.10.2024
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
6 Kommentare
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Nicky
27.12.2024

Antworten

Ich bin etwas verärgert und finde es unmöglich wie amazon hier vorgeht. Am 8.12. habe ich aufgrund der gesunkenen Verkaufszahlen auf Einzellanbieter umgestellt. Nun muss ich feststellen, dass amazon mir für die zurückgestellten Transaktionen die Verkaufsgebühr von 0,99€ +Steuer berechnet, weil das Geld erst nach dem 8.12. auf meinen Konto freigegeben wird. Das kann doch so nicht richtig sein. Der Kunde ist doch vor dem 8.12. den Kaufvertrag eingegangen und beim Verkauf werden ja auch Gebühren für den Verkäufer angezeigt, welche dann am Ende von amazon nicht eingehalten werden. Wäre sehr spannend zu wissen ob das rechtlich wirklich vertretbar ist.
Meny
18.10.2024

Antworten

Dieses Geldeinbehalten von AMAZON ist eine Frechheit sondergleichen. Die sperren einfach das Verkäuferkonto durch Fadenscheinheiligkeit. Der Support Druckt sich hin und her, und Hilfe gleich null. Schreibt am an Amazon und sendet Dokument, die in Ordnung und klipp und klar sind, bekommt man wieder und wieder, dass diese Dokument nicht ausreichen sind als Antwort. Und das geht über einen längeren Zeitraum.
Robert P.
12.10.2024

Antworten

Ich mir auch nicht sicher, ob diese Art der Zurückhaltung von Zahlungen rechtlich einwandfrei ist. Es gibt überall konkrete Angaben wann eine Zahlung fällig wird, sei es bei Gebühren, oder bei Zahlungsverpflichtungen (Rechnungen, Kredite usw.). Die Art und Weise wie Amazon diese Zahlungen der Verkauferlöse einbehält, widerspricht - in meinen Augen - allen rechtlichen Vorgaben. Es kann nicht sein, dass man erst weiß wann die Zahlung freigegeben wird, wenn die Lieferung bei den Kunden angekommen ist. Je nachdem wie schnell ein Versandunternehmen ist und wann die Kunden ihre Lieferung in einer Filiale, oder Packstation abholen, kann es zu weiteren Verzögerungen kommen. Es gibt auch Kunden die ihre Lieferungen nicht abholen und dann zu den Händlern zurück gehen, also weitere Verzögerungen, ganz zu schweigen von Lieferungen die verloren gehen. Zusätzlich gibt es auch noch die unklaren Zustellzeiten bei EU- und weltweiten Versand. Je nach Lieferland kann das auch schon mal mehrere Wochen dauern. Offen bleibt auch, wie Amazon bei den offiziellen Rücksendungen vorgeht. Über was werden diese bezahlt, direkt über den dazugehörigen Auftrag (evtl. auch wenn die dazugehörige Zahlung zeitlich noch gar nicht freigegeben wurde), oder einfach über das Gesamtguthaben? Letzteres würde dem Sinn und Zweck der Rücklagen widersprechen. Noch haben wir - seit unserer DD+7 Umstellung - noch keine Rücksendung gehabt. Aktuell haben wir uns auch die verschiedenen Angaben zu den Verkäufen bei Amazon einmal angeschaut. Es ist eigentlich ein komplettes Durcheinander. Zwar steht bei den Transaktionen „Datum der Zahlungsfreigabe“ und „Grund der Zurückstellung“, aber das Datum für die Zahlungsfreigabe kann sich täglich ändern, bis halt die Lieferung wirklich angekommen ist. “Rücklage auf Kontoebene” ist bei uns immer 0,00€. Wie von anderen bereits angemerkt, ist diese Zahlungsweise ein Dauerkredit für Amazon auf unsere Kosten. Dieses sollte rechtlich einmal konkret überprüft werden.
Joe
10.10.2024

Antworten

Ja, Kredit Finanzierung für Amazon durch Händler... Als Amazon weitere Standpunkte errichten wollte, waren plötzlich Tausende Konten Gesperrt... Wir mussten 3 Woche lang Gewerbeschein, Meldebescheinigung, Einkaufsrechnungen, und so weiter nachweisen. und jedes mal, war es ein anderer Grund, und plötzlich als Amazon die Finanzierung der Gebäude abgesagt wurde, wurde auch das Geld 3 Tage später freigegeben... Ein Schelm wer böses dabei denkt...
Robert
09.10.2024

Antworten

Die Frage ob das rechtlich erlaubt ist, ist glaube ich bis dato noch nicht ausgiebig abgeklärt worden. Meiner Ansicht nach, holt sich Amazon durch dieses Verfahren Kredite zu 0 % Zinsen, die von uns Händlern finanziert werden. Meiner Ansicht nach ist das eine sehr enge rechtliche Kiste. Bekanntermaßen hält sich Amazon meistens selbst nicht an europäische Gesetze bzw. sieht diese nicht so strikt. Aber wehe eines ihrer zahlreichen Richtlinien wird nur minimal überschritten, dann kommt die Dauer-Psychokeule - Ihr Verkäuferkonto ist gefährdet, bitte legen Sie Beweise vor, die beweisen dass Sie bei Amazon verkaufen dürfen usw. Leider ist Amazon immer noch der größte Umsatzbringer. Ich erhoffe mir immer noch Alternativen um dem großen Fluß mal langsam austrocknen zu lassen.
Eric
09.10.2024

Antworten

Das ist einfach eine Frechheit und nichts weiter. Die Rücklagen sind völlig unverhältnismässig! Ich verkaufe zb. überwiegend Artikel um die 30-50 Euro - wozu braucht man dann Rücklagen von 2000 Euro? Das ist absurd. Amazon arbeitet mit diesem Geld. Rechnet man die Händler X die Rücklagen, kommen wahrscheinlich Milliardenbeträge raus, die Amazon zur Verfügung stehen. Amazon wird somit zu einer Bank, die das Geld anlegen oder investieren kann. Alleine über Tagesgeld Konten, könnten jeden Tag mit diesem Geld Millionen generiert werden! Völlig ohne Risiko. Als ob Amazon nicht schon genug Geld hätte, wird wirklich jeder kleinste Händler damit unter Druck gesetzt. Widerwärtig.