Auszahlungsrichtlinie: Amazon verlängert Frist zur Umstellung erneut

Veröffentlicht: 30.09.2025
imgAktualisierung: 30.09.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 1 Min.
30.09.2025
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Icon Amazon Seller auf Smartphone
bigtunaonline / Depositphotos.com
Eigentlich sollte ab heute die neue Auszahlungsrichtlinie bei Amazon gelten. Nun hat der Marktplatz diese erneut aufgeschoben.


Kurz vor knapp gibt Amazon seinen Händlern mit Blick auf die neue Auszahlungsrichtlinie erneut einen Aufschub. Eigentlich sollte die Ausnahme für die Rücklagen-Richtlinie zum 30. September auslaufen, nun wurde die Frist erneut verlängert. Neues Umstellungsdatum: 12. März 2026. Dieses Datum gilt allerdings nur für Deutschland. Für die anderen Länder hat Amazon abweichende Fristen gegeben, über die Händler im Seller Central informiert werden.

Auszahlung erst nach Lieferung

Mit der Regelung „Delivery Date + 7“ – also Lieferdatum +7 – erhalten Verkäufer ihre Einnahmen künftig erst sieben Tage nach bestätigter Lieferung. Damit will Amazon sicherstellen, dass ausreichend Guthaben im Seller-Konto verbleibt, um Rückerstattungen, Garantieansprüche oder Rückbuchungen abzudecken.

Für Händler könnte dies allerdings zu Liquiditätsproblemen führen, wenn diese durch lange Lieferzeiten erst deutlich später ihr Geld erhalten als bisher.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 30.09.2025
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Redaktion

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8 Kommentare
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ralf
01.10.2025

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Bei Sendungen ohne Sendungsnummer, wird der späteste angenommene Lieferzeitpunkt der bei der Bestellung angegeben ist, genommen und darauf + 7 berechnet. Bei verspäteter Versendung, wer also mal eine Bestellung z.B. einen Tag später verschickt als er sollte, so wird der neu errechnete Lieferzeitpunkt genommen. So wa damals die Auskunft von Amazon.
Andreas S.
01.10.2025

Antworten

Ich frage mich ehrlich gesagt viel mehr, ob es tatsächlich Händler gibt, deren Finanzlage wirklich so schlecht aussieht, dass sie keine 10 oder 12 Tage überleben können, wenn sie das Geld nicht sofort erhalten. Sind solche Firmen dann nicht sowieso schon am Rande des Existenzminimums angekommen? Man sollte doch eigentlich schon länger als nur „ein paar Tage“ überleben können, oder sehe ich das falsch? Das Geschäft, mit dem ich bei Amazon verkaufe, ist zwar bisher noch „nur“ ein zweites Standbein, aber es trägt sich schon seit dem 2. Monat komplett selbst und es kommt auch locker bis zu 2 Monate ohne Einnahmen aus. Da sind diese „+7“ Tage ehrlich gesagt wirklich nicht der Rede wert. Dass Amazon uns für das Zurückhalten Zinsen zahlen sollte und es tatsächlich etwas zu weit geht, das will ich damit nicht mal unter den Tisch fallen lassen. Das ist wirklich mal wieder ein Arschtritt für uns Händler.
NiSca
30.09.2025

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Mich interessiert, was ist mit den Sendungen, die keine Sendungsverfolgung und damit kein bestätigtes Lieferdatum haben, z.B. Briefsendungen? Es wird ja jetzt schon von Amazon dem Kunden "vermittelt", das sich die Sendung verspätet oder "möglicherweise verloren gegangen" ist, weil für diese Sendungen keine von Amazon akzeptierte Sendungsverfolgung existiert. Wann bekommt man das Geld für diese Verkäufe ausgezahlt? DD+7 kann ja dort nicht funktionieren.
Michael
01.10.2025
Das würde mich auch brennend interessieren
Robert
01.10.2025
In diesem Fall nutzt Amazon ein vorgegebenes Lieferzeitfenster (basierend auf deiner angegebenen Lieferzeit + pauschale Schätzung). Erst nach Ablauf dieses Zeitfensters beginnt die Haltefrist für die Auszahlung. Du gibst zum Beispiel an: Lieferzeit 3–5 Tage, dann setzt Amazon ein fiktives „Lieferdatum“ (z. B. +5 Tage). Deine Auszahlung erfolgt dann Lieferdatum (geschätzt) + 7 Tage. Das heißt: Deine Auszahlung verzögert sich entsprechend – oft sind das real eher 10–14 Tage nach Versand. Das Ganze lässt sich übrigens bei Amazon nachlesen, sollte man als Händler ab und zu mal machen.
Patrik
30.09.2025

Antworten

Idealerweise schenkt man Amazon mögliches Guthaben. Und sämtliche Erspärnisse dazu. Noch besser wäre natürlich, Amazon zahlt Zinsen für zurückgehaltene Guthaben an Händler... wie das so üblich ist (hab' ich irgendwo gelesen). Langsam muss man sich tatsächlich überlegen, ob der Handel bei Amazon noch Sinn macht. Vorausgesetzt man hat andere Möglichkeiten.
ralf
01.10.2025
Das müsste z.B. gesetzlich geregelt sein, dass Geld, welches einbehalten wird, Zinsen anfallen. Überall ist das so, warum auch nicht hier in dem Fall. Amazon holt sich bei hunderttausenden von Händler einen kurzfristigen zinslosen Kredit. Hier geht es um Milliarden. Was bringt wohl eine Milliarde in 10 Tagen (Lieferzeit + 7 Tagen) an Zinsen und vermutlich sind es ein paar Milliarden. Selbst bei 1 % effektiven Jahrszinns, wären das 273.972,60 Euro Zinsen für 10 Tage für Nixtun. Im Jahr wäre das 9.863.013,60 Euro, also wenn Amazon 1 Mrd. Händlercapital 10 Tage später ausbezahlt.
Jendris
29.01.2026
Herr Bezos nimmt sich von allen Händlern ein zinsloses Darlehen. Und nicht für 10 Tage, sondern dauerhaft. Die Begründung "Damit will Amazon sicherstellen, dass ausreichend Guthaben im Seller-Konto verbleibt, um Rückerstattungen, Garantieansprüche oder Rückbuchungen abzudecken." ist ein Witz, vorgeschoben und entspricht nicht den Tatsachen. Wir haben im Jahr, wohlgemerkt im ganzen Jahr, ca. 300 Euro, die von Amazon für A-Z aus unserem Guthaben an den Kunden ausgezahlt werden. Seit 20 Jahren ist immer ein Guthaben auf dem Konto. Und nun sollen wir einen 10 Tages Umsatz im 5 stelligen Bereich als Sicherung hinterlegen. Dauerhaft. Da fehlt mir die Verhältnismäßigkeit.