Amazon: Weniger Händler:innen – aber mehr Umsatzriesen

Veröffentlicht: 13.08.2025
imgAktualisierung: 13.08.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
13.08.2025
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ca. 2 Min.
Großaufnahme des App-Symbols der Amazon-Seller-App auf Smartphone
bigtunaonline / Depositphotos.com
Auf dem Marktplatz gibt es immer mehr Verkäufer:innen, die sehr hohe Umsätze erzielen. Allerdings sinkt die Händlerzahl insgesamt.


Immer mehr Händler:innen können bei Amazon offenbar besonders erfolgreich verkaufen: Die Zahl der Verkaufspartner:innen, die auf dem Online-Marktplatz Millionenumsätze erwirtschaften, hat sich weltweit verdoppelt und liegt nun bei 100.000. Vor vier Jahren waren es noch 60.000 Händler:innen.

Einen noch stärkeren Anstieg gibt es bei jenen, die pro Jahr sogar mindestens 100 Millionen US-Dollar Umsatz auf einem einzigen Amazon-Marktplatz erwirtschaften. Das trifft aktuell auf 230 Verkäufer:innen zu, 2021 lag dieser Anteil noch bei 50. Das zeigt eine Erhebung des E-Commerce-Datenanalysten Marketplace Pulse, die die Umsatzverteilung auf den verschiedenen Amazon-Marktplätzen ausgewertet hat.

Kleinere Unternehmen ziehen den Kürzeren

Die Zahlen zeigen: Wer sich anpasst und inmitten der zahlreichen Vorgaben, steigender Gebühren und hohem Margendruck behauptet, könne überproportionale Gewinne erzielen. Damit habe sich Amazon von einer Plattform „für unternehmerische Experimente“ zu einer professionellen Infrastruktur für etablierte Händler:innen entwickelt. Erfolgreiche Verkäufer:innen konkurrieren dabei sogar weniger um die Aufmerksamkeit der Kundschaft, denn der Traffic pro Verkäufer:in stieg um knapp ein Drittel an.

Doch nicht alle können auf diesem hochprofessionellen Level mithalten. 2021 gab es laut Marketplace Pulse noch etwa drei Millionen aktive Verkäufer:innen mit gelisteten Produkten. Diese Zahl sei mittlerweile um 10 Prozent gesunken.

„Die oberen Umsatzbereiche wuchsen schneller als die unteren, was darauf hindeutet, dass erfolgreiche Verkäufer mit zunehmender Reife des Marktplatzes weiter vorankommen. Für diejenigen, die sich in der zunehmend komplexen Umgebung von Amazon zurechtfinden, zeigen die Daten, dass die Chancen noch nie so groß waren. Für alle anderen war es noch nie so schwierig wie heute, wie die sinkende Zahl der Verkäufer zeigt.“

– Ben Donovan von Marketplace Pulse resümiert die Analyseergebnisse

Hoher Anteil chinesischer Verkäufer:innen auf Amazon

Als besten Absatzkanal stufte Marketplace Pulse den US-Marktplatz ein: Von den 235 Verkäufer:innen mit einem Umsatz von 100 Millionen US-Dollar sind allein 146 auf Amazon.com aktiv. 43 Prozent aller US-Marktplatzverkäufer:innen erwirtschaften jährlich 100.000 US-Dollar oder mehr. Auf Rang zwei der Marktplätze mit dem höchsten Umsatz folgt bereits Deutschland. 34 Prozent der Verkäufer:innen erzielen auf Amazon.de über 100.000 US-Dollar Umsatz. Weltweit sind es durchschnittlich 19 Prozent.

Besonders erfolgreich sind in den USA allerdings nicht lokale, sondern chinesische Unternehmen. So sind zwar von den 146 führenden US-Marktplatzverkäufern nur 22 Unternehmen in China und 117 in den Vereinigten Staaten ansässig. „An der Millionen-Dollar-Schwelle sind jedoch 57 Prozent der rund 51.000 Amazon.com-Verkäufer chinesisch und 39 Prozent amerikanisch“, heißt es in der Auswertung.

Die jüngsten Quartalszahlen von Amazon belegen die Stärke des Marktplatzgeschäfts insgesamt: Die Erlöse der Dienstleistungen für Verkaufspartner:innen wuchsen auf 40,3 Milliarden US-Dollar an – ein Plus von 11 Prozent. 

Veröffentlicht: 13.08.2025
img Letzte Aktualisierung: 13.08.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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johfrit@yahoo.de
19.08.2025

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Durch die von uns schon häufiger genannten Wettbewerbsbehinderungen insbesondere auch zum Nachteil für kleinere Händler u.a. Nachweis Mindestkauf von 10 St., nicht älter als 180 oder 360 Tage, Nichtzulassen von vielen Angeboten oder Löschen von unzähligen Angeboten wegen "Verstoß gegen unbekannte Richtlinien" wird A. immer unattraktiver.
Tobias
19.08.2025

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"Wer sich anpasst und inmitten der zahlreichen Vorgaben, steigender Gebühren und hohem Margendruck behauptet, könne überproportionale Gewinne erzielen." Ähm -> Nein. Umsatz ist nicht Gewinn... Von Gewinn wird im Artikel eigentlich nicht gesprochen....