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Amazon verschärft FBM-Regeln – Händler sind sauer

Veröffentlicht: 01.07.2026
imgAktualisierung: 01.07.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
01.07.2026
img 01.07.2026
ca. 2 Min.
Amazon-Kartons
Oleksandr_UA / Depositphotos.com
Amazon verschärft ab Juli die FBM-Anforderungen mit neuen Lieferquoten und kürzeren Bearbeitungszeiten. Von Händlern hagelt es Kritik.


Amazon hat eine Aktualisierung der Anforderungen für „Versand durch Verkäufer“ (FBM) angekündigt. Die neuen Regeln greifen stufenweise zwischen Juli und Oktober 2026 und betreffen Lieferquoten, Bearbeitungszeiten sowie grenzüberschreitende Sendungen. Das sorgt für teils harsche Kritik von den Händlern.

Was sich ändert

Ab dem 15. Juli 2026 verlangt Amazon von FBM-Händlern eine On-Time Delivery Rate (OTDR) von mindestens 90 Prozent. Wer diesen Wert ab dem 1. September nicht erreicht, riskiert laut Amazon die Deaktivierung betroffener Angebote oder den Verlust der Möglichkeit, neue FBM-Produkte einzustellen. Ab dem 30. September kommt eine zweite Kennzahl hinzu: eine Zustellquote von 90 Prozent innerhalb der Geschäftszeiten von Amazon-Business-Kunden. Bei den Bearbeitungszeiten stehen auf Kontoebene ab Juli nur noch die Optionen „0 Tage“ und „1 Tag“ zur Verfügung – bisherige Zwei-Tage-Einstellungen werden automatisch umgestellt. Zusätzlich müssen Händler ab dem 1. Juli neue EU-Zollreformvorschriften für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern beachten.

Verantwortung ohne Kontrolle

Händler, die FBM nutzen, sind von den Neuerung eher nicht begeistert. Der am häufigsten genannte Kritikpunkt: Viele Faktoren, die in die neuen Kennzahlen einfließen, liegen aus Sicht der Händler nicht in ihrer eigenen Hand. Ein Verkäufer verweist etwa darauf, dass verspätete Sendungen in seinem Fall ausschließlich auf den Transportdienstleister oder den Empfänger zurückzuführen seien, nicht auf ihn als Versender.

Ein anderer Kommentar bringt es zugespitzt auf den Punkt: „90 % pünktliche Lieferung als verbindliche Quote – inklusive aller Faktoren, die ich nicht steuere (Transportdienstleister, Zoll, Kunde nicht zu Hause). Die Verantwortung liegt bei mir, die Provision bei euch. Verstanden“, kommentiert ein Händler im Sellercentral ironisch.

Automatisierung als Zwang

Mehrfach wird kritisiert, dass die automatische Bearbeitungszeit („Automated Handling Time“) Lieferversprechen im Namen der Händler abgibt, die diese anschließend erfüllen müssen. Ein Kommentar weist zudem auf einen Zielkonflikt hin: Wer die eigene Bearbeitungszeit bewusst höher ansetzt, um Lieferengpässe abzufedern, gerate durch die automatische Anpassung in eine ungenauere und damit riskantere Position. „Bestellungen zählen nicht gegen meine Quote, wenn ich automatische Bearbeitungszeit, Versandautomatisierung und ,Versandentgelt kaufen‘ aktiviere. Der einzige sichere Weg, eure Kennzahl zu erfüllen, führt also über drei kostenpflichtige Funktionen. Erstaunlicher Zufall.“

Einzelne Händler berichten zudem von praktischen Problemen bei der Umsetzung, etwa der fehlenden Möglichkeit, die Bearbeitungszeit für alle Artikel gleichzeitig anzupassen. Einige erwägen bereits, stärker auf andere Verkaufsplattformen zu setzen, da der monatliche Umsatz dort inzwischen den Jahresumsatz auf Amazon übertreffe.

Ähnliche Debatte auch in den USA

Die Kritik reiht sich in eine breitere Diskussion ein: Bereits im Juni 2026 hatte Amazon für den US-Marktplatz angekündigt, dass hinterlegte Bearbeitungszeiten künftig exakt der tatsächlichen Versanddauer entsprechen müssen – wer regelmäßig schneller liefert als angegeben, soll die Angabe anpassen, sonst übernimmt Amazon die Kontrolle. Auch dort hatten Händler kritisiert, dass die Regelung Anreize schaffe, Bestellungen später zu versenden als eigentlich möglich, um nicht negativ aufzufallen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 01.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 01.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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Alexander
07.07.2026

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"Einige erwägen bereits, stärker auf andere Verkaufsplattformen zu setzen, da der monatliche Umsatz dort inzwischen den Jahresumsatz auf Amazon übertreffe" Welche Plattform sollte das denn sein ?
Hüseyin
04.07.2026

Antworten

Wir sind als Hersteller mit eigenem Branding auch schon lange auf Amazon, aber arbeiten seit über einem Jahr mit hochdruck dran, über Amazon unsere Verkäufe auf unseren eigenen Shop und andere Verkaufskanäle zu bündeln. Sind nun soweit, das wir auch sagen können, die Loslösung bringt echt mehr ein. Die Energie und Kosten die man an Amazon verbratet kann man auch viel besser auf die eigenen und andere Verkaufskanäle umwälzen, man hat sogar im Ende mehr Marge übrig als die man auf Amazon hätte. Gefühlt läuft auf Amazon nur noch alles über Geld. Organisches Ranking ist so gut wie tot. Wenn man nicht in Amazon Ads Geld reinballert, ist man die Rankings sehr schnell unten. Man hat das Gefühl, man ist kein Händler mehr, sondern Arbeiter von Amazon. Wir verdienen das Geld für Amazon anstatt für uns selber.
KI
04.07.2026

Antworten

Meinung: aus den USA kommt nur noch Sche..e! Bezos, Trump, Thiel, Vance, Zuckerberg, Musk und wie die alle heißen! Viele sprechen davon das diese Personen alle nur noch korrupt sind und den Hals nicht voll bekommen!
Holger
02.07.2026

Antworten

Glaubt denn wirklich jemand, dass diese Beschwerden oder die Meinungen der Händler Amazon in irgendeiner Weise tangiert? Die sitzen auf so einem hohen Ross.
ralf
02.07.2026

Antworten

Ich weiß nicht ob Amazon sich damit einen gefallen tut. Mal als Bsp. mit Lieferungen innerhalb der Geschäftszeit. Wir als Unternehmen kaufen bei einer Fa. bestimmte Waren über Amazon regelmäßig ein. Nun wird das Angebot von Amazon deaktiviert, weil der Verkäufer mit diesem Produkt die 90 % nicht erreicht, weil zufällig die ein oder andere Fa. das gleiche Produkt kauft aber ungewöhliche Geschäftszeiten hat. Nun können wir das Produkt nicht mehr über Amazon kaufen, weil es ja für Businesskunden gesperrt ist. Was bitte interessiert mich als Käufer, ob der Verkäufer bei anderen Kunden pünktlich bzw. innerhalb deren Geschäftszeit liefert, wenn er bei uns einwandfrei und pünktlich liefert. Dann soll Amazon das Angebot für die Kunden sperren, bei denen der Verkäufer nicht in der Geschäftszeit liefert und nicht pauschal für alle Kunden. Damit zwingt doch Amazon letztendlich die eigenen Käufer woanders zu kaufen.