Amazon erweitert Shop Direct: Mehr Sichtbarkeit für Händler, mehr Daten für Amazon

Veröffentlicht: 12.03.2026
imgAktualisierung: 12.03.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
12.03.2026
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Amazon auf Smartphone
Pe3check / Depositphotos.com
Amazon baut Shop Direct aus und testet mit „Buy for Me“ einen KI-gestützten Check-out auf externen Händlerseiten.


Amazon baut sein Programm Shop Direct aus und öffnet es stärker für externe Händler:innen. Über strukturierte Produktfeeds können Händler:innen ihre Sortimente bei Amazon sichtbar machen. Tauchen Suchanfragen auf, für die Amazon kein eigenes Angebot hat, werden Kund:innen direkt zu den entsprechenden Online-Shops weitergeleitet.

KI-Check-out auf Drittseiten

Ein zentrales neues Element ist Buy for Me, ein KI-gestützter Check-out auf Drittseiten. Seit Februar 2025 testet Amazon die Weiterleitung auf Händlerseiten, wenn ein gesuchter Artikel nicht im Amazon-Katalog vorhanden ist: Produktdetails und Verfügbarkeit werden innerhalb von Amazon dargestellt, der Klick führt – klar gekennzeichnet – zur externen Händlerseite.

Mit Buy for Me geht Amazon noch einen Schritt weiter: Die KI übernimmt den Bestellprozess direkt auf der Fremdseite. Kund:innen prüfen und bestätigen Lieferadresse, Versandoptionen, Steuern und Zahlungsmittel innerhalb des Amazon-Kontexts. Anschließend schließt Amazon den Kauf im Auftrag ab. Abschlüsse erscheinen wie gewohnt in „Your Orders“ sowie separat in „Buy for Me Orders“, so TechCrunch.

Wertvolle Daten für Amazon

Für Händler:innen eröffnet das Modell zusätzliche Sichtbarkeit über die Amazon-Suche und den KI-Assistenten Rufus. Gleichzeitig gewinnt Amazon tiefere Einblicke in Nachfrage, Preisentwicklungen und Sortimentstrends außerhalb des eigenen Marktplatzes – bekommt also einen erheblich vergrößerten Daten-Pool, auf dessen Basis auch das eigene Angebot angepasst werden kann.

Shop Direct ist zunächst in den USA verfügbar – auf Amazon.com, in der Amazon-App und über Rufus. Damit positioniert sich Amazon als zentraler Einkaufs-Hub, der auch außerhalb des eigenen Katalogs nahtlose Kaufprozesse ermöglicht.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 12.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 12.03.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Oli P
13.03.2026

Antworten

Das ist doch die optimale Grundlage für die Anbindung externer Seller. = Amazon beendet das Sellerprogramm und umgeht damit die diversen Probleme hinsichtlich Steuer, Produktqualität etc. aber bleibt weiterhin die zentrale Produktsuche im Internet. Seller werden sich dann vermutlich nur noch durch Werbezahlungen in der KI vorschmuggeln können. Das ist doch gleich ein mehrfacher win für Amazon!
cf
13.03.2026

Antworten

Ich frage mich, wer bei einer fehlerhaften Bestellung der amazon KI dann rechtlich verantwortlich ist. Wenn das Teil in meinem Shop direkt z.B. einen Artikel statt in Menge 1 einfach mal in Menge 1000 bestellt (und auch die Zahlung durchgeht) und es dann eine Kundenbeschwerde (natürlich bei amazon) gibt. Wenn sich amazon dann auch " gewohnt großzügig" gibt, dann erstatten sie dem Kunden das Geld und ziehen es einfach wieder ein. Und was ist dann mit Ware zurück und so? Zudem wird es zu Beginn sicher gratis sein - bis genug Händler ihre Daten freiweilig an amazon verschenkt haben - und dann kommt amazon irgendwann mit Cost per buy mit den üblichen 30% für sich selber um die Ecke und alle Händler die darauf hereingefallen sind, fangen an zu stöhnen, dass sie ohne amazon ja nicht mehr leben können.... Na, viel Spaß dabei....