Amazon treibt internationale Verkäufe kleiner Unternehmen weiter voran

Veröffentlicht: 11.07.2025
imgAktualisierung: 11.07.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
11.07.2025
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ca. 2 Min.
Markus Schöberl, Director Seller Services bei Amazon Deutschland
Markus Schöberl, Director Seller Services bei Amazon Deutschland / Amazon
KMU sind für Amazon ein wichtiger Umsatztreiber. Wie sich ihr Geschäft auf dem Marktplatz entwickelt hat, zeigt ein aktueller Bericht.


Ob beeindruckende Pralinenkreationen, besondere Gewürze oder eine Festival-Toilette – bei Amazon ist all das und vieles mehr zu finden. Viele Kund:innen nehmen auf dem Marktplatz wohl hauptsächlich die breite Palette schnell lieferbarer Waren und Produkte auf der großen Plattform wahr. Doch dahinter stecken nicht selten kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) – kleine Handelsbetriebe, Marken oder auch Einzelunternehmer:innen, wie Camping-Zubehör-Hersteller Boxio aus Mecklenburg-Vorpommern oder die Pralinenmanufaktur Bengelmann aus dem baden-württembergischen 2.000-Seelen-Dorf Unterschneidheim. Kleinunternehmen wie diese konnten auf der Plattform im Jahr 2024 erneut Verkaufserfolge erzielen, zeigt Amazons aktueller KMU-Report.

Mehr als 60 Prozent von Amazons weltweitem Handelsumsatzes werden von den Verkaufspartner:innen erzielt, sagte Markus Schöberl, Director Seller Services bei Amazon Deutschland, diese Woche bei der Vorstellung des Reports in Berlin. Allein in Deutschland nutzen rund 47.000 kleine und mittelständische Firmen Amazon als Vertriebskanal. 80 Prozent von ihnen versenden ihre Waren weltweit – und konnten ihre Exportumsätze im letzten Jahr auf 5,7 Milliarden Euro steigern. 2023 wurden noch etwa 5,5 Milliarden Euro erzielt.

KMU verkaufen rund 1.400 Produkte pro Minute bei Amazon

Zu den konkreten Umsatzzahlen deutscher KMU schweigt Amazon, macht aber Angaben zur Menge der Waren, die hierzulande umgesetzt wird: Demnach verkauften kleinen und mittleren Betriebe 2024 mehr als 750 Millionen Produkte auf dem Marktplatz – was 1.400 Produkten pro Minute entspricht. Damit konnten die Verkaufspartner:innen das Niveau vom vergangenen Jahr halten.

Händler:innen profitieren vor allem von Amazons großer Reichweite. Diese erlaubt es, neue – internationale – Kund:innen zu gewinnen sowie neue Produkte oder Geschäftsmodelle zu testen. Daneben bemüht sich Amazon auch darum, über Programme wie Quickstart Online weiteren Unternehmen den Zugang zum Online-Handel zu erleichtern. Etwa 65.000 KMU wurden im letzten Jahr über die Wissensplattform, die gemeinsam mit dem HDE betrieben wird, bei der Digitalisierung ihres Geschäfts unterstützt.

Bürokratie und Regeln hemmen kleine Unternehmen

Wenngleich Kleinunternehmen Amazon erfolgreich als Verkaufskanal nutzen können, so stehen sie dennoch vor zahlreichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Markus Schöberl verwies im Rahmen der Veranstaltung auf Zahlen aus einer gemeinsamen Studie mit dem Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW): „Obwohl 95 Prozent der exportorientierten KMUs vom europäischen Binnenmarkt profitieren, stoßen sie auf erhebliche Hürden“, erklärte Schöberl. „60 Prozent von ihnen gaben an, dass regulatorische Hemmnisse und Bürokratie ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächen, Kosten treiben, Wachstum und Innovationen bremsen.“ Zu schaffen machen Händler:innen beispielsweise Vorschriften rund um die Verpackungsregistrierung oder zur Umsatzsteuer, aber auch die günstigen Sendungen aus Drittstaaten, die den Markt überschwemmen.

Der KMU-Bericht unterstreicht darüber hinaus die Relevanz des Online-Handels generell als wichtiges Geschäftsfeld in ländlichen bzw. strukturschwächeren Gebieten: So sind etwa 20.000 der KMU, die auf Amazon verkaufen, in ländlichen Gebieten ansässig. Mit Blick auf die Verteilung nach Bundesländern zeigt sich, dass die meisten Online-Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen stammen – 10.500 an der Zahl. Allein aus Berlin verkaufen rund 2.500 KMU. In Sachsen sind es beispielsweise insgesamt 2.000. Amazon errechnete außerdem, dass die Betriebe durch den Handel auf der Plattform im letzten Jahr rund 170.000 Mitarbeitende beschäftigen konnten.

Veröffentlicht: 11.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 11.07.2025
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Christian
15.07.2025

Antworten

Ich vermute das ist ein Prestigeprojekt für auserwählte produkte. Wir versuchen seit Jahren mit Amazon zusammen zu arbeiten nur leider ohne Erfolg, da entweder Absprechpartner wechseln oder anderen technischen Problemen mit Support usw. Die Liste ist lang.
K.I
14.07.2025

Antworten

Meinung: wir ziehen uns aus den Europäischen Ländern zurück bzw. versenden erst gar nicht in diese. Die aufgeblähten Vorschriften in Punkto Batteriegesetz, Müllgebühren sind krank! Müllmafia ist sehr erfolgreich! Das verstehe ich nicht unter EU Binnenmarkt. Fleckenteppich, Bürokratie und Abzocke. In jedem Land noch einen "Bevollmächtigten" der mit abkassiert und einen der die Plattform bereit stellt, Bürokratie und und und.... Die EU ist am Ende und deren Politiker die diese Gesetzte erlassen haben entweder Lobbyisten unterwandert oder ganz weit weg von der Realität!
FBAMarke
20.07.2025
Uns geht es ähnlich. Seit 6 Jahren als Marke auf Amazon. Immer alles für die Qualität und Kundenzufriedenheit gegeben. Gute Bewertungen etc. Amazon hingegen schluckt fast 50% des brutto Umsatzes an Gebühren und Marketingkosten tendenz Jährlich steigend! Es ist kaum noch möglich einen Gewinn zu erzielen und den Aufwand lohnt es schon lange nicht mehr. Zuerst waren die Länder in Südeuropa betroffen vom Rückgang. USA ist extrem schwierig geworden. 2025 bricht Deutschland zunehmend ein. Den Käufern ist es früher wichtig gewesen bei einer Marke zu kaufen. Heute kaufen Sie bei Temu. Wenn Amazon den KMU nicht bald wieder bessere Margen ermöglicht wird es auch für Amazon eng, denn dann ziehen sich die ganzen "Scheinselbständigen" zurück, welche die ganze Arbeit machen und das Risiko tragen.