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Amazon FBM: Lieferquoten, Bearbeitungszeiten und Zollregeln werden strenger

Veröffentlicht: 30.06.2026
imgAktualisierung: 30.06.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.06.2026
img 30.06.2026
ca. 2 Min.
Amazon-App auf Smartphone
Pe3check / Depositphotos.com
Amazon verschärft die Anforderungen für Versand durch Verkäufer – mit Folgen für Lieferzeiten, Bearbeitungsfristen und Zollabwicklung.


Amazon passt seine Vorgaben für „Versand durch Verkäufer“ (FBM) auf dem deutschen Marktplatz an. Betroffen sind Online-Händler:innen, die ihre Bestellungen selbst versenden statt über Fulfillment by Amazon abzuwickeln. Die neuen Regeln greifen stufenweise zwischen Juli und Oktober 2026 und betreffen Lieferquoten, Bearbeitungszeiten sowie grenzüberschreitende Sendungen.

Pünktlichkeitsquote von 90 Prozent ab Juli

Ab dem 15. Juli 2026 erwartet Amazon von FBM-Händler:innen eine Rate pünktlicher Lieferungen (On-Time Delivery Rate) von mindestens 90 Prozent. Die Kennzahl gibt an, wie viele Einheiten am oder vor dem zugesagten Liefertermin ankommen. Wer diesen Wert ab dem 1. September 2026 nicht erreicht, riskiert laut Amazon die Deaktivierung betroffener Angebote oder den Verlust der Möglichkeit, neue FBM-Produkte einzustellen. Die aktuelle Quote lässt sich im Dashboard Verkäuferleistung einsehen.

Zustellung innerhalb der Geschäftszeiten für Business-Kunden

Für Lieferungen an Amazon-Business-Kunden gilt ab dem 30. September 2026 eine zusätzliche Vorgabe: Mindestens 90 Prozent der Sendungen sollen innerhalb der Geschäftszeiten der jeweiligen Kunden zugestellt werden. Ab dem 30. Oktober 2026 können bei Nichterfüllung Angebote für Geschäftskunden deaktiviert werden.

Kürzere Standardbearbeitungszeit

Da nach Amazon-Angaben bereits 90 Prozent der FBM-Bestellungen in Deutschland innerhalb eines Tages versendet werden, stehen ab dem 15. Juli 2026 auf Kontoebene nur noch die Optionen „0 Tage“ und „1 Tag“ als Standardbearbeitungszeit zur Verfügung. Konten mit aktuell zwei Tagen werden automatisch auf einen Tag umgestellt. Auf SKU-Ebene (Stock Keeping Unit, individuelle Lagerhaltungsnummer) bleiben längere Fristen weiterhin möglich. Ab dem 1. September 2026 will Amazon zudem bei SKUs, deren hinterlegte Bearbeitungszeit seit mehr als 30 Tagen über der tatsächlichen Leistung liegt, automatisch eine kürzere Bearbeitungszeit aktivieren.

Neue Zollregeln für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern

Für Sendungen, die von außerhalb der EU an eine EU-Adresse gehen, gelten ab dem 1. Juli 2026 neue EU-Zollreformvorschriften. Bei Lieferungen unter 150 Euro, die über den Import One-Stop Shop (IOSS) abgewickelt werden, müssen Händler einen zur Zollabfertigung berechtigten Transportdienst beauftragen und diesem die IOSS-Nummer von Amazon sowie die ASIN-Details der Produkte übermitteln.

Wer die geforderten Quoten nicht erreicht, wird laut Amazon mit Verbesserungsvorschlägen informiert. Empfohlen werden zuverlässige Transportdienstleister sowie realistisch eingestellte Bearbeitungs- und Transportzeiten. Zusätzlich verweist Amazon auf die automatische Bearbeitungszeit, automatisierte Versandeinstellungen und den Kauf von Versandentgelt über Amazon: Bestellungen, die mit allen drei Funktionen versendet werden, zählen nicht in die Berechnung von OTDR und Zustellquote innerhalb der Geschäftszeit.

Veröffentlicht: 30.06.2026
img Letzte Aktualisierung: 30.06.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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KL
02.07.2026

Antworten

Ein wichtiger Punkt, der im Artikel vielleicht noch ergänzt werden sollte: Nach Auskunft von Amazon wird die Pünktlichkeitsquote (OTDR) nicht nach Bestellungen oder Sendungen, sondern nach einzelnen Einheiten (Artikeln) berechnet. Das bedeutet beispielsweise: Bestellt ein Kunde 100 Stück desselben Artikels in einer einzigen Bestellung und diese eine Sendung wird verspätet zugestellt, fließen 100 verspätete Einheiten in die OTDR ein – nicht nur eine verspätete Bestellung. Das kann insbesondere für Händler mit B2B-Kunden oder Bestellungen größerer Stückzahlen erhebliche Auswirkungen auf die Kennzahl haben, obwohl tatsächlich nur eine einzige Sendung verspätet war. Meiner Meinung nach sollte dieser Aspekt bei der Bewertung der neuen 90-%-Anforderung berücksichtigt werden.
Sjaak
01.07.2026

Antworten

Wir versenden die meisten Produkte selbst, stellen jedoch fest, dass es unabhängig vom Versanddienstleister – DHL, UPS, DPD, GLS etc. – immer schwieriger wird, die Laufzeiten einzuhalten. Beeinflussen können wir nur, dass das Paket noch am Tag der Bestellung verschickt wird; danach liegt alles beim Versanddienstleister. Ehrlich gesagt kommt dabei kein Dienstleister an Amazons eigenen Lieferdienst heran. 85 % unserer Kunden-E-Mails drehen sich um Fragen wie: Wo ist mein Paket? Das Paket wurde in die Filiale geliefert obwohl ich zu Hause war, es kam keiner an die Tür. Das ist mühsam – vor allem, wenn die Versanddienstleister jedes Jahr einfach ~6 % teurer werden, ohne dass eine bessere Leistung oder höhere Qualität erkennbar ist.