In einem aktuellen Artikel des Wall Street Journal werden die Preise großer US-Handelsketten seit Beginn der internationalen Zollkonflikte untersucht. Laut der durch die Datenanalysten von Traject Data durchgeführten Untersuchung, soll Amazon die Preise zahlreicher Alltagsprodukte deutlich gesteigert haben – während sie beim Wettbewerber Walmart beispielsweise sanken. Das bestritt der E-Commerce-Riese jetzt in einem eigenen Blogpost, der die Methodik der durch das Journal beauftragten Untersuchung scharf kritisiert.
Hat Amazon an der Preisschraube gedreht?
Der kritisierte Artikel des Wall Street Journal wurde am 20. Juli veröffentlicht und vergleicht die Preise von Produkten des täglichen Bedarfs bei Amazon, Walmart und Target. Im Falle von Amazon wurden, ganz konkret, die Preise von 2.500 Produkten am 20. Januar 2025 und am 1. Juli 2025 miteinander verglichen. Unter dieser Stichprobe sollen die Preise bei 1.200 Produkten gestiegen sein, was das Journal wiederum mit den Zollstreitigkeiten in Verbindung bringt.
In seiner ausführlichen Gegendarstellung stellt Amazon zunächst klar, dass der Marktplatz insgesamt über sechs Millionen Produkte in der Kategorie „Täglicher Bedarf“ listet. Die untersuchte Datenbasis stellt damit weniger als 0,04 Prozent der Gesamtmenge dar. Weiterhin wurden die Preise nicht über einen bestimmten Zeitraum beobachtet, sondern lediglich an zwei willkürlich gewählten Daten.
Neben diesen grundlegenden methodischen Schwachstellen behauptet Amazon zudem, dass selbst bei den Produkten, die tatsächlich im Preis stiegen, faktische Fehler gemacht wurden. Diese beinhalten beispielsweise falsche Grundpreise oder die Gegenüberstellung mit Produkten, die bei den Wettbewerbern gar nicht vorrätig seien.
Amazon fühlt sich hintergangen
Das Ausmaß der Diskrepanzen hinterlässt bei Amazon auch Verwunderung, da im Vorfeld der Veröffentlichung sogar ein Austausch zwischen der Presseabteilung und dem Magazin stattfand. Wie es im Blogpost jetzt heißt, war dabei die Rede von einer Analyse auf Grundlage eines Durchschnittspreises über zwei Monate hinweg. Dieser Ansatz wurde, so Amazon, ohne weitere Absprache nachträglich geändert.
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