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Amazon beschränkt Zugang zu Bewertungen

Veröffentlicht: 11.11.2024
imgAktualisierung: 11.11.2024
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 3 Min.
11.11.2024
img 11.11.2024
ca. 3 Min.
Logo des Online-Riesen Amazon auf einem Smartphone
24K-Production / Depositphotos.com
Wieder hat Amazon Anpassungen auf dem Marktplatz vorgenommen: Offenbar sind nicht mehr alle Rezensionen immer und ausnahmslos einsehbar.


Erst kürzlich waren auf Amazons deutschem Marktplatz Änderungen an der Sterne-Anzeige aufgetaucht. Nun gibt es eine nächste Anpassung, die ebenfalls die Bewertungen betrifft. Offenbar hat Amazon damit begonnen, die Sichtbarkeit von Rezensionen zu begrenzen. Wer einen umfassenden und unbeschränkten Zugriff auf die Bewertungen von Produkten haben möchte, muss sich demnach erst in sein Konto einloggen.

„Kaum noch Rezensionen“ ohne Login

„Seit Tagen kann ich kaum noch Rezensionen lesen, wenn ich nicht mit meinem Amazon-Konto eingeloggt bin“, berichtete uns ein Leser von OnlinehändlerNews. „Soll das ein weiterer Test sein, mit dem Ziel, dass sich die Kundschaft zum Lesen der Bewertungen erst einmal auf der Plattform registrieren muss?“ 

Und auch dem Tech-Portal Golem ist die Neuerung aufgefallen. Dort heißt es noch etwas konkreter: „Wer sich zu einem Produkt gezielt vor allem die Top-Bewertungen, die negativen Bewertungen oder alle Rezensionen einer anderen Sterne-Einstufung durchlesen möchte, muss sich dafür mit einem Amazon-Konto anmelden.“

Amazon-Rezensionen: Wann besteht ein Login-Zwang?

Ein paar Bewertungen lassen sich aktuell noch ohne den Login-Zwang lesen: beispielsweise jene Rezensionen, die am Ende der Produktseite gelistet sind. In der Regel findet sich dort eine Handvoll Bewertungen, die entweder in die Kategorie „Spitzenrezensionen aus Deutschland“ fallen oder aber erst kürzlich verfasst wurden und damit in der Rubrik „Neueste zuerst“ gelistet sind. 

Rezensionen, die ein Kundenfoto enthalten, können nach aktuellem Stand wohl ebenfalls ohne Login angeschaut werden. Es reicht ein Klick auf das gewünschte Bild, wodurch sich dann das Foto in Gänze in einem überlagerten Fenster öffnet und die beigefügte Bewertung sichtbar wird.

Wer sich allerdings über diese wenigen Rezensionen hinaus informieren möchte und dann auf „Weitere Rezensionen ansehen“ klickt, wird dann aber womöglich auf die Login-Maske von Amazon weitergeleitet und somit zur Anmeldung im Konto aufgefordert. Das konnte die OHN-Redaktion im Rahmen eigener Tests nachvollziehen. 

Eine Aufforderung zum Amazon-Login gibt es, wie gesagt, ebenfalls, wenn man sich Bewertungen anschauen möchte, die ausschließlich einer bestimmten Sterne-Anzahl zugeordnet sind – also beispielsweise die separate Listung der 1-Sterne-Bewertungen etc.

Was plant Amazon mit den Bewertungen?

Der neue Login-Zwang wurde laut Golem offenbar „irgendwann nach dem 3. November 2024“ eingeführt. Weil die Neuerung bereits seit mehreren Tagen aktiv ist, wird eher nicht von einem technischen Fehler, sondern von einer gezielten Anpassung ausgegangen.

Vor einigen Tagen war außerdem aufgefallen, dass Amazon manchmal in seinen Suchergebnissen bei Produkten nur noch die groben Sterne-Bewertungen eingeblendet hatte. Eine erklärende Zahl – also die Gesamtbewertung als Kommazahl – fehlte neben der Sterne-Darstellung. Diese Darstellung ist für Kundinnen und Kunden wesentlich ungenauer und zwingt sie, sich bis zu den einzelnen Produktseiten durchzuklicken, weil hier die bewährte Kommazahl stets noch zu finden war.

Dass innerhalb kürzester Zeit gleich mehrere potenzielle Anpassungen im Bereich der Rezensionen auftauchen, lässt erahnen, dass Amazon hier weiteren Optimierungsbedarf sieht. Nicht immer setzt Amazon Anpassungen auch wirklich langfristig um. Vielmehr werden im Rahmen von Tests oft auch Potenziale ausgelotet und anhand der Resultate Neuerungen angestoßen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 11.11.2024
img Letzte Aktualisierung: 11.11.2024
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
6 Kommentare
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Markus
25.01.2025

Antworten

Jedesmal wenn man bei Amazon unzufrieden ist, weil man keine Lösung angeboten bekommt und dann eine Rezension schreiben möchte die Amazon nicht gefällt, wird diese nicht veröffentlicht. Das ist mir mittlerweile schon zum 3. mal passiert. Die Letzte Rezension die ich an Amazon gesendet hatte und Ablehnt wurde lautete: 15 € Gutschrift bei Kredittkartenzahlung nicht erhalten. Als ich den Artikel bei Amazon bestellen wollte, stand der Preis bei 203,99 € -15 € bei Kreditkartenzahlung (188,99 €). Somit habe ich mit Kreditkarte bezahlt, jedoch sind mir die 15 € nicht abgezogen worden. Nach Rückfrage mit Amazon teilte man mir mit, das die 15€ nur abgezogen werden wenn mann mit einer Amazon Kredittkarte bezahlt. Obwohl steht: mit 15 € Startguthaben zahlst du statt 203,99 € nur 188,99 € bei Kartenzahlung. Zwischensumme: 203,99 € Gutschrift auf Kreditkarte - 15 € Du zahlst bei Kartenzahlun: 188,99 € Darunter steht: Jetzt die Amazon Viesa entdecken. Bedingungen gelten. Dort steht nirgenwo, das die Amazon Visa Karte Pflicht ist um die 15 € zu erhalten. In meinen Augen ist das absolute Irrefürung.
Joe
26.11.2024

Antworten

Was Amazon will ist, das sich die Kunden anmelden um sie besser tracken und manipulieren zu können. Als Konsequenz auf den Login-Zwang habe ich gerade alle meine Rezensionen, Gute wie Schlechte, gelöscht. Das dürften so um die 40 gewesen sein. Ohne die Guten gibt's weniger Käufe und ohne die Schlechten mehr Rücksendungen. Anders kapiert Amazon das nicht.
Amazon Prime Kunde
24.11.2024

Antworten

Ich befürchte dass dieses Verhalten Amazon viel Geld kosten wird, da man sich anhand der verborgenen Rezesionen nicht mehr genügend informieren kann und man sich deshalb bei anderen Anbietern umsieht.
NoPrimeDay
14.11.2024

Antworten

Danke, dass ihr meinen Kommentar zum Anlass für euren Artikel genommen habt, liebe Redaktion! Eine Stellungnahme von Amazon zum Login - Zwang wäre noch interessant gewesen. Facebook und Co. haben schon länger die Funktion, dass nur noch wenige Inhalte ohne Anmeldung angezeigt werden und beim weiteren Scrollen eine Aufforderung zur Anmeldung erscheint. Offenbar eifert Amazon diesem Gebaren nun nach. Der Grund könnte aber auch ein gesteigertes Datensammeln durch die Hintertür sein, da der Konzern weniger Daten von Nutzenden erhält, die nicht angemeldet sind und deren Aktivitäten sich dadurch nicht vollumfänglich verfolgen lassen. Anders sieht das beim Lesen von Rezensionen nach einem Login aus.
Marcus
12.11.2024

Antworten

Das liegt mit Sicherheit daran, dass die Werbung weiter erhöht werden soll. Je mehr geklickt wird, desto besser stehen die Kassen von Amazon.
DA
12.11.2024

Antworten

Mal ganz ehrlich: Bewertungen sind so unnütz wie überflüssig. Da meint die Tine x, ihr hat die Hose nicht gepasst und Karla B schreibt bei der gleichen Größe: war mir 3 Nummern zu groß. -- Bewertungen sind nur ein Schnappschuss einer momentanen Situation oder Befindlichkeit und haben so oft GAR NICHTS mit einer Produktbewertung zu tun. Also ich lebe prima ohne. Ich fände es dringender die Anzahl der notwendigen Informationen zu erhöhen und die sollten dann der Realität entsprechen. Ach, ich bin aber auch ein Träumerle .....