Amazon ändert Verkäuferbewertungen – Text-Pflicht entfällt

Veröffentlicht: 30.07.2025
imgAktualisierung: 30.07.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.07.2025
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ca. 2 Min.
Amazon-Logo auf schwarzem Grund
rootstocks / Depositphotos.com
Bei Amazon können Kundinnen und Kunden künftig Verkäuferbewertungen abgeben, ohne Kommentare beizufügen.


Es klingt nach einer kleinen Änderung, könnte sich aber massiv auf Seller auswirken: Amazon hat angekündigt, seine Prozesse bei Verkäuferbewertungen abzuändern. Künftig können Kundinnen und Kunden entsprechende Rezensionen nur mithilfe der bekannten Sterne abgeben – die Eingabe von Kommentaren bzw. Erklärungen soll dabei keine Pflicht mehr sein, sondern lediglich als optionale Möglichkeit zur Verfügung stehen.

Eine lange Vorlaufzeit gibt es für die Neuerung nicht: Bereits ab dem 4. August 2025 soll die Änderung auf dem Online-Marktplatz greifen.

Amazon begründet Schritt mit Vereinfachung der Prozesse

Mit der Änderung will Amazon das Einreichen von Verkäuferbewertungen vereinfachen. Zudem könnten Händlerinnen und Händler dadurch „möglicherweise schneller mehr Verkäuferbewertungen“ erhalten, so der Konzern.

Laut ersten Reaktionen zeigen sich viele Händlerinnen und Händlern wenig erfreut: Ihrer Einschätzung nach sind reine Sternebewertungen nichtssagend und besitzen deutlich weniger Wert. Amazon selbst will dieses Problem offenbar nicht als Gefahr erkennen.

„Ehrliche und authentische Sternebewertungen sind eine wichtige Möglichkeit für Kunden, zu erfahren, wie Erfahrungen mit Bestellungen in der Vergangenheit von anderen Kunden wahrgenommen wurden“, schreibt der Marktplatzbetreiber in einer Mitteilung. „Dies wird dazu beitragen, die Anzahl der übermittelten Bewertungen zu steigern, wodurch Kunden mehr Informationen erhalten und Kaufentscheidungen mit gutem Gewissen treffen können.“

Widerspruch bei reinen Sterne-Bewertungen wird deaktiviert

Potenziellen Missbrauch will Amazon mithilfe seiner automatisierten Systeme aufspüren und unterbinden. Bei Bewertungen ohne Text wird die Widerspruchs-Funktion im Feedback-Manager deaktiviert. Sollten Händlerinnen und Händler dennoch Verstöße der Richtlinien vermuten, können sie eine Prüfung über die Funktion „Einen Verstoß melden“ anstoßen.

Allerdings dürfte es sich in der Praxis mutmaßlich schwierig gestalten, Verstöße aufzudecken bzw. zu beweisen, wenn einer Sternebewertung kein Kommentar beiliegt.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 30.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 30.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
10 Kommentare
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Leider ein Amazonhändler
05.08.2025

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Wann endlich vertritt der Händlerbund die vielen Tausend Händler bei Amazon richtig? So etwas ohne Mitspracherecht von über 50% des Umsatz generierenden Händlern zu entscheiden ist eine Frechheit. Ich schlage vor 3 Tage Händlerstreik aller beim Händlerbund angeschlossenen Händler! Amazon kommt so etwas von angekrochen, die merken es nur im Geldbeutel!
Martina
01.08.2025

Antworten

Wir verkaufen bei 2012 bei Amazon und haben nur rund 1600 Bewertungen. Mit den Jahren wurde es immer weniger. In der Regel kann man davon ausgehen, wenn alles glatt läuft, bewertet kaum noch jemand. Das Bewertungssystem sollte aus meiner Sicht so sein, wenn jemand nach zB 90 Tagen nicht bewertet hat, erhält der Verkäufer automatisch eine positive Bewertung. Wir haben dieses Jahr immerhin schon 5 Bewertungen erhalten, bei rund 1800 Bestellungen. Schaut sich jemand unsere Bewertungen an, könnte er meinen, wir verkaufen ja gar nichts, was vielleicht den ein oder anderen dann wieder vom Kauf abhält. Ist wie in der Gastronomie, die Leute gehen eher dahin, wo schon welche sitzen, als in einen leeren Laden.
ralf
31.07.2025

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Ich denke es geht hier um was anderes. Schaut man sich viele Händler an, dann haben die eigentlich eine bessere Bewertung als Amazon selbst. Genau das könnte Amazon ein Dorn im Auge sein. Und wenn an reine Sterne Bewertungen zulässt und womöglich die zusätzliche schriftliche Rezension umständlich bzw. erschwert, dann gibt es auch weniger negative Bewertungen die Amazon entfernen muss. Vor allem sollen vermutlich die FBM Händler noch schlechter darstehen als FBA Händler, denn die kriegen ja die negativen vermutlich weiterhin gelöscht. So will man mehr Händler zu FBA zwingen. Aber das Durchstreichen von Bewertungen und aus der Berechnung nehmen, ist eigentlich Wettbewerbsvorteil durch arglistige Täuschung. Ich erkläre das mal im Detail: Ein FBM Händler hat eine Händlerbewertung 96 % und ein FBA Händler 99% bis 100%. Für einen Käufer wird also eine Lieferung beim Kauf beim FBA Verkäufer als zuverlässiger dargestellt. Würde man aber die durchgestrichenen und aus der Bewertung genommen negative Bewertungen mit einberechnen, so käme der FBA Händler nur auf 85 %. Folglich bedeutet das, dass eine Lieferung durch den FBM weitaus zuverlässiger ist als durch FBA Händler. Folglich wird der Käufer getäuscht und dem FBA Händler durch Anzeige einer falscher Zuverlässigkeit einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Jetzt würden aber einige sagen, dass der FBA Händler nix für die negativen kann und folglich richtig wäre, diese zu entfernen, aber dann dürften im Gegenzug auch keine positive FBA Bewertungen zugelassen werden, denn dafür kann der FBA Händler ja auch nix. Zudem liegen viele negative im Bereich des Versandunternehmens und da ist der FBM Händler verantwortlich und der FBA warum auch immer, eben nicht. Aber der FBA Händler ist doch der, der entschieden hat, den Versandservice über Amazon zu machen und damit ist er doch genauso verantwortlich wenn dort was schief läuft wie der FBM Händler. Aber das würde ja Amazon eine wichtige Begründung nehmen, Händler zu FBA zu überzeugen. Dennoch, würde man dies vor Gericht bringen, würde man hier ein Wettbewerbsverstoß feststellen, denn es ist und bleibt eine arglistige Täuschung des Verbrauchers.
Varth Dader
31.07.2025

Antworten

Das ist einfach nur traurig, dass man gegen solche Entscheidungen nichts machen kann. Diese Umstellung ist ein Freifahrtschein für Kunden, die lebensgrundsätzlich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, schwachsinnige Frustbewertungen abzugeben - mal ganz abgesehen von Bewertungen, die versehentlich abgegeben werden und eigentlich für andere Bestellungen gemeint sind, Bewertungen für verbockte Zustellungen, Bewertungen von notorischen, verbohrten Nörglern und von Menschen, die lieber auf dem "Schaden" sitzen bleiben und direkt eine schlechte Bewertung abgeben als sich zusammen mit dem Händler mit dem Problem kurz zu befassen. All diese Kunden dürfen dann eine Meinung haben, die in die Leistungsbewertung des Händlers einfließt, ohne dafür einstehen zu müssen und ohne dass der Händler überhaupt weiß, was los ist. Stark.
Tanja
31.07.2025

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Vermutlich mit der Folge, dass Nutzer regelmäßig einen Stern geben, weil sie die Note 1 vergeben wollen - wie auch bei den Produktbewertungen. Wird mal wieder ein laufendes System verschlimmbessert.
K.I
31.07.2025

Antworten

Meinung: das Einreichen von Verkäuferbewertungen vereinfachen??? War selbst das für Kunden zu schwierig?? „möglicherweise schneller mehr Verkäuferbewertungen“ das ist doch richtig toll!!!??? "Amazon selbst will dieses Problem offenbar nicht als Gefahr erkennen" - wie immer! Gefühlt schon wieder extrem am Thema vorbei was Amazon abzieht! Aber aus den USA folgen seit der Trump Administration und großen Freundschaft mit Jeff Bezos nur noch Aktionen die .......!
Roland
31.07.2025

Antworten

Das ist wieder mal abartig von Amazon gegen Verkäufer!!! Keine Chance des Widerspruchs! Warum unternehmen die Speichellecker von A. in Berlin, Bonn (Kartellamt), Brüssel und irgendwelche selbsternannten Wettbewerbsverbände angebliche "Händlerhelfer" nichts???
S.K.
31.07.2025

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Also die nächste Geschichte, die die sogenannten "Experten" von amazon verbocken. Wir bekommen schlechte Bewertungen fast ausschließlich für die erbärmlichen Leistungen amazons. Nun werden wir 1-Sterne Bewertungen bekommen, die dann natürlich nicht mehr unter amazons Verantwortung laufen. Es scheint ziemlich sicher, dass inzwischen aufgefallen ist, dass Retourenquoten und schlechte Bewertungen für fba extrem gestigene sind, seit man nicht geeignete Versand"verpackungen" verwendet. Da dieses entgegen der offiziellen Verlautbarungen von amazon natürlich extrem umweltschädlich ist, und nicht umweltfreundlich, und auf Kosten der Händler geht, werden die schlechten Bewertungen gegenüber fba "versteckt". Ein weiteres Kapitel internen Versagens.
Mathias Wegener
30.07.2025

Antworten

Eines der Hauptprobleme bei den Verkäufer Bewertungen bei Amazon ist aus meiner Sicht, dass Kunden in vielen Fällen nicht zwischen der Rezension eines Produktes beziehungsweise seiner Bewertung und der Bewertung eines Verkäufers unterscheiden können. Das liegt nicht zwingend an den Kunden sondern an der undurchsichtigen Darstellungsweise von Amazon. Selbst langjährige Kunden verstehen häufig nicht wirklich den Unterschied, so meine persönliche Erfahrung. Und es ist ja zugegeben selbst wenn man den Unterschied versteht nicht wirklich leicht wohlwollend und korrekt zu bewerten. Wenn mir ein Händler beispielsweise ein Produkt zusendet, was so gar nicht meinen Qualitätsvorstellungen entspricht oder auch noch deutlich von der Produktbeschreibung abweicht, wie bewerte ich dann den Händler? Das Produkt kann ich entsprechend schlecht bewerten. Das ist noch einfach. Aber der Händler? Er hat mir das Produkt schnell und ohne Probleme zugesendet. Es war gut verpackt. Gebe ich dem Händler jetzt einen Stern oder fünf Sterne? Wenn mir ein Händler ein Produkt zusendet, was in wesentlichen Eigenschaften nicht der Produktbeschreibung entspricht, kann ich das dem Händler anlasten und ihn schlecht bewerten. Oder ich trenne Produkt und Verkäufer und rezensiere das Produkt entsprechend schlecht, bewerte den Händler aber gut, da er schnell versendet und gut verpackt hat. Was ist hier aus Sicht der Kunden die richtige Vorgehensweise? Die Kunden werden hier von Amazon vollkommen alleingelassen. Bisher war dies sehr deutlich an den abgegebenen Kommentaren zu erkennen. Zumindest in vielen Fällen. Das führte dann übrigens häufig dazu, dass bei FBA Produkten die Verkäufer Bewertung von Amazon wieder storniert wurde, weil die Bewertung sich eindeutig auf Probleme beim Versand bezog. Bei FBA hat der Händler hier keinerlei Einfluss. Zukünftig gibt es im Zweifel nur noch Sterne. Händler werden hier also zukünftig negativ bewertet werden, obwohl sie bei Problemen mit dem Versand im Rahmen von FBA keinerlei Einfluss darauf haben. Und sie werden auch nicht wissen, dass dies der Grund für die schlechte Bewertung war. Es gibt ja nur Sterne. Und Gedankenlesen kann niemand. Welchen Mehrwert eine Verkäufer Bewertung bei FBA überhaupt haben soll, ist mir ebenfalls nicht klar. Hier verkauft Amazon aus dem Lager heraus Produkte. Der Händler erscheint lediglich noch auf der Rechnung. Das ist alles. Was soll ich als Kunde hier bitte bewerten?
Sjaak
30.07.2025

Antworten

Potenziellen Missbrauch will Amazon mithilfe seiner automatisierten Systeme aufspüren und unterbinden – wer glaubt, wird selig. Wir als Seller sollten mal in der Lage sein, die Kunden zu beurteilen. Was da manchmal retour kommt, ist unter aller Sau.