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Amazon meldet 14 Prozent niedrigere Preise – doch Händler zahlen zunehmend für Sichtbarkeit

Veröffentlicht: 22.07.2026
imgAktualisierung: 22.07.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
22.07.2026
img 22.07.2026
ca. 2 Min.
Amazon auf Laptop
Casimiro_PT / Depositphotos.com
Amazon meldet Rekord-Ersparnisse und niedrigste Preise – während das eigene Werbegeschäft auf 69 Milliarden Dollar zusteuert.


Amazon hat nach eigenen Angaben im neunten Jahr in Folge die niedrigsten Online-Preise unter den großen US-Händlern zu bieten und beziffert die weltweiten Kundenersparnisse durch Deals und Coupons 2025 auf über 50 Milliarden US-Dollar. Seit 2017 sei man durchgehend der günstigste US-Händler, im Jahr 2025 hätten die eigenen Online-Preise im Schnitt 14 Prozent unter denen anderer großer US-Händler gelegen, verglichen anhand von über 10.000 identischen Produkten.

Diese Zahlen stammen aus einer von Amazon zitierten, aber nicht namentlich genannten Analyse – eine unabhängige Prüfung liegt nicht vor. Auch die Basis der 50-Milliarden-Dollar-Ersparnis bleibt offen: Amazon nennt keinen Vergleichswert, gegen den die Einsparungen gemessen wurden, so PPC Land.

Wie Amazon die niedrigen Preise erklärt

Amazon vergleiche seine eigenen Einzelhandels- und Lebensmittelpreise fortlaufend mit denen der Konkurrenz und passt sie entsprechend an. Diese Zusage betrifft aber nur die Preise, die Amazon selbst kontrolliert. Mehr als 60 Prozent der auf der Plattform verkauften Artikel stammen laut Amazon von unabhängigen Drittanbietern, die ihre Preise selbst festlegen. Doug Herrington, CEO von Worldwide Amazon Stores, wird mit dem Bekenntnis zu täglich niedrigen Preisen bei größtmöglicher Auswahl zitiert – eine Aussage, die als Unternehmensposition und nicht als geprüfter Fakt zu verstehen ist.

Der eigentliche Diskussionspunkt für die E-Commerce-Branche liegt nicht in den Sparzahlen, sondern in ihrem zeitlichen Zusammentreffen mit Amazons Werbegeschäft, das von 29 Milliarden US-Dollar vor vier Jahren auf 68,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 gewachsen ist und sich einem Jahresziel von 69 Milliarden US-Dollar nähert. Je mehr gesponserte Platzierungen die Suchergebnisse prägen, desto mehr rückt die Frage in den Vordergrund, ob der sichtbarste Preis noch der günstigste ist.

Ein Agenturvertreter lehnte laut Berichten kürzlich ein bezahltes Amazon-Projekt für eine Handelsmarke ab, mit der Begründung, generische Produkte könnten gegen Anbieter mit bis zu 40 Prozent niedrigeren Preisen und umfangreichen Bewertungen selbst mit Werbebudget kaum bestehen. Für Amazon-Händler:innen heißt das: Sichtbarkeit hängt zunehmend von Werbebudget statt allein von Preis und Relevanz ab – ein Punkt, den die eigene Preisbilanz des Konzerns nicht thematisiert.

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Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 22.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 22.07.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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