Achtung Amazon-Händler: Frist für die neue Auszahlungsrichtlinie läuft ab

Veröffentlicht: 29.09.2025
imgAktualisierung: 29.09.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
29.09.2025
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Amazon Seller Account
dimarik / Depositphotos.com
Bei der umstrittenen Auszahlungsrichtlinie DD+7 hat Amazon eine Übergangsfrist gewährt. Die läuft nun aber aus. Was passiert mit Rücklagen?


Für Amazon-Seller ist der 30. September ein wichtiges Datum: An diesem Tag endet die aktuell geltende Ausnahme von der sogenannten DD+7-Auszahlungsrichtlinie. Viele Händler haben sich in den vergangenen Monaten an die Sonderregelung gewöhnt – und laufen nun Gefahr, die Umstellung zu verpassen. Ob Amazon die Frist noch einmal verlängert, ist derzeit völlig offen. Das Unternehmen hat sich bislang nicht dazu geäußert. Auch auf Nachfrage von Händlern kam keine Reaktion vom Konzern, wie Verkäufer im Sellerforum berichten.

Für Händler bedeutet das: Ab dem 1. Oktober 2025 könnte Amazon konsequent auf die neue Rücklagen-Richtlinie umstellen.

Was bedeutet DD+7 für Seller?

Die Regel „Delivery Date + 7“ (auf Deutsch: Lieferdatum +7) besagt, dass Guthaben aus Verkäufen nicht sofort zur Auszahlung bereit stehen, sondern erst sieben Tage nach bestätigter Lieferung auch tatsächlich ausgezahlt werden.

Beispiel: Ein Kunde bestellt am 1. Januar, erhält die Lieferung am 6. Januar – die Auszahlung wäre dann frühestens am 14. Januar möglich.

Amazon will mit dem Vorgehen sicherstellen, dass ausreichend Guthaben im Seller-Konto verbleibt, um Rückerstattungen, Garantieansprüche oder Rückbuchungen abzudecken. Nachdem das Unternehmen die neue Auszahlungsrichtlinie im Sommer 2023 angekündigt hatte, gab es allerdings massive Kritik von den Händlern. Der Marktplatz gewährte daraufhin mehrere Übergangsfristen. Die letzte läuft nun zum 30. September aus. Bislang gab es auch noch keine Informationen darüber, ob die Frist ein weiteres Mal verlängert wird oder nicht.

Besonders für Händler mit knapper Liquidität oder langen Lieferzeiten könnte die Umstellung deutliche Auswirkungen haben.

Auswirkungen und Handlungsbedarf für Händler

Kommt es ab dem 1. Oktober 2025 tatsächlich zur Rückkehr von DD+7, könnten Händlern Liquiditätsengpässe drohen – vor allem, wenn Unternehmen ihre Ausgaben stark von den regelmäßigen Amazon-Auszahlungen abhängig machen. Deswegen sollten Verkäufer verstärkt auf ihre Rücklagen achten und eine schnelle Lieferung priorisieren. Denn je kürzer die Versandzeit, desto schneller erfolgt auch die Auszahlung.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 29.09.2025
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Redaktion

Redaktion

KOMMENTARE
9 Kommentare
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JK
30.09.2025

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Ich möchte hier niemandem zu nahe treten und auch nicht Amazon in Schutz nehmen. Trotzdem denke ich, dass wir das Thema mit etwas Abstand betrachten sollten: Wenn ein Geschäft schon daran scheitert, einen halben Monatsumsatz für 1–2 Wochen vorzufinanzieren, ist das ein Hinweis darauf, dass die Liquiditätsbasis generell sehr angespannt ist. Im Handelsgeschäft sind Zahlungsziele von 30 Tagen üblich, im Umgang mit größeren Unternehmen sogar bis zu 90 Tagen. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Frist von 7 Tagen zwar ärgerlich, aber nicht unüblich – und sicher kein Grund, der allein die Existenz infrage stellen sollte.
Robert P.
30.09.2025

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Naja, früher oder später wird diese Umstellung ja kommen, also für die jenigen die noch nicht umgestellt wurden. Leider hält sich Amazon aber nicht einmal an die eigenen Regeln! Wir wurden bereits im letzten Jahr auf DD+7 umgestellt. Zur Kontrolle haben wir uns eine kleine Datenbank erstellt mit Paket-Empfangsdaten und Amazon-Freigaben. In den ersten Wochen hat es auch recht gut funktioniert, die Freigaben erfolgten wirklich nach 7 Tagen und Uhrzeitmäßig auch kurz nach der Empfangsuhrzeit (ähnlich wie beim Marktplatz "K"). Zwar wird die Uhrzeit der Amazon-Freigabe nicht angezeigt, aber wir haben die Zahlungsfreigaben anfangs ständig aktualisiert und konnten abschätzen wann die Freigaben erfolgten. Leider funktioniert das aber nicht mehr, ab und an kommen über den Tag verteilt noch Freigaben rein, aber völlig durcheinander. Die überwiegenden Freigaben kommen erst nach Mitternacht, also DD+8! Und auch das betrifft scheinbar nur die deutschen Paketlieferungen. Wir haben so einige flache und kleine Artikel die wir als Einschreiben versenden, also mit gültiger Sendnungsnummer, leider hat Amazon damit aber scheinbar technische Probleme. Amazon deklariert diese Einschreiben als "ohne gültige Sendungsnummer", also sogar als Mangel (nur weil sie es technisch nicht umgesetzt bekommen). Die Freigabe der Guthaben aus diesen Sendungen ist aber recht stark unterschiedlich DD+8 bis DD+11. Ab und an haben wir auch bei ausländischen Sendungen Probleme, trotz gültiger Sendungsnummern. Aktuell haben wir teilweise Freigaben DD+12 bis DD+13. Wir haben jetzt nicht unbedingt Probleme, wenn Zahlungen verspätet freigegeben werden, aber letztendlich geht es hier ums Prinzip, DD+7 bedeutet DD+7 und nicht irgendetwas zwischen DD+7 bis DD+13. Händler*innen die etwas abhängiger von solchen Zahlungen sind, müssten also zusätzlich etwas aufpassen. Übrigens bin ich auch ganz bei "Begeisterter Amazon Fan"! Wir sind Bank "Darlehensgeber" und Amazon "Darlehensnehmer" und kann dadurch Zinsgewinne erwirtschaften und nicht wir - finde den Fehler! Naja, Hauptsache sie ändern nicht irgendwann die DD+7 auf DD+14, was ja zumindest bei (K) gilt, auch wenn dort natürlich die Umsätze deutlich geringer sind.
Jens
30.09.2025

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@Mini @Tanja Woher habt ihr diese Info?
ralf
30.09.2025

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Ist wohl Gott sei Dank wieder verschoben worden. Eben gerade eine Mail von Amazon bekommen. Deutscher Martkplatz wird am 12. März 2026 umgestellt und die anderen am 05. März 2026. Das war schon mal die Gute Nachricht von heute und hoffe dass es noch mal verschoben wird.
Begeisterter Amazon Fan
30.09.2025

Antworten

Coole Idee, Amazon macht ca 50 Milliarden Umsatz in Deutschland, ca 25 Milliarden mit den Händlern. Das bedeutet bei 7 Tagen späterer Auszahlung im Schnitt 500Mill mehr Cachflow im Unternehmen. Sehr konservativ gerechnet... Respekt! Da sollten sich die deutschen Unternehmen mal eine Scheibe abschneiden... So werden Geschäfte gemacht. Das sind bei 5% 25 Mille Rendite im Jahr.
Knut
03.10.2025
Gut gerechnet. Wenn Du nicht in Rente gehen willst und den Laden abschließt und vielleicht den Account weiter betreiben lässt, ist es praktisch eine Schenkung. 7 Tage Umsatz geschenkt an Amazon. Mach doch jeder gerne.
Tanja
30.09.2025

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Die Konten werden nicht unbedingt sofort umgestellt auf DD+7. Wir haben die folgende Mail erhalten: Guten Tag! Am 12. März 2026 aktualisieren wir entsprechend Ihrer Rückmeldung Ihre Rücklageneinstellungen auf die standardmäßige Rücklagefrist von sieben Tagen nach dem Lieferdatum (DD+7).
Mini
30.09.2025

Antworten

Wurde auf März 2026 verschoben
Michel
06.10.2025
Wir haben zwar ebenfalls die Mitteilung erhalten, dass auf 03/2026 verschoben wurde, jedoch sind alle unsere Salden auf 0€ und können auch nicht ausgezahlt werden.