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Verpackt oder unverpackt: FAQ zu Retouren bei Amazon

Veröffentlicht: 07.08.2023
imgAktualisierung: 31.03.2025
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 4 Min.
07.08.2023
img 31.03.2025
ca. 4 Min.
Um das Amazon-Logo herum stehen zahlreiche Kartons
stLegat / Depositphotos.com
Wer bei Amazon Artikel zurückgeben möchte, kann dies gänzlich ohne Verpackung tun. Doch die simple Methode birgt auch Risiken.

Was bedeutet die Option Retoure unverpackt?

Seit Herbst 2022 ist es möglich, Amazon-Rücksendungen ganz ohne Versandverpackung und Paketlabel in einer DHL-Filiale abzugeben. Später kam die Option auch für die DHL-Packstationen hinzu.

Für eine unverpackte Retoure wird die Rückgabe über das Amazon-Rückgabeportal gestartet und die entsprechende Option ausgewählt. Die Kundschaft muss sich nun nur noch den von Amazon erstellten QR-Code abspeichern und sich mit ihrer unverpackten Ware auf den Weg zur Packstation oder einer Filiale machen. Das Verpacken und Ausdrucken eines Versandlabels übernimmt dann DHL.

Die Sendung wird hierzu bei Abgabe in einer Filiale von den Mitarbeitenden in eine braune Papiertüte gelegt, verschlossen und etikettiert. Anschließend macht sich die Sendung auf den Weg zurück zu Amazon. Klingt sehr simpel, doch es gibt rechtliche Risiken bei diesem Service.

Müssen Kund:innen bei der Retourenverpackung mitwirken?

Offiziell heißt es, dass DHL, im Speziellen die Mitarbeiter:innen in der Filiale oder die Paketfahrer:innen, die die Sendungen an der Packstation in Empfang nehmen, die Verpackung und Etikettierung übernehmen. Praktisch ist es jedoch so, dass man in der Filiale auch eine Papiertüte in die Hand gedrückt bekommt, um seine Sendung selbst zu verpacken. Das ist auch gar nicht so nachteilig, wie wir bei der nächsten Frage sehen werden.

Welche Rechte haben Kund:innen, wenn die Sendung nach Übergabe beschädigt wird oder verloren geht?

Sowohl bei der Hinsendung als auch bei der Rücksendung tragen im Zuge des Widerrufs entweder Amazon oder der Seller das Risiko, wenn es zu einem Transportschaden oder -verlust kommt. Bei einer Rücksendung durch eine Verbraucherin oder einen Verbraucher geht diese sogenannte Transportgefahr mit der tatsächlichen Übergabe der unverpackten Ware an die Mitarbeitenden von DHL in der Filiale beziehungsweise mit Einlegen in das Fach der Packstation über. 

Praktisch gesehen werden nun jedoch Fragen des Beweises relevant, denn die Absender:innen sollten zumindest einen Nachweis vorhalten können, dass sie ihre Ware in der Filiale abgegeben oder einwandfrei in das Fach der Packstation eingelegt haben, um so den Übergang der Transportgefahr beweisen zu können.

Insbesondere bei der Packstation sind die Beweismöglichkeiten eingeschränkt und die Schlupflöcher für Kriminelle oder dreiste Kund:innen groß. Sowohl Amazon als auch Seller, je nachdem, wer Vertragspartner geworden ist, haben wenig bis gar keine Handhabe und tragen am Ende das Risiko womöglich allein, während Verbraucher:innen durch den guten Verbraucherschutz besser dastehen.

Checkliste für Verbraucher:innen:

In der Filiale

  • Soweit es möglich ist, kann die Ware selbst in die Versandtasche eingelegt und versiegelt werden. Falls nicht, sollte man zumindest anwesend sein, bis die Retoure vollständig verpackt, versiegelt und etikettiert wurde. Hier ist darauf zu achten, dass die Verpackung der Beschaffenheit des Artikels angemessen und dieser ausreichend vor Beschädigung geschützt ist.
  • Auf Nachfrage kann man auch ein Foto/Video von der Übergabe machen oder Zeugen mitnehmen.
  • Zu guter Letzt sollte man sich auch den Einlieferungsbeleg geben lassen und diesen aufbewahren, bis die Retoure (Erstattung des Geldes) abgeschlossen ist.

An der Packstation

  • Es spricht nichts dagegen, auch die unverpackten Waren vor Zerkratzen o. ä. zu schützen. Es sollte sichergestellt werden, dass die Ware beim Entnehmen durch DHL nicht beschädigt werden kann.
  • Auch hier ist ein Videobeweis ideal, welcher zeigt, wie die unversehrte Ware vollständig und unversehrt ins Fach eingelegt und dieses verschlossen wird.
  • Die Packstation bietet auch unregistrierten DHL-Kund:innen die Möglichkeit, den Beleg an die E-Mail-Adresse senden zu lassen, was man unbedingt nutzen sollte.

Tipp: Je wertvoller oder sensibler der Gegenstand ist (z. B. Elektronik, kleine Dinge wie Schmuck, Kleidung, zerbrechliche Produkte), desto mehr Wert sollte auf das Vorgenannte gelegt oder gänzlich auf die Option verzichtet werden.

Update: Neuerungen bei verpackten Retouren

Amazon erhebt seit Kurzem Gebühren für verpackte Retouren. Kund:innen, die ihre Rücksendungen verpackt in einem DHL- oder UPS-Paketshop oder einer DHL-Packstation abgeben, müssen je nach gewählter Option zwischen 1,95 Euro und 2,95 Euro zahlen. 

Diese Änderung hat bei vielen für Unmut gesorgt, insbesondere wegen Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre. Einige äußerten, dass sie nicht möchten, dass Dritte sehen können, welche Artikel sie zurücksenden. Zudem wird die Begründung von Amazon, die Maßnahme diene der Umweltfreundlichkeit, von vielen Kund:innen infrage gestellt. Dabei stellt sich die außerdem Frage, ob das Ganze legal ist?

Amazon verlangt Gebühren für verpackte Retouren – ist das legal?

Amazon darf grundsätzlich Gebühren für verpackte Retouren verlangen, sofern Kund:innen vor dem Kauf klar und transparent darüber informiert werden. Aktuell sind diese Informationen unter anderem in Amazons Widerrufsbelehrung sowie auf der offiziellen Rückgabe-Hilfeseite von Amazon jedoch nur schwer auffindbar und unserer Meinung nach nicht eindeutig hervorgehoben. Das wirft Fragen hinsichtlich der ausreichenden Verbraucherinformation auf. Rechtlich zulässig ist eine solche Gebühr nur, wenn Kund:innen deutlich vor dem Kauf erfahren, welche Rückgabeoptionen kostenpflichtig sind – inklusive der Höhe der Gebühren und kostenloser Alternativen. Fehlt diese Transparenz, könnte das rechtlich problematisch sein. Allerdings bietet Amazon weiterhin kostenfreie Retourenoptionen an. Ob das den Verbraucherschützern genügt, wird erst die Zukunft zeigen.

Dieser Artikel ist zuerst bei amazon-watchblog.de erschienen und wurde umfassend überarbeitet und, mit einem Fokus stärker auf Händler:innen ausgerichtet, neu veröffentlicht.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 07.08.2023
img Letzte Aktualisierung: 31.03.2025
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
12 Kommentare
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ralf
01.04.2025

Antworten

Ich frage mich warum DHL das zulässt. Das kostet doch Resourcen seitens DHL und die machen das einfach so? Für ein falsch gelabeltes Paket fällt ja schon eine Strafgebühr an, aber sowas macht DHL für Amazon kostenlos? Der Grund ist für mich aber Eindeutig: Die Rücksendung für Kunden wird dadurch schwieriger/unangenehmer und verleitet den einen oder anderen auf eine Rücksendung zu verzichten.
bilder_lf
01.04.2025

Antworten

Die unverpackt Retoure ist von Vorteil, da gibt es garnichts zu debattieren. Die Volumina für den Transport fallen, der Verpackungsmüll entfällt (großteils) und das Auspacken/prüfen der Ware geht schneller. Wenn die Kunden die Ware verpackt anschleppen, ist es doch richtig - wenn die Mitarbeiter am Schalter die Ware auspacken und den KArton wieder mitgeben - wie dreist muss man sein eine 0,00€ Retoure zu wählen und diese in der Umverpackung abgeben zu wollen. Amazon selektiert die Ware doch bereits vor, welche sie unverpackt zurücknehmen und welche nicht. Elektronikgeräte (Receiver, Fernseher und Co) sind definitiv nicht darunter. Und seien wir ehrlich, das ganze ist meckern auf hohem Niveau. Würde es amz nicht geben wäre der Onlinehandel in DE noch in der Steinzeit, und viele wollen Steinzeit. Ich nicht.
ralf
01.04.2025
Du meinst also ohne das Monopol von Amazon, welches seine Marktmacht rigoros ausnutzt, wäre der Online Handel in Deutschland in der Steinzeit?
cf
01.04.2025
Und was ist mit dem Postgeheimnis? Einfach mal Paket öffnen ist ein no go
cf
01.04.2025

Antworten

Variante 1 für hartgesottene: Mal aus "Spaß" ein paar richtig "ungangenehme" Produkte wie xx oder ähnliches bestellen und dann lauthals in der Filiale unverpackt einliefern - mal sehen wie freundlich der Service bei DHL ist, wenn es peinlich wird (könnte ja schlimmsten Falls jemandem so unangenehm sein, dass er sich bei seinem Arbeitgeber (DHL) beschwert und DHL das abmoderiert. Variante 2: einfach mal nicht bei amazon bestellen sondern in anderen Shops.
Tanja
05.12.2024

Antworten

Hallo zusammen, bei der Rücksendewahl per QR Code (um das ausdrucken eines Etikettes daheim zu vermeiden) von mancher Amazon Ware kann ich nicht auswählen ob verpackt oder unverpackt. Will ich also ohne Etikett versenden, muss ich dafür dann unverpackt in Kauf nehmen oder mit Etikett zu Hermes. Eben war ich mit 2 solcher original verpackter QR-Rücksendungen bei der Post. Der Mitarbeiter schnauzt mich an, das sei unverpackt abzuliefern. Seine Kollegin am Nachbarschalter ebenso zu einer anderen Kundin. Ich habe ihn freundlich darauf hingewiesen, dass: 1. Bei Amazon steht Sie KÖNNEN und nicht Sie MÜSSEN Ihre Ware unverpackt zurück senden, was dann 2. zur Frage des Datenschutzes führt. In Deutschland machen wir uns bei jedem Pupes doof wg. Datenschutz. Ich stand da mit 30 Leuten in der Schlange, von denen ich einfach nicht möchte, dass jeder sieht welche Produkte ich zurück sende. Das ist mir unangenehm und fühle mich bloßgestellt. Kurz, das geht einfach keinen was an, weder den Postangestellten noch die übrige Kundschaft. Der Einlieferungsbeleg ist dann leider auch keine Hilfe. Bei der Post steht, jedenfalls in unserer Hausfiliale, nämlich der Rücksendeempfänger nicht drauf. Also darf man das noch selbst mit Kuli drauf kritzeln. Falls doch mal was verloren geht, man dann überhaupt die dazugehörende Sende-ID findet. Für mich ein einziges Ärgernis, da drucke ich doch lieber schnell ein Etikett, gehe zu Hermes, komme gleich dran, Empfänger steht auf dem Rücksendeschein, werde nicht angemault ob verpackt oder nicht und fertig. Schöne Grüße und gute Nerven!
Markus
20.04.2024

Antworten

Hab gerade von Amazon ein Paket zurückgeschickt im orginal Karton wie es bei mir ankam .
Auf der Post hat die am Schalter gefragt ob der Karton zu gross ist und ich ja ein retour unverpackt habe , dann hat sie einfach den Karton aufgemacht die Ware rausbekommen mir den leeren Karton wieder mitgegeben.
Ich war ganz sprachlos , die sollen doch froh sein das Kunden selbst einpacken.
Antje
29.08.2024
Ich arbeite seit kurzem (allein) in einer Mini-Postfiliale und ich habe das auch schon gemacht. Wenn der Kunde "Retoure unverpackt" anklickt und dann mit einem großen Karton, in dem ein viel kleinerer Artikel liegt, zu mir kommt, kann ich diesen evtl nicht in dem vorgesehen Karton unterbringen, in der die Retouren gesammelt werden. Ich nehme verpackte Artikel nur sehr selten und wenn es gar nicht anders geht aus der Verpackung heraus und stecke sie in eine Papiertüte und es tut mir immer in der Seele weh, wenn es nicht geht... - Dann doch lieber nicht die "Unverpackt-Retoure", die nur mehr Arbeit macht, anklicken.
Schmid Brigitte
20.03.2024

Antworten

Ich sehe in der "unverpackten Rücksendung" keinerlei Vorteil, da es weitere Kartonagen, Verpackungen anfallen oder der Kunde muß mit dem unverpackten Zeugs inkl. der Verpackungen (alte Amazon Tüten) und Paketband in die DHL Filiale und dort am Schalter vor Ort die Rücksendung starten, Nonsens!
Wenn Sinn, dann eventuell zu Kontrolle der versendeten Rücksendungen? Bezweifele dass diese Aufnahme bzw. Kontrolle durch ein DHL Team statt findet! Welcher sinnvolle Grund sxdzteckt bitte hinter dieser unverpackten Rücksendung? Vermeidung von Verpackung wohl nicht!
MFG Brigitte Schmid
Rudolf
24.01.2024

Antworten

Ich arbeite an einem Postschalter, jeden Tag bekommen wir Massen an "Unverpackten Retouren" Es gibt 2 riesen Probleme die Amazon offensichtlich egal sind.
1. In den meisten Fällen bringen Kunden Waren die viel zu groß oder zu schwer sind für die Papiertüte und der Amazon Retouren Box. Da waren z.B.1x Leiter, 5l Kanister mit Öl, 6 Paar Schuhe usw.
2. Beispiel Kundin erhielt ihre Lieferung mit 20 Artikeln in einem Paket, bei der unverpackten Retoure musste Sie aber alles einzeln zurück schicken. Wenn wir das noch für die Kundin verpackt hätten wäre ich mehr als eine halbe Stunde beschäftigt.
Wir sind 2 Mitarbeiter am Schalter und haben sowieso schon eine Dauerschlange.
Endergebnis...d a die Kunden nichts für die Retoure bezahlen wollen, wird eben alles als unverpackt zurückgeschickt .
cf
01.04.2025
Da wundert es mich, dass DHL nicht einfach entsprechende Gebühren bei amazon in Rechnung stellt - und bitte dann auch gleich die Zusatzgebühr, wenn das Gewicht nicht korrekt von amazon übermittelt wird :-)
Peter
08.08.2023

Antworten

Da ist aber ein eklatanter Fehler drin. Nicht Amazon haftet, sondern Amazon zieht es den Verkäufern ab, die auf dem Schaden dann sitzen bleiben. Die Kunden werden aus dem Grund auch immer dreister und senden Waren völlig beschädigt zurück.
______________

Hallo Peter,

vielen Dank für dein Feedback. In dem Artikel beziehen wir uns zunächst ausschließlich auf die Rechtsbeziehung zwischen Käuferschaft und Händler:innen. Dass genau diese geltende Rechtslage zugunsten von Endkund:innen in Deutschland vielen Händler:innen auf die Füße fällt, ist mehr als ärgerlich.

Sollten jedoch in Einzelfällen besonders eklatante (wiederholte) Missstände auftreten und ein Fehlverhalten der Kundschaft feststehen, bleibt im Zweifel nur der Gang zur Polizei, zB wegen Warenbetrug.

Beste Grüße
Die Redaktion