Shopify, Shein und Co: Bestellungen kommen künftig per Amazon

Veröffentlicht: 19.09.2025
imgAktualisierung: 19.09.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.09.2025
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ca. 2 Min.
Amazon-LKW vor einem Fulfillment-Lager
MikeMareen / Depositphotos.com
In den USA erweitert sein Multi-Channel-Fulfillment-Programm: Händler können nun Bestellungen über Shein, Shopify und Walmart abwickeln.


Amazon setzt weiterhin auf Logistik als zusätzliches Standbein. Wie das Unternehmen jetzt im Rahmen seiner jährlichen Handelskonferenz Amazon Accelerate sowie auf seinem Blog ankündigte, wird der für Drittanbieter offene Logistikdienst Multi-Channel-Fulfillment (MCF) in den USA künftig auch für Bestellungen über Walmart, Shopify und Shein verfügbar sein. Händler:innen, die auf diesen Marktplätzen Waren verkaufen, können diese durch ein Fulfillment-Center Amazons abwickeln, kommissionieren und versenden lassen.

Wie läuft Amazons Logistikservice ab?

Das MCF-Netztwerk ist mittlerweile auf elf Märkten verfügbar, auch Deutschland zählt dazu. Zu den bisherigen Partnern zählen Ebay, Etsy, Temu und TikTok Shop. Auch Bestellungen aus eigenen Online-Shops lassen sich teilweise durch das Logistiknetz Amazons abwickeln. Amazon fungiert dabei mehr als nur als reiner Logistikdienst, da er ebenfalls die Kommissionierung und Verpackung der im Fulfillment-Center eingelagerten Waren übernimmt. Laut Unternehmensangaben sollen durch diese Synergie Verkaufssteigerungen um bis zu 19 Prozent möglich sein.

Ganz konkret funktioniert die Anbindung über eine eigene App, die sowohl in Amazons Sellercentral als auch auf der teilnehmenden Verkaufsplattform verfügbar ist. Händler:innen, die Fulfillment by Amazon bereits für ihre Verkäufe auf Amazon nutzen und das gleiche Sortiment auf einem der weiteren Marktplätze anbieten, können diese mittels der App miteinander verknüpfen.

Bestellungen und Bestände werden durch die Integration automatisch abgeglichen. Ebenso stehen Händler:innen Echtzeitdaten zur Auftragsverfolgung sowie ein Versandtracking zur Verfügung.

Wird bald alles durch Amazon versendet?

Der Nachteil für Händler:innen kann dabei sein, dass die Verkäufe für die Kundschaft alle gleich wirken. Wenn immer mehr Bestellungen in den Amazon Versandtaschen kommen und sogar durch Amazon zugestellt werden, könnte dies Kund:innen auch dazu verleiten, einfach direkt über Amazon zu bestellen. Damit werden einerseits Amazon mehr Gebühren zugespielt und andererseits auch bestehende Marktplatz-Diversifizierungen geschwächt.

Einzig mit Walmart scheint es derzeit eine Sonderregelung zu geben. Denn wie es in Amazons Ankündigung heißt, werden diese Bestellungen ausschließlich in nicht gebrandeten Versandverpackungen versandt. Zudem können Kund:innen bei diesen Bestellungen auch einen anderen Versanddienst auswählen. Amazon übernimmt dann nur die Kommissionierung und Verpackung und gibt den Auftrag dann an einen dritten Zusteller weiter.

Kommen die neuen Partnerschaften auch nach Deutschland?

Die Ankündigung auf der Accelerate betraf zum aktuellen Zeitpunkt lediglich eine erweiterte Partnerschaft auf dem US-Markt. Jedoch betont das Unternehmen das erfolgreiche Wachstum des MCF-Programms seit seinem Start: Allein in diesem Jahr sollen etwa 40 Prozent mehr Online-Shops hinzugekommen sein. Wachstum steht also fest auf der Agenda.

Vor allem die Shopify-Integration dürfte sich für den deutschen Markt dabei als lukrativ erweisen. Hierzulande schloss man im Mai erst eine Logistikpartnerschaft mit DHL. Der Wunsch nach nahtlosen Integrationen ist also durchaus gegeben.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 19.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 19.09.2025
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

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