Amazon wird das seit Jahren kontrovers diskutierte Logistikkonzept „Commingling“ einstellen. Dies gab der E-Commerce-Riese auf der Accelerate-Konferenz bekannt, auf der auch der neue KI-Agent vorgestellt wurde.
Beim Commingling wurden identische Produkte verschiedener Anbieter unter derselben EAN zusammengelegt, was dazu führte, dass Kund:innen oft das nächstgelegene Produkt aus Amazons Lager erhielten – unabhängig davon, von wem es ursprünglich eingelagert wurde. Bis Ende des Jahres soll das Commingling komplett abgeschafft werden.
Kritik und neue Effizienzen als Gründe
Während das Verfahren schnelle Lieferungen und eine effiziente Lagerflächen-Nutzung versprach, geriet es wiederholt wegen Fälschungen, beschädigter oder abgelaufener Waren in die Kritik. Marken wie Wüsthof oder Bose hatten wegen des Konzepts sogar den Verkauf über Amazon eingeschränkt, um Vermischungen mit nicht autorisierten Produkten zu vermeiden.
Amazon begründet den Schritt mit Fortschritten in seiner Logistik, die eine präzisere Nachverfolgung und individuelle Zuordnung von Produkten ermöglichen. Diesen Schritt habe man schon jahrelang geplant, erklärte Dharmesh Mehta, Vizepräsident für Selling Partner Services, laut Geekwire.
Kein Re-Stickering mehr
Für Händler:innen entfällt künftig die kostspielige „Re-Stickering“-Lösung, bei der Produkte mit einem eigenen Barcode versehen werden mussten. Nadya Dhalla, Direktorin von Supply Chain by Amazon, betonte, dass die Änderung Verkäufer:innen neue Flexibilität bieten und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit steigern soll.
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