Amazon verschärft FBA-Regeln: Zertifizierte Paketmaße jetzt Pflicht

Veröffentlicht: 03.09.2025
imgAktualisierung: 03.09.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
03.09.2025
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ca. 2 Min.
Eine Person hält ein Paket und misst es mit einem Maßband ab.
zephyr18 / Depositphotos.com
Wer Waren durch Amazon versenden lässt, muss jetzt bis Ende Oktober tätig werden. Eine neue Richtlinie ändert die Gebührengrundlage.


Im Sellercentral Onlineforum hat Amazon eine kleine, aber dennoch wichtige Änderung für den Versand durch Amazon angekündigt. Die Richtlinie „Zertifizierung von Paketmaßen“ gibt dabei vor, auf welche Art Artikelmaße gemessen werden müssen, damit Amazon eine korrekte Versandgebühr kalkulieren kann. Noch bis 31. Oktober können Händler:innen ihre bestehenden Angaben überprüfen.

Was gilt als zertifizierte Messung?

Die Richtlinie „Zertifizierung von Paketmaßen“ wurde bereits im August eingeführt und betrifft zunächst lediglich Händler:innen mit einer registrierten Geschäftsadresse in Deutschland. Eine Ausweitung auf weitere Märkte ist jedoch geplant. Ausgenommen sind derzeit noch Übergröße-Artikel sowie besonders sperrige Waren.

Die Versandgebühren der betreffenden Waren werden künftig ausschließlich anhand ihrer zertifizierten Abmessungen berechnet. Zertifiziert bedeutet in diesem Fall, dass zur Bemessung ein nach der EU-Richtlinie über Messinstrumente berechtigtes Messinstrument genutzt wird. Auf gut Deutsch: ein Maßband.

Konkretere Informationen zur Abmessung und Gewichtsermittlung fasst Amazon auf einer Hilfeseite zusammen.

Noch bis Ende Oktober Artikelmaße prüfen

Wirklich viel ändert sich durch die Richtlinie nicht. Bereits zuvor konnten Händler:innen eigene Artikelmaße angeben, dabei war jedoch nicht genauer definiert, welche Messinstrumente zulässig sind. Kam es zu Konflikten oder Abweichungen, galten Amazons eigene Abmessungen als maßgeblich.

Betroffene Händler:innen sollen über die neue Richtlinie per E-Mail benachrichtigt worden sein und mit einem Zeitfenster von 60 Tagen die Möglichkeit erhalten haben, Messungen zu prüfen. Die Frist endet zum 31. Oktober 2025. Was bis dahin nicht geändert wird, gilt automatisch als zertifiziert.

Doch auch fortan gilt: Amazon kann die Angaben jederzeit prüfen und bei Abweichungen auf die eigenen Messungen zurückgreifen. Sind Händler:innen mit diesen nicht einverstanden, soll sich über das Sellercentral-Widget „Produkte mit Versand durch Amazon erneut messen und Gebühren bestätigen“ ein Widerspruch einlegen lassen.

Ständige Neuerungen belasten Händlerschaft

Es ist nicht die erste neue Richtlinie, mit der Amazon derzeit auf sich aufmerksam macht. Die zu Beginn des Jahres geänderte „Richtlinie zur Erstattung verlorener oder beschädigter Einheiten“ wurde zwischenzeitlich als die „größte Gebührenerhöhung aller Zeiten“ betitelt. Dabei wurde geändert, in welcher Höhe Waren, die im Lager oder auf dem Versandweg beschädigt werden oder verloren gehen, erstattet werden.

Anstatt hier die tatsächlich durch die Händler:innen gemeldeten Einkaufspreise zu erstatten, behält sich Amazon jedoch in vielen Fällen vor, vorliegende Rechnungsnachweise abzulehnen und stattdessen auf Basis von Vergleichen mit ähnlichen Produkten zu erstatten. Für viele Händler:innen wirken die Erstattungen dabei zu niedrig und teils willkürlich.

Auch bei der neuen Richtlinie zum Verpackungsmaß können Händler:innen zwar theoretisch Widerspruch gegen Amazons Abmessungen einlegen. Wie alle, die auf Amazon verkaufen, allerdings wissen, sind die Kommunikationsmühlen dabei oft zäh und langwierig.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 03.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 03.09.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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HB
03.09.2025

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Die Marge bei Amazon ist ohnehin nicht sehr groß. Daher wundert mich, dass Verkäufer sich das alles gefallen lassen. Ich verkaufe dort seit einigen Jahren nicht mehr, es lohnte sich immer weniger und wenn ich jetzt die ganzen Aktionen zu Gunsten Amazons und zum Nachteil der Verkäufer sehe, kann ich es beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen
Andreas
03.09.2025

Antworten

Lösung: Nicht mehr über Amazon verkaufen! Den Laden sollte man sowieso nicht unterstützen, weder als Käufer noch als Verkäufer.