Amazon greift in Versandlaufzeiten der Händler ein

Veröffentlicht: 27.06.2025
imgAktualisierung: 27.06.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
27.06.2025
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Amazon-Pakete vor Haustür
jeramey.lende.gmail.com / Depositphotos.com
Basierend auf der tatsächlichen Lieferperformance will Amazon künftig eigenhändig die Lieferzeiten von Händlern anpassen.


Online-Händler, die auf Amazon verkaufen, müssen ihre angegebenen Versandzeiten bald genau im Blick behalten. Der Marktplatz will diese nämlich künftig automatisch anpassen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die geschätzten Lieferzeiten besser an die tatsächliche Versandgeschwindigkeit der Händler anzupassen – basierend auf deren bisherigen Leistungen, wie das Portal Channelx.world berichtet.

„In den kommenden Wochen werden wir die Standard-Laufzeitbereiche in Ihren Versandvorlagen für das Inland auf Werte aktualisieren, die besser zu Ihren tatsächlichen Lieferzeiten passen“, heißt es in einer Mitteilung von Amazon. Damit will der Konzern das Kundenerlebnis verbessern, indem Käufer genauere Angaben zum Lieferdatum erhalten.

Was genau wird geändert?

Die Anpassungen betreffen vor allem die Standard-Versandoptionen im Inland. Wenn ein Händler beispielsweise derzeit 5 bis 7 Werktage für die Lieferung angibt, der genutzte Versanddienstleister jedoch in der Regel innerhalb von vier Tagen liefert, wird Amazon die angegebene Versandzeit auf 3 bis 5 Tage verkürzen. Umgekehrt verlängert Amazon die Zeitspanne, wenn die tatsächliche Lieferung länger dauert als vom Verkäufer angegeben. Die Einstellungen für Premium-, internationale oder Expressversandarten bleiben dabei unberührt.

Kritik aus der Händlerschaft

Obwohl laut Amazon die Händler keine Anpassungen vornehmen müssen, bleibt die Verantwortung für korrekte Versandangaben weiterhin bei ihnen. Dies stößt auf Unverständnis: Händler sind für die Lieferzeiten verantwortlich und können diese auch manuell anpassen – aber Amazon verändert diese selbstständig. Einige Verkäufer äußern bereits ihren Unmut darüber, dass sie nun regelmäßig prüfen müssen, ob Amazon ihre Versandvorgaben geändert hat. Besonders ärgerlich sei dies für Händler, die bewusst längere Lieferzeiten angeben, um einen Puffer beim Zustelltermin zu haben und ungeduldigen Kundenanfragen aus dem Weg zu gehen.

Veröffentlicht: 27.06.2025
img Letzte Aktualisierung: 27.06.2025
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Redaktion

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KOMMENTARE
8 Kommentare
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ralf
06.07.2025

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Für uns wird das ein Problem, da wir auf Bestellung produzieren. Wir haben deswegen eine etwas großzügige Lieferzeit angeben die in er Hochsaison mit viel Mühe eingehalten wird, aber in der restlichen Jahreszeit auch kräftig unterschritten wird. Wir brauchen flexible Lieferzeiten. Daher geben wir lieber ein paar Tage mehr an. Nicht nur wegen der unterschiedlichen Lieferdauer, sondern es kann auch mal vorkommen, das eine Produktionsmachine ausfällt und das kann schon mal 2 Tage dauern. Gerade wenn wir von der schwachen Saison wo der Versand schneller ist und dann übergehen in die Hochsaison wo der Versand länger dauert, kann das ein großes Problem werden. Daher planen wir, wenn Amazon das so einführen will, dass Bestellungen erst am letztmöglichen Versanddatum verschickt werden, welches wir bei Amazon hinterlegt haben. Es war für unsere Kunden immer ein positves Erlebnis, wenn sie die Ware den ein oder anderen Tag früher hatten als erwartet, das ist dann vorbei.
Sommersonne
05.07.2025

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Unser Servicelevel ist auch massiv durch diese eigenständige Anpassung abgerutscht, so dass unser Konto als "gefährdet" da steht. So bekamen wir auch die Mails, dass der Artikel verspätet versendet wird. Ich hatte dann aber das Glück, bei meinem 2. Anruf eine kompetente Hilfe zu bekommen. Man kann diese Einstellung ändern: Gehe auf "Einstellungen" (Zahnrädchen oben rechts) -> Versandeinstellungen -> den waagerechten Reiter "Allgemeine Versandeinstellungen" (links obere Hälfte) -> ganz nach unten scrollen zu den "Bearbeitungszeiten" und dort rechts auf den Button "Bearbeiten" klicken und dort deaktiveren. Schriftlich wurde mir zugesichert, dass es 90 Tage nach Einführung dieser Testphase keine Auswirkungen auf das Konto hat. Hoffen wir mal 😅
Reiner
02.07.2025

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Hatte als Händler auch dieses Problem. Wurde von Amazon angemahnt, die Standard-Bearbeitungszeit von 2-3 Tagen (also kein Express) nicht eingehalten zu haben..., obwohl die Bestellung innerhalb von 19 Stunden verschickt und entsprechend bestätigt wurde. Willkür oder fehlgeleitete KI - Amazon macht ja keine Fehler, es sind immer die Händler schuld...
Chembaer
30.06.2025

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Vor Jahren hatten wir Versand innerhalb eines Tages angeboten. Bei einem EDV-Problem haben wir die Bestellungen völlig korrekt versandt und es gab keinerlei Kundenbeschwerden, allerdings konnten wir den Versand bei Amazon nicht bestätigen. Binnen 4 Tagen war unser Konto bei Amazon gesperrt, woraufhin wir die Lieferzeiten auf 3 Tage erhöht haben und trotzdem weiterhin innerhalb eines Tages geliefert haben. Jetzt sollen wir erneut für guten Kundenservice unter dem Damoklesschwertes einer Kontosperrung stehen? Dann müssen wir zukünftig wohl schlechteren Service bieten und tatsächlich später liefern.
K.L.
30.06.2025

Antworten

Wir sind leider ebenfalls stark von den permanenten und teils automatisierten Umstellungen der Lieferzeiten durch Amazon betroffen. Dabei ist es letztlich egal, ob wir die Lieferzeit manuell auf 2–3 Werktage festgelegt haben oder ob Amazon die Lieferzeiten automatisch über die sogenannten Versandeinstellungen steuert – das Ergebnis bleibt das gleiche: In den Angeboten und beim Kunden werden häufig 3–5 Werktage angezeigt, im Seller Central bei den Bestelldetails hingegen weiterhin 2–3 Werktage. Das führt dazu, dass Bestellungen, die tatsächlich innerhalb von 3–5 Tagen zugestellt werden (also im Rahmen der dem Kunden angezeigten Lieferzeit), bei uns als verspätet gewertet werden und sich negativ auf die Pünktlichkeitsrate auswirken. Wir haben Amazon mehrfach auf diese Diskrepanz hingewiesen und um Korrektur gebeten – leider bislang ohne Erfolg. Unser Appell: Die angezeigten Lieferzeiten müssen für Verkäufer und Käufer identisch sein – andernfalls ist eine faire Bewertung der Versandperformance nicht möglich.
K.I
30.06.2025

Antworten

Meinung: Die Ehrlichkeit von Amazon hat sich in den vergangenen Jahren zu alternativen Fakten entwickelt. Wer den Antworten Aussagen oder Angaben von Amazon noch Glauben schenkt der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Seit dem die gesamte Trump Administration, Bezos, Musk, Cook, Zuckerberg und wie die Tech Giganten alle heißen, die gleichen Interessen vertreten, Gelder hin und her schieben, sich gegenseitig öffentliche Aufträge zuschustern usw... sollte jeder ganz kritisch mit deren Aussagen umgehen!
NoPrimeDay
29.06.2025

Antworten

Das eigenständige Anpassen der tatsächlichen Lieferzeit finde ich zwar nicht in Ordnung, aber vom Grundprinzip her ist es für die Kundschaft besser, wenn sie realistische Versandzeiten einschätzen kann. Wie oft hatte ich schon extra etwas wegen der angegebenen Lieferzeit bestellt und als das Datum dann kam, waren die Artikel noch nicht einmal versandt. Offenbar geben einige Handeltreibende mit Absicht kürzere Lieferzeiten an, um in der Buy Box zu bleiben. Das dürfte dann der Vergangenheit angehören.
ARTEMISIUM
27.06.2025

Antworten

Na da freue ich mich ja schon auf regen Schriftwechsel mit Abmahnanwälten und -vereinen.