Neue Amazon-Retouren-Gebühr: Kunden wüten über Regelung

Veröffentlicht: 17.03.2025
imgAktualisierung: 17.03.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 4 Min.
17.03.2025
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Offenes Amazon-Paket
ifeelstock / Depositphotos.com
Amazon testet neue Gebühren für verpackte Retouren, nur unverpackte Sendungen sind kostenfrei. Die Kundenreaktionen sind wenig positiv.


Der Online-Händler schraubt mal wieder an seinen Prozessen und hat sich aktuell die Rücksendungen vorgenommen. Nach eigenen Angaben testet Amazon regelmäßig verschiedene Möglichkeiten, um die Retouren für Kunden „so einfach und umweltfreundlich wie möglich“ zu machen. Die aktuelle Variante betrifft die „Retoure unverpackt“, die der Konzern im Jahr 2022 neu eingeführt hat. Bei dieser können Kunden Waren, die sie nicht behalten wollen, ohne Karton zurück an den Marktplatz schicken.

Kunden, die diese Option nicht nutzen wollen und für die Rücksendung dennoch einen Karton verwenden, zahlen aktuell eine zusätzliche Gebühr. Kostenfrei können derzeit nur unverpackte Waren zurückgesandt werden. An dieser Stelle haben wir ausführlich darüber berichtet.

Amazon hatte bereits im Herbst 2022 einen ähnlichen Test durchgeführt, diesen aufgrund der heftigen Kritik aber wieder beendet. Auch dieses Mal reagieren die Kunden wenig positiv auf die neuen Gebühren.

Sorge um Datenschutz und Privatsphäre

Sowohl auf Facebook als auch unter dem Artikel zu den neuen Gebühren meldeten sich zahlreiche Leser mit ihren Meinungen zu Wort. Dabei waren die meisten eher negativ gestimmt. Viele Leser machten sich vor allem um das Thema Privatsphäre und den Datenschutz bei den unverpackten Retouren Gedanken.

„Das macht nichts leichter, ich will nicht, dass jeder sieht, was ich zurückschicke… ich packe das also immer ein!“

„Da sollte man vielleicht mal die Datenschutzbehörde informieren. Also es reicht schon, dass Amazon weiß, was ich bestelle. Das müssen nicht noch die Mitarbeiter in den Paketshops wissen. Das hat ja auch was mit Datenschutz zu tun. Das geht in meinen Augen gar nicht.“

Die Mär vom Umweltschutz?

Auf Nachfrage hat Amazon betont, dass die unverpackte Retoure vor allem auch eingeführt wurde, um die Rücksendung umweltfreundlicher zu gestalten. Ob dies aber tatsächlich der Fall ist, bezweifeln viele Kunden.

„Es ist also umweltfreundlicher, wenn der DHL-Bote den Artikel in einer neuen Versandtasche verpackt, statt dass der Kunde den gelieferten Karton wieder für den Rückversand nutzt?“

„Was ist denn damit umweltfreundlicher, wenn anstatt ich meine Retouren in der gleichen Verpackung zurücksende, wie Amazon verwendet hat, die Post jetzt neue Verpackungen nimmt? Oder ich nicht zu meiner Packstation um die Ecke kann, weil die nur App-Gesteuert ist und ich dafür nun zur Postfiliale fahren muss, weil ich nicht einsehe, bei einem 10€ Artikel 2€ für ein Versandlabel zu zahlen?“

„Unverpackte Ware in die Packstation reinwerfen und der Fahrer muss es dann Verpacken ist also 2€ billiger für den Kunden, als wenn ich sie verpackt reinlege? Das begreift niemand...“

„Die Idee ist irgendwie fragwürdig, denn Plastikbeutel statt Wiederverwendung der ursprünglichen Verpackung belastet die Umwelt zusätzlich. Oder ist es für amazon damit nur einfacher die eintreffenden Rücksendungen direkt in den Müll zu werfen, da vermutlich viele Artikel eh beschädigt sind und somit die künftigen Umweltvorschriften leichter umgangen werden können, dass Retouren nicht einfach vernichtet werden dürfen, wenn sie nicht beschädigt sind?“

Besonders die Tatsache, dass solche Waren dann oft beschäftigt wieder beim Verkäufer ankommen und nicht mehr in den regulären Verkauf gegeben werden können, ist ein großer Kritikpunkt der Händler.

„Unmöglich sowas - unverpackte Retouren sind doch für alle anderen, "normalen" Händler eine Katastrophe. Ich hasse es als Privatkunde schon, wenn Ware ohne Karton geliefert wird, als Händler sind solche Retouren dann nur noch gebraucht auf eBay zu verkaufen oder komplett für den Müll. Danke für nichts, Amazon! Mal wieder…“

„Der Wahnsinn geht weiter Wir bekommen auch seit einiger Zeit diese unverpackt Retouren von Amazonkunden. Absoluter Wahnsinn, alle Produkte die so verschickt werden sind danach Müll. Die Artikel werden zerquetscht, Teile fallen aus der Produktverpackung und fehlen dann. Die Produktverpackung ist auch völlig ruiniert. Es lohnt sich noch weniger über, da Retouren damit zu annähernd 100% für die Mülltonne sind, nicht mal als B-Ware aufzuarbeiten lohnt.“

„Dann wirft der Kunde vorher den Karton weg um kosten zu sparen? Der Händler bekommt dann ein nicht mehr verkäufliches, eingedelltes Produkt, welches er für ein vielfaches aufbereiten lassen muss?“

„Da wird so getan, als wäre es ganz toll für die Umwelt, wenn Retouren unverpackt zurück gehen. Leider schreibt nie jemand etwas über die sehr schädlichen Konsequenzen: Retouren, die unverpackt zurückgehen, werden auf dem Weg mit zahlreichen Stickern und Labeln versehen. Die Ware kann bereits deshalb nicht mehr als neu verkauft werden, auch wenn sie ansonsten völlig unbenutzt ist. Außerdem steigt die Gefahr, dass die Ware auf dem Rücktransport kaputt geht, weil sie nicht mehr gepolstert wird. Im Ergebnis wird eine riesige Menge an Waren zerstört oder dramatisch im Wert gemindert“

„Ich will nicht wissen wie ein Buch aussieht, wenn ich das ohne Verpackung zurückschicke oder Artikel, die keine eigene Verpackung haben. Wenn Amazon die Sachen beschädigt wieder haben will, werd ich mich nicht dagegen wehren. Macht den Wiederverkauf allerdings schwierig“

Testlauf oder dauerhafte Regelung?

Laut Amazon handelt es sich bei den aktuellen Gebühren nur um einen Test. Wie lange dieser laufen wird, dazu machte der Konzern allerdings keine Angaben. Auch beim letzten Versuch im Jahr 2022 wurde der Testlauf wieder eingestellt. Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Regelungen und damit verbundenen neuen Gebühren für die verpackten Rücksendungen nun dauerhaft erhoben werden oder nur für einen begrenzten Zeitraum.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 17.03.2025
img Letzte Aktualisierung: 17.03.2025
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Redaktion

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KOMMENTARE
14 Kommentare
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Horst
07.07.2025

Antworten

Ich hatte Retoure für Packstation-unverpackt angemeldet. Könnte sie an Packstation ohne Bildschirm nicht loswerden. Manuelle Eingabe des Codes unterm QR-Code in die App wurde nicht akzeptiert. Abgabe an Station mit Bildschirm und Scanner ging problemlos
Sebastian Bach
23.03.2025

Antworten

Niemand muss bei Amazon bestellen! Wer dieses System durch Bestellungen unterstützt ist selbst schuld und baut nebenbei die Marktmacht dieses fragwürdigen Konzerns weiter aus – welche dieser dann wieder schamlos ausnutzt. Es gibt jedes Produkt auch woanders, oft sogar günstiger. Aber scheinbar sind viele zu faul, außerhalb des Amazon-Universums eine Suchmaschine zu benutzen.
Frank
23.03.2025

Antworten

Wer kauft denn bei Amazon?
H.h.
23.03.2025

Antworten

Es kommt auch unverpackte Ware von Amazon zum Kunden. Datenschutz sehe ich da auch nicht . Dem Dienstleister wie DHL, dpd oder Hermes geht es überhaupt nichts an was ich bestellt habe und bekomme. Mich wundert dann icht wenn ware auf dem Versandweg verschwindet. Jeder sieht ja den Inhalt.
JL
23.03.2025

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Betrifft ja nur Händler welche über Amazon versenden. Kann da nur sagen selber Schuld. Bei uns bekommt jeder Kunde der es unverpacket an uns zurück sendet mind. 20% Abzug, weil die Produktverpackung nicht mehr zu gebrauchen ist oder es so aufwenig ist die Labels ohne Spuren ab zu lösen. Zum Glück war das in den letzen Jahren nur eine einzige Person und das noch nicht mal bei eienem Kauf via Amazon sondern eBay. Unverpackt ist es ja eigentlich auch nicht, zumindest werden kleiner Artikel wieder in eine Papiertüte gepackt (zumindest bei unserer DHL Filiale) und somit zwar verpackt jedoch ohne jeglich Schutz. Transportversicherung kann man so natürlich vergessen. Stellt sich natürlich noch die rechtliche Frage, wer den nun bei einem Transportschaden haftet. Denn der Rücksender(Kunde), hat die Pflicht diese mind. genau so gut zu Verpacken wie beim Versand, ansosnten kann dieser von einem Händler in Regress genommen werden. Sprich wer z.B. ein kleinen Elektronikartikel gut und stoßfest verpackt erhält, diese aber als Unverpackte Retoure zurück sendet um Geld zu sparen und ein Transportschaden entsteht, haftet nach meiner Meinung durchaus hierfür. Ihm stand ja auch eine andere Möglichkeit offen, eben mit einer Zuzahlung, diese Verpackt und Gesetzeskonform zurück zu senden. Klar, das wird vorsichtshalber von Amazon nicht gesagt, sollte aber jedem Kunden klar sein, das ggf. noch ne Überraschung daher kommen kann. Kunden übersehen offensichtlich, das einiges was zwar Amazon anbietet als 'Service', nicht zwingend für Händler gilt (und schon gar nicht für Händler welche nicht via Amazon versenden) welche auf der Amazon Platform verkaufen. Umweltgedanken ist ein vorgeschobenes Argument. Kann gar nicht sein bei dem Ausschuss. Zudem gibt es aber auch Kunden die einfach keinerlei Respekt vor noch fremden Eigentum haben und meinen man könne sich als Kunde alles erlauben. Schon bedauerlich wie manche Endkunden Produkte behandeln welche Sie ggf. wieder zurück senden wollen. Würde die gerne mal sehen wenn diese Personen selber etwas auf einer Platform verkaufen und als Schrott zurück kommt. Letztlich sollte man allerdings auch überlegen ob man bei Amazon oder eBay kauft, bei Firmeninhabern die keinen Mum haben gegen Trump Position zu beziehen. Wir haben z.B. bereits sämtlich US Geschäftsbeziehungen auf ein Minimum reduziert (gilt auch für Ware aus China) und werden das auch erst ändern wenn man wieder eine normales Miteinander haben kann.
Bernd
23.03.2025

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Vielleicht sollte die lieben Kunden einmal sich selber an die Nase fassen und wieder verantwortungsbewusster bestellen. Ich betreibe selber eine Postfiliale, die Flut an absolut sinnlosen Retouren ist einfach nur lächerlich. Hierfür Gebühren zu verlangen ist lange überfällig! Das gilt sicherlich nicht für alle Fälle und Retouren, die gesetzliche Grundlage sieht jedoch schon sehr lange vor das der KUNDE die Rücksendekosten zahlt, warum daher jetzt dieses sinnlose Aufregen? Amazon geht hiermit einen absolut richtigen Schritt, alle anderen sollten nachziehen. Die einfach nur dummen Kommentare das die kostenlose Retoure jetzt nur noch bei DHL möglich ist kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen (außerdem geht es ebenfalls bei UPS). Noch einmal, es gibt keine gesetzliche Grundlage auf welcher Amazon die Kosten irgend einer Retoure übernehmen müsste. Die vorgeschobenen Umweltgründe halte ich ebenfalls für sehr zweifelhaft diese Retoure betreffend, ich habe auch täglich etliche Kunden die nur den Kopf schütteln das die alte Tüte weggeschmissen werden soll und eine neue genommen werden soll. Auch wir sind daher froh um jede bereits verpackte Retoure hierfür auf die dann einfach der Aufkleber kommt, nur ein kleiner Tipp: Bitte keine großen sperrigen Kartons hierfür da diese ungeeignet sind für die Retoure unverpackt.
IP
25.03.2025
Dann sollen die Gebühren für alle Retoure gelten und nicht nur für einen Teil.
Kai
23.03.2025

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Ich musste neulich eine nagelneue und funktionierende LED-Birne (länglich) unverpackt zurücksenden, weil sie durch die größere Bauform gegenüber einer Halogen-Birne nicht in meine Lampe passte. Die kommt doch zu annähernd 100% als Bruch an. Das soll die Umwelt schützen? Krank, einfach nur krank.
Beate
22.03.2025

Antworten

Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken, ob man evtl. gleich wo einkauft, wo man keine beschädigte Ware bekommt weil sie vor dem Versand geprüft und ordentlich verpackt wird. Für alle, die nicht vorher sehen was sie für Schrott kaufen, sollte es eine noch höhere Gebühr für den Rückversand geben. Eventuell würde dann der eine oder andere drüber nachdenken, ob man jeden schrott braucht, oder 3 Jacken in 3 Grössen bestellen muss, um dann 2 zurück zu schicken. Das ist für Händler, für das Klima, für die Recourcen usw. schädlich. Sich über 2 Euro zu beschweren ist echt jammern auf hohem Niveau. Ich kaufe übrigens NICHTS bei Amazon.
Petra
18.03.2025

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Also ich habe das das 1. Mal jetzt gemacht. Wir haben einen DHL Schalter im Supermarkt. Die greifen sich auch an den Kopf. Ich hätte normalerweise meine Retoure dort selbst einpacken müssen. IM SUPERMARKT! :-))))) Bei einer Steckdose geht es ja noch, aber andere Artikel?! Nee! Ich werde es definitiv zu Hause verpacken und dort den Aufkleber für unverpackt im Supermarkt drauf kleben lassen. Die haben noch Zeit, sich mit dem Mist zu beschäftigen? Mitnichten. Und ich habe zu Hause dann Kartons für den Müll. So ein Quatsch!
Jörg
18.03.2025

Antworten

Also ich sehe ebenfalls die Umweltgründe nur als vorgeschoben an, zumal ich bei vielen DHL-Shops, die Ware wegen z.B. folgenden Gründen, kein Platz zum lagern, habe keine Umverpackung dafür da, gar nicht abgenommen bekomme. So das ich weitere Wege mit dem Auto machen muss, was letzt endlich mein Geld kostet und der Umwelt nicht dient. Das weitere was mich nervt ist, man kann eigentlich keinen Garantie-Service für größere Produkte erhalten, weil Händler zwar gerne verkaufen, aber Service ignorieren, nicht ans Telefon gehen, nicht auf Mails antworten und auch von Amazon keine Unterstützung mehr bekommt. Das wird sich langfristig rächen, weil das macht man mal mit, kauft aber dann nicht mehr bei Amazon. so einfach ist es. Ich bin jetzt seit 24 Jahren Kunde bei Amazon, aber der Service wird immer schlechter. #meineMeinung
ralf
18.03.2025

Antworten

Egal was Amazon neu einführt oder macht. Es werden immer mindestens eines der folgende Tags genannt: Kundenfreundlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. Aber nie Gewinnmaximierung (ist vermutlich nicht im Interesse von Amazon) Das gefährliche daran ist, dass es meistens von den meisten geglaubt wird. Am schlimmsten jedoch ist es, dass dies von denen geglaubt wird, die etwas dagegen tun könnten, wie z.b. unsere Politik oder die Kartellbehörde. Da streitet man sich doch in der Politik, vor allem seitens den Grünen, tatsächlich darum, das Retouren nicht mehr vernichtet werden dürfen, sondern wiederverwertet bzw. wiederverkauft werden sollen, sofern diese noch verkaufbar sind. Nun ist aber Amazon so genial (das muss man Amazon einfach lassen) und sorgt dafür, das Retouren erst gar nicht mehr wiederverwertbar zurückkommen und man diese legitim entsorgen kann und lässt sich das auch noch von den Kunden mit einer Extra Gebühr bezahlen, die dafür sorgen, dass die Retoure heil an Amazon zurückkommt. Während ich das schreibe muss ich lachen.
Detlev Schäfer
18.03.2025

Antworten

Auch ich gehöre zu den "Aufregern" und habe mich bei Amazon per Email beschwert. Ich akzeptiere Gebühren bei normalen Widerrufen, aber Amazon hat mir 1,95 € für den Rückversand eines defekten, und als solchen deklarierten, Artikel per Hermes-Paket abgeknöpft. Das ist unverschämt bis an der Grenze zur Rechtswidrigkeit. So gehe ich nicht mit meinen Kunden um, die dürfen in solchen Fällen keinen finanziellen Schaden erleiden, der Ärger ist ohnehin schon groß genug. Umweltgründe sind in der Tat vorgeschoben, das ist doch klar. Auspacken und Müllbeseitigung sind Kosten. Ich soll nun ernsthaft mit meinem Benziner zur Post fahren müssen (0,00€ Rückversand), wo mein Hermes-Shop ein kleiner Fußweg entfernt liegt? Wirklich sehr umweltfreundlich.
K.I
18.03.2025

Antworten

Meinung: hatte Amazon nicht begründet das sich Kunden das gewünscht haben nur unverpackt zurück zu schicken? Das war dann doch wohl wieder nur die gern verwendete amerikanische alternative Wahrheit!