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Amazon öffnet Logistiknetzwerk: Angriff auf DHL, Hermes und Co.

Veröffentlicht: 05.05.2026
imgAktualisierung: 05.05.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
05.05.2026
img 05.05.2026
ca. 2 Min.
Amazon-Lager mit diversen KEP-Lkw
XXLPhoto / Depositphotos.com
Amazon macht seine gesamte Logistik für Drittunternehmen zugänglich – und tritt damit in direkte Konkurrenz zu DHL.


Amazon hat mit dem Start von Amazon Supply Chain Services (ASCS) ein neues Angebot für Unternehmen aller Branchen und Größen eingeführt. Ab sofort können auch Firmen, die nichts oder nur wenig mit dem Amazon-Marktplatz zu tun haben, auf das Fracht-, Lager-, Fulfillment- und Paketzustellnetz des Konzerns zugreifen. Erste Kunden sind unter anderem Procter & Gamble, 3M, Lands' End und American Eagle Outfitters. Amazon wird damit zum waschechten KEP-Dienstleister und greift das Kerngeschäft von DHL, DPD, Hermes und Co. an.

Was ASCS umfasst

Das neue Angebot gliedert sich in drei Bereiche. Im Bereich Fracht stellt Amazon Transportkapazitäten auf See, in der Luft, per Bahn und auf der Straße bereit – inklusive Zollabwicklung und Sendungsverfolgung. Im Bereich Distribution und Fulfillment können Unternehmen Waren importieren, lagern und über verschiedene Vertriebskanäle – darunter eigene Online-Shops, Marktplätze, Social-Commerce-Kanäle und stationäre Filialen – ausliefern lassen. Dafür steht laut Amazon ein gemeinsamer Lagerbestandspool mit KI-gestützter Nachfrageprognose zur Verfügung. Der dritte Baustein ist ein Paketzustellnetzwerk mit Laufzeiten von zwei bis fünf Tagen und einem Sieben-Tage-Betrieb.

Das AWS-Modell als Vorbild

Amazon verweist selbst auf die Parallele zu seiner Cloud-Sparte: Ähnlich wie AWS entstanden sei, weil Amazon seine Recheninfrastruktur für Dritte geöffnet habe, folge ASCS demselben Prinzip – diesmal für die Logistik. Seit 2006 nutzen externe Verkäufer über das Programm Fulfillment by Amazon (FBA) Teile dieser Infrastruktur. Laut Amazon wurden seitdem über 80 Milliarden Einheiten über FBA verschickt.

Relevanz für Online-Händler

Für Händler, die bereits auf Amazon verkaufen, ändert sich mit ASCS zunächst wenig – das Angebot baut auf bestehenden Diensten auf und bündelt sie stärker. Interessant wird es vor allem für Multichannel-Händler: Wer Bestände über verschiedene Plattformen und Kanäle hinweg verwaltet, kann künftig auf einen einzigen Lager- und Versanddienstleister setzen, anstatt mehrere Anbieter zu koordinieren. Für Marken, die bisher nur auf Amazon aktiv waren und ihren eigenen Online-Shop ausbauen wollen, bietet ASCS eine potenzielle Brücke.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 05.05.2026
img Letzte Aktualisierung: 05.05.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
6 Kommentare
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DK
11.05.2026

Antworten

Bisher finde ich noch keine Möglichkeiten Konditionen dazu von Amazon abzurufen. Zumindest nicht als nicht-Amazon-Händler
KI
06.05.2026

Antworten

Meinung: Wo bleiben die Aufsichtsbehörden? Wie war das mit der Unabhängigkeit von den USA und deren riesigen Trump treuen Konzernen? Hat mal jemand hingeschaut, was Amazon mittlerweile an Geld aus Deutschland in die USA abzieht? Hat mal jemand hingeschaut, wie Amazon in vielen Bereichen hier eine Monopolstellung aufgebaut hat, weiter ausbaut und Märkte diktiert nach US Manier???
Jay
09.05.2026
Falsch. - Amazon kam DEUTLICH SPÄTER in den Markt als DHL, HERMES und Co. und hat sich aufgrund der mangelnden Konditionen sein eigenes Netzwerk aufgebaut - dieses Netzwerk zieht an allen vorbei, weil DHL und Co sich auf allem ausruhen und Schnarchnasen sind, die nur die Preise erhöhen können. Nennt sich Wettbewerb.
Andreas
06.05.2026

Antworten

Und man wird noch abhängiger von Amazon - so gut sich das anhört - es hat immer zwei Seiten : Unabhängigkeit bewahren oder abhängig von Ihrer Gnaden Amazon - dann lieber unabhängig bleiben und evtl. auch etwas mehr Versandkosten haben.
Jay
06.05.2026
Mag sein - ganz ehrlich, lieber verkaufe ich mehr an die Kunden als weniger weil das Porto höher ist. Willkommen in der modernen Müllgesellschaft, wo es keine Rolle mehr spielt wer wie abhängig oder sonstwas ist.
Thomas
11.05.2026
@Jay: Du wirfst hier 2 Dingen in einen Topf, die nicht zusammengehören. Du willst Kosten sparen um jeden Preis und sch... auf die Umwelt. Nicht meine Einstellung, aber bitte. Andreas spricht jedoch anderen Punkt an: Die zunehmende Amazon-Abhängig der Händler. Wenn Amazon dir von heute auf morgen den Hahn abdreht, dann helfen dir die vorher eingesparten Kosten wenig. Und noch ein Punkt: Wer das Amazon-Netzwerkt für Import und Zollerklärungen nutzen will, darf sich nicht wundern, wenn Amazon die Produktpreise kennenlernt und Schlüsse darauf zieht.