Amazon am Limit: Massive Probleme beim Wareneingang – DHL stoppt Zustellung an Logistikzentren

Veröffentlicht: 26.11.2024
imgAktualisierung: 26.11.2024
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
26.11.2024
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Paket des Online-Riesen Amazon
dennizn / Depositphotos.com
Es ist Hochsaison – und dies führt in Amazons Logistikzentren aktuell zu spürbaren Kapazitätsengpässen. Der Konzern sowie DHL informieren.


Es wurde schon frühzeitig gemahnt, nun sind die Befürchtungen eingetroffen: Bei Amazon herrschen derzeit akute Engpässe in der Logistik. Der Konzern hat seine Händlerinnen und Händler darüber informiert, dass es aktuell zu Beeinträchtigungen bei der Annahme von Waren kommt. 

In einer Meldung im SellerCentral heißt es dazu recht nüchtern: „Es kann zu Verzögerungen beim Einbuchen Ihres Lagerbestands kommen.“ Die Kapazitätsengpässe betreffen dabei nicht nur Logistikzentren in Deutschland, sondern viele weitere kontinentale Standorte. Konkret nennt Amazon auch Zentren in Italien, Frankreich und Spanien sowie der Tschechischen Republik und Polen.

Amazon hatte mögliche Engpässe schon früh angekündigt

„Wenn wir Ihre Sendung nicht entgegennehmen können, vereinbaren wir direkt mit Ihrem Transportdienst den nächsten verfügbaren Termin“, erklärt Amazon weiter. Der Status von Sendungen könne im Versandmenü geprüft und nachverfolgt werden. Und: „Wir wissen, wie wichtig der Wareneingang Ihres Lagerbestands für die Weihnachtszeit ist, und arbeiten daran, diese Kapazitätsengpässe so schnell wie möglich zu beheben.“

Für den Online-Riesen kommen die Engpässe nicht überraschend. Bereits im Sommer hatte Amazon seine Händlerinnen und Händler auf Einschränkungen in der weihnachtlichen Saison vorbereitet. Im Juli riet das Unternehmen seinen Marktplatz-Partnern, Lagerbestände bereits frühzeitig, also in den Monaten August und September, an die Logistikzentren zu senden. In den Monaten November und Dezember liege der Fokus nicht auf dem Wareneingang, sondern auf der Bearbeitung von Kundenbestellungen, hieß es damals.

DHL und Amazon arbeiten an Lösung des Problems

Auch DHL weiß um die weihnachtlichen Schwierigkeiten und hat Geschäftskundinnen und -kunden bereits informiert. In den vergangenen Wochen habe der Logistiker Sendungen an Amazons Fulfillment Center nicht zustellen können, da „die Zustellung an allen Standorten aufgrund der vorübergehenden Aussetzung der Amazon Inbound-Prozesse derzeit nicht möglich ist“, heißt es in einer DHL-Nachricht, die in der Facebook-Gruppe Multichannel Rockstars geteilt wurde. 

Aus diesem Grund müsse die Zustellung an alle Amazon Fulfillment-Standorte „bis auf Weiteres“ gestoppt werden. Betroffene Sendungen, die an Amazon adressiert waren, schickt DHL an den Absender zurück.

Tatenlos bleiben DHL und Amazon ob der Probleme indes nicht: Laut DHL werden aktuell gemeinsam mit Amazon Optionen geprüft, wie sich die Engpässe und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft beheben lassen. Als zusätzliche Hürde für eine potenzielle Lösung könnten sich die anstehenden Streiks im Hause Amazon gestalten. Die Gewerkschaft Verdi hat für den Black Friday Proteste und Arbeitsniederlegungen angekündigt und will in diesem Rahmen für bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag kämpfen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 26.11.2024
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
7 Kommentare
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Kalle
29.11.2024

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Finde es schon erstaunlich wie viel Gegenwind Amazon in den Medien und nicht zuletzt auch in den Kommentarspalten wie hier abbekommt. Niemand zwingt einen bei FBA mitzumachen und erst recht nicht bei Amazon zu bestellen. Was glaub ihr eigentlich was da im November & Dezember los ist an den Lägern? Das wurde zusätzlich auch genauso angekündigt mit einer, zumindest für mich, völlig logischen Erklärung: "In den Monaten November und Dezember liege der Fokus nicht auf dem Wareneingang, sondern auf der Bearbeitung von Kundenbestellungen"
A.B.
28.11.2024

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Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass Amazon eine neue Versandmethode eingeführt hat? Als Prime-Mitglied spart man wohl 1 % des Kaufpreises bei langsameren Versand.
André
27.11.2024

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Es ist sogar noch deutlich schlimmer, denn die Sendungen die wir Anfang November an Amazon schickten, verschwanden komplett und DHL sagt Amazon hat diese angenommen, Amazon sagt ich soll das beweisen, was für ein Unding. Warum machen wir Händler diesen FBA Quatsch überhaupt noch mit, würden wir selbst die Ware verschicken, hätten wir deutlich bessere Konditionen bei DHL, aber das Problem ist, einige Händler machen FBA und haben damit den Buyboxvorteil, die dann von zu Hause aus versenden, schauen dumm aus der Wäsche, weil sie die Buybox nicht bekommen und so nichts verkaufen können.
Thomas
27.11.2024

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Wir versenden auch regelmässig Pakete an Amazon, auch international. Es gibt zwischendurch schon mal Verzögerungen bei der Zustellung, aber dann wird von unserem Dienstleister mit Amazon ein Zustelltermin vereinbart und das hat bis jetzt immer funktioniert. Und bis zur Zustellung wird die Sendung von unserem Dienstleister sicher aufbewahrt. Es wurde bis jetzt noch keine einzige Lieferung an uns retourniert, liegt vielleicht daran, das wir nicht mit DHL zusammenarbeiten. Wie sich hier zeigt, immer noch eine sehr gute Entscheidung.
S.K.
27.11.2024

Antworten

Aus Amateuren werden auch mit schierer Größe keine Profis. Amazon ist inzwischen in allen Bereichen offensichtlich mit unterkomplex denkenden Verantwortlichen besetzt. Seit Jahren sind die Skripte für die Warenverteilung auf Kundergartenniveau und grottenschlecht. Dümmliche Arroganz hat schon andere das Business gekostet.
J.
27.11.2024

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Wie immer in der Hochsaison. Nachteil für Händler und deren Produkte, Vorteil für den Verkauf der Amazon Essentials (Eigenmarken). Dann werden gewiss auch wieder Gelder nicht an die Händler ausgezahlt und eingefroren, weil diese in kurzer Zeit viel Umsatz machen und dies von Amazon angeblich erst mal wochenlang überprüft werden muss. Seit Jahren Strategie und da diese sehr gut funktoniert wird sich daran gewiss auch nichts ändern.
K.I
26.11.2024

Antworten

Meinung: Obwohl sehr viele Händler ihre Produkte schon bis ende September an das Amazon Lager gesendet hatten - kommt es jetzt zum Offenbarungseid bei Amazon. Amazon ist bekannt gewesen das es Schwierigkeiten geben kann und hat weiter geschlafen! Der so große kluge und erbarmungslose Weltkonzern Amazon ist an seine Grenzen gestoßen und das in ganz Europa!