Amazon hat im zweiten Quartal des Jahres einen Nettoumsatz von insgesamt 200,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Handelsgeschäft des US-Konzerns legte im heimischen US-Markt um 16 Prozent auf 116,2 Milliarden Dollar zu, international ging es um 15 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar nach oben. Noch stärker zeigte sich der Clouddienst AWS: Hier wuchs der Umsatz um ganze 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar.
Amazon profitiert vom KI-Boom
Grund für das starke Wachstum im Cloud-Bereich ist die nach wie vor hohe Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten, wie Heise berichtet. Um hier im Wettbewerb mit den anderen Tech-Konzernen mithalten zu können, will Amazon in diesem Jahr 220 Milliarden US-Dollar in diesem Bereich investieren. Der Konzern hat dabei seine geplanten Investitionen – zunächst waren 200 Milliarden Dollar angedacht – nochmal erhöht, weil die Speicherpreise durch den KI-Hype stark gestiegen sind.
„AWS boomt und verzeichnet im zweiten Quartal ein Wachstum von 36,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen, während unsere Geschäftsbereiche für KI und Chips jeweils eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 25 Milliarden US-Dollar übertrafen“, zitiert Heise den Amazon-Chef Andy Jassy. Amazon baut unter den Marken Trainium und Graviton eigene ARM-Chips, die derzeit stärker nachgefragt sind.
Amazons Gewinn kommt großteils aus dem KI-Geschäft
Jassy stellte gegenüber Analysten und Investoren zudem heraus, dass die KI-Nachfrage die Kapazitäten von Amazon übertreffen solle und die angekündigten Investitionen in Höhe von 220 Milliarden Dollar nicht reichen würden, um diese Nachfrage zu decken. „Tatsächlich ist die Nachfrage, die wir bereits für 2028 haben, bemerkenswert“, so Jassy.
Wie wichtig das Thema KI für Amazon ist, zeigt sich auch im Gewinn: Der Nettogewinn des Konzerns lag im zweiten Quartal den Zahlen zufolge bei 62,6 Milliarden Dollar, aber 53,4 Milliarden Dollar davon stammen aus Investitionen der KI-Firma Anthropic. Amazon hatte im April einen Deal mit Anthropic geschlossen, wonach der Handelskonzern 25 Milliarden Dollar in die KI-Firma investiert. Im Gegenzug soll Anthropic dann in den nächsten zehn Jahren Ressourcen für 100 Milliarden Dollar bei AWS buchen. Amazon hat auch mit anderen KI-Anbietern wie OpenAI ähnliche Deals.
Verhaltene Prognose, Begeisterung bei den Analysten
Für das dritte Quartal rechnet Amazon mit einem Umsatz von 197 bis 202 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 9 bis 12 Prozent entspräche. Analysten hatten zwar eine etwas höhere Prognose von 204 Milliarden Dollar erwartet, zeigten sich von der aktuellen Entwicklung aber trotzdem begeistert. Im nachbörslichen Handel legte die Amazon-Aktie um über neun Prozent zu.
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Michael Pohlgeers
Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.
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