China-Händler verlassen Amazons US-Marktplatz

Veröffentlicht: 10.04.2025
imgAktualisierung: 10.04.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
10.04.2025
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Wegen Donald Trumps Zoll-Wahnsinn kehren chinesische Händler Amazon den Rücken. Auf einen Schlag verlassen Tausende Händler die Plattform.


Donald Trumps Zollpolitik hat spürbare Auswirkungen auf den größten E-Commerce-Konzern der Welt: Chinesische Händler:innen ziehen sich in großer Zahl vom US-Marktplatz zurück. Die Vorsitzende der Shenzhen Cross-Border E-Commerce Association, die mehr als 3.000 Amazon-Verkäufer vertritt, Wang Xin, erklärte gegenüber Reuters: „Das ist nicht nur ein Steuerproblem. Die gesamte Kostenstruktur wird damit völlig überfordert.“

Es werde für „jeden sehr schwer sein, auf dem US-Markt zu überleben“, zitiert der Spiegel Wang. Zusätzlich zu den bestehenden Zöllen in Höhe von 21 Prozent will Trump Zölle auf chinesische Importe auf 125 Prozent erhöhen. Neben der Preisexplosion führe dies auch zu Verzögerungen beim Zoll und höheren Logistikkosten. Laut Wang planten einige Händler:innen, ihre Preise in den USA zu erhöhen, andere wollen neue Absatzmärkte suchen.

Amazon: Hälfte aller Händler:innen kommt aus China

Rund die Hälfte aller auf Amazon aktiven Händler:innen komme aus China. Allein in Shenzhen im Süden Chinas seien über 100.000 Amazon-Unternehmen registriert. Vor allem kleine Unternehmen in China träfen die Zölle besonders hart. Die Suche nach anderen Absatzmärkten dürfte sich für chinesische Anbieter indes schwierig gestalten. Kein anderer Wirtschaftsraum der Welt verfüge über eine vergleichbare Kaufkraft wie die USA, also können andere Märkte auch nur begrenzt Produkte aus China aufnehmen.

Es drohen zudem intensive Preiskämpfe, die die Margen drücken. In China ansässige Unternehmen gehen davon aus, dass sie ihre Preise massiv erhöhen müssen, um weiter in den USA zu verkaufen. Das beschneidet ihre Wettbewerbsfähigkeit. Ein Händler, der aus China in die USA exportiert, sagt: „Wenn sich nichts ändert, wird es nicht mehr rentabel sein, die USA von China aus zu beliefern.“

Was US-Händler:innen auf den ersten Blick freuen könnte, dürfte Amazon selbst kaum gefallen. Wenn ein großer Teil der Marktplatz-Händler:innen wegbricht, reduziert sich auch das Angebot deutlich und dies stößt letztlich auf Verstimmung bei der Kundschaft.

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Veröffentlicht: 10.04.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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4 Kommentare
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ralf
11.04.2025

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Was beneide ich doch nun die Onlinehändler in der USA. Man stelle sich mal vor, die chinesischen Angebote würden auf dem deutschen Marktplatz verschwinden. "Was US-Händler:innen auf den ersten Blick freuen könnte, dürfte Amazon selbst kaum gefallen. Wenn ein großer Teil der Marktplatz-Händler:innen wegbricht, reduziert sich auch das Angebot deutlich und dies stößt letztlich auf Verstimmung bei der Kundschaft." Was absoluter Quatsch ist. Ja vielleicht ist die Kundschaft etwas verstimmt und vor allem Amazon gefällt es nicht, aber deswegen kaufen die Leute trotzdem vermehrt dann die US Produkte. Die KMU freut es. Was wäre denn mir als Online-Händler wichtiger? Dass ein glücklicher Kunde bei den Chinesischen Händlern käuft oder ein verstimmter Kunde bei mir käuft. Nach ein paar Monaten hat sich die Kundschaft eh dran gewöhnt. Ich finde es moralisch bedenklich mit einem Land, das Menschenrechte teilweise missachtet und Konzetrationslager unterhält und auch keine Demokratie ist, überhaupt Geschäfte zu machen. Da kann die Zollgebühr eigentlich gar nicht hoch genug sein. Wenn alle demokratischen Länder für Länder die Diktaturen sind und menschenrechtlich bedenklich sind, Strafzölle verlangen würden, wäre die Welt vielleicht etwas friedlicher, da sich Autokratien sich nicht richtig entwickeln könnten und damit auch keine gigantische Auftrüstung wie z.B. China, betreiben könnten. Das fällt uns eines Tages auf die Füße und wir werden einen hohen Preis dafür bezahlen.
K.I
19.04.2025
Meinung: USA sind mit riesen Schritten auf dem direkten Weg mit Trump, Musk, Bezos, Zuckerberg usw. in die Diktatur / Autokratie. Alles durch die Geldgier der "Herren" entstanden!
K.I
11.04.2025

Antworten

Meinung: Wie doch so tolle Großspenden von Amazon Jeff Bezos an Trump zum Bumerang werden! Wir hören nur von Schadenfreude und Gelächter. Liegt wohl daran das Amazon sich genauso gegenüber Händlern verhält wie Trump zu 99,9 Prozent aller Staaten in dieser Welt. wie wir Amazon kennen werden dann einfach die Preise in Europa massiv angehoben.
cf
11.04.2025

Antworten

Meinung: Wenn amazon mal etwas beschnitten wird, dann können vielleicht auch wieder viele kleine Onlineshops aufatmen und überleben. Ich hätte nichts dagegen wenn dieses ganze Marktplatz-Prinzip einfach eingestellt wird und alles über die einzelnen Shops läuft.