In den USA sollen aktuell Mitarbeitende von Amazon dazu aufgefordert worden sein, ihren Wohnsitz an einen der großen Unternehmensstandorte zu verlagern. Das berichten aktuell zahlreiche Quellen unter Berufung auf Bloomberg. Dem Magazin liegen Insider-Aussagen vor, nach denen sich zahlreiche Mitarbeitende innerhalb von nur 30 Tagen zwischen Umzug oder der Kündigung entscheiden sollen.
Amazon bündelt US-Standorte
Die betreffenden Mitarbeitenden seien während der Coronapandemie unabhängig von ihrem Wohnort als Remote-Angestellte eingestellt worden. Seit Anfang des Jahres machte Amazon in den USA nun Schluss mit Homeoffice. Doch zu diesem Zeitpunkt konnten die Beschäftigten noch kleinere, sogenannte Satellitenstandorte für die Büroarbeit nutzen. Jetzt sollen die Personen jedoch zu den Amazon-Zentralen in Seattle, Arlington, Virginia oder Washington D. C. beordert worden sein.
Wer sich nicht binnen 30 Tagen für einen Umzug entscheidet, der solle kündigen – ohne Zahlung einer entsprechenden Abfindung. Wird der Umzug akzeptiert, müsse der Umzug innerhalb von 60 Tagen in die Wege geleitet werden. Für viele Mitarbeitende würde das einen Umzug auf die andere Seite des Landes bedeuten. In Fällen mit Kindern oder Partner:innen kommen zahlreiche weitere Komplikationen dazu.
Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber Bloomberg, dass man mit umziehenden Angestellten zusammenarbeite, um diesen die Unterstützung zukommen zu lassen, die ihre individuelle Situation bedinge.
Andy Jassy möchte echte Teamarbeit
Bereits als er die Mitarbeitenden zurück ins Büro bestellte, machte Amazon-CEO Andy Jassy seine Absichten deutlich. Er wollte Amazon zurück zu den „Start-up-Tagen“ voller echter Innovationskraft bringen. Eine eng vernetzte Zusammenarbeit von Teams ist in seinen Augen dabei unerlässlich. Ziel der Umzüge soll es folglich sein, die Mitarbeitenden näher an ihre Manager:innen zu bringen.
Erst vor wenigen Tagen machte Jassy Negativschlagzeilen, als er bekräftigte, dass der verstärkte Einsatz von KI in Zukunft natürlich auch eine sinkende Anzahl an Mitarbeitenden bedeuten würde. Angesichts solcher Aussagen fürchten Amazon-Angestellte derzeit ohnehin bereits um ihre Jobs.
Bloomberg mutmaßt, ob Zwangsumzüge nicht auch ein Mittel darstellen könnten, die Anzahl an Mitarbeitenden ganz von alleine, und auch deutlich sparsamer, zu verringern.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Ricarda Eichler
Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.
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