Wegen der Arbeitsbedingungen in den Lagerhäusern steht Amazon immer wieder in der Kritik und immer wieder wehrt sich der Konzern vehement dagegen. Doch interne Untersuchungen legen nahe, dass sich Amazon der Gefahren vor allem aufgrund der hohen Arbeitsbelastung durchaus bewusst ist – und diese ignoriert. Aus einem neuen Bericht eines US-Senatsausschusses unter Leitung von Bernie Sanders geht hervor, dass Amazon interne Empfehlungen abgelehnt habe, die Produktivitätsquoten der Lagerarbeiter:innen zu senken, um Verletzungen zu reduzieren.
Amazon habe demnach selbst dokumentiert, dass ein Zusammenhang zwischen Quoten und höheren Verletzungsraten bestehe. So habe der Konzern intern zwei Untersuchungen über die Ursachen von Verletzungen durchgeführt, nachdem es im Jahr 2019 zu einem starken Anstieg kam. Gesundheits- und Sicherheitspersonal haben danach empfohlen, Produktivitätsquoten zu lockern, um das Verletzungsrisiko zu senken. Leitende Angestellte des Konzerns hätten diese Empfehlungen abgelehnt. Amazon habe Verletzungen der Mitarbeiter:innen „als Kosten des Geschäftsbetriebs“ in Kauf genommen, heißt es in dem 160-seitigen Bericht des Senatsausschusses.
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