Amazon: Marktplatzgeschäft bleibt Umsatztreiber

Veröffentlicht: 01.08.2025
imgAktualisierung: 01.08.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 3 Min.
01.08.2025
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Amazon-Logo an Gebäude mit Glasfront
wolterke / Depositphotos.com
Amazon profitiert im 2. Quartal spürbar vom Marktplatzmodell. Auch das Cloud-Geschäft wächst, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück.


Nach leichter Stagnation im letzten Quartal konnte Amazon aktuell wieder starke Geschäftszahlen vorlegen. Der Umsatz wuchs im 2. Quartal 2025 auf 167,7 Milliarden – im Vergleich zum Vorjahr ergibt das ein Plus von 13 Prozent. Auch der Nettogewinn legte zu und stieg um 35 Prozent auf 18,2 Milliarden US-Dollar (ca. 16,7 Milliarden Euro).

Kleine und mittelständische Händler konnten dabei maßgeblich vom Prime Day profitieren. Es sei der „größten Prime Day“ seit jeher, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Das Event habe Verkaufspartner:innen Rekordumsätze beschert. In diesem Jahr dauerte der Prime Day erstmals vier Tage.

Das Marktplatzgeschäft trägt maßgeblich zum Umsatz bei. So setzte Amazon im Vergleich zum Vorjahr mehr Geld mit Services um, die Händler:innen auf dem Marktplatz nutzen – dazu zählen etwa Verkaufsprovisionen, FBA-Lager- und Versandgebühren, Tools und weitere Services: Die Erlöse stiegen auf 40,3 Milliarden US-Dollar, plus 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsätze der Verkaufspartner:innen weist Amazon nicht gesondert aus, der Umsatzanstieg bei den „Third-party-seller services“ belegt jedoch die hohe Bedeutung des Marktplatzmodells – sowohl für Amazon als auch für Händler:innen. Mit eigenen Produkten setzte Amazon online 61,5 Milliarden US-Dollar um, ebenfalls 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem konnte der Online-Riese mit seinem Werbegeschäft gut ein Fünftel (22 Prozent) mehr Umsatz erzielen, das sind etwa 15,7 Milliarden US-Dollar.

Weniger Wachstum in der Cloud-Sparte

Trotz guter Zahlen enttäuschte Amazon an der Börse, wie die Wirtschaftswoche (WiWo) meldet. So waren die Prognosen im Vorfeld von einem stärkeren Wachstum in der Cloud-Sparte AWS ausgegangen. In diesem wichtigen Geschäftsbereich erzielte der Konzern zwar durchaus erneut ein starkes Wachstum von 17,5 Prozent und kam auf 30,9 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Vergleich zur Konkurrenz steht man jedoch schwächer da: So steigerte Google seine Cloud-Umsätze um knapp 32 Prozent, bei Microsoft betrug die Steigerung sogar 39 Prozent. Google erwirtschaftet aktuell aber geringere Cloud-Umsätze als Amazon.

Alle großen Tech-Player investierten derzeit massiv in KI. Das gilt auch für Amazon, im letzten Quartal wendete man dafür rund 31 Milliarden US-Dollar auf. Anleger:innen reagierten jedoch skeptisch, ob sich diese Beträge auszahlen würden. CEO Andy Jassy erklärte daraufhin, dass die Branche im KI-Bereich noch am Anfang stünde. In der offiziellen Mitteilung erklärte der Konzernchef außerdem, dass mit KI-Tools bereits Erfolge sichtbar werden: „Unsere Fortschritte im Bereich KI verbessern weiterhin unsere Kundenerfahrungen, Innovationsgeschwindigkeit, betriebliche Effizienz und unser Geschäftswachstum, und ich bin gespannt auf das, was vor uns liegt“, so Jassy.

Amazon: US-Zollpolitik hat derzeit kaum Auswirkungen

Neben dem Cloud-Geschäft enttäuschte auch der verhaltene Gewinnausblick für das laufende Quartal die Anleger:innen: Amazon prognostiziert einen Betriebsgewinn zwischen 15,5 und 20,5 Milliarden US-Dollar – letztes Jahr lag er bei 17,4 Milliarden US-Dollar. Gerechnet hatte man im Schnitt mit 19,4 Milliarden US-Dollar.

Ob auch die US-Zollpolitik dem Online-Riesen das Geschäft erschwert, zeigte sich im vergangenen Quartal noch nicht. Derzeit sei noch nicht eindeutig, wer letztlich für die höheren Kosten aufkommen wird, wie Jassy laut WiWo auf Nachfrage von Analyst:innen erklärte. Im ersten Halbjahr habe der Konzern noch keinen Nachfragerückgang zu spüren bekommen. Amazon importiert weltweit Waren in die USA, die nun von höheren Importzöllen betroffen sein können.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 01.08.2025
img Letzte Aktualisierung: 01.08.2025
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

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