Amazon will 600.000 Menschen durch Roboter ersetzen

Veröffentlicht: 22.10.2025
imgAktualisierung: 22.10.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
22.10.2025
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Roboter bei Amazon
MikeMareen / Depositphotos.com
In den USA könnten bis zu 600.000 Stellen bei Amazon in Zukunft durch Roboter ersetzt werden.


Amazon plant offenbar, durch die Automatisierung mit Robotern zahlreiche Stellen einzusparen. Damit sollen Kosteneinsparungen von 30 Cent pro verkauftem Produkt möglich werden, wie Heise mit Verweis auf interne Papiere, die der New York Times vorliegen, meldete. Dabei sollen bis zu 600.000 künftige, noch nicht bestehende Stellen bis 2033 durch Roboter besetzt werden. 

Allein in den nächsten zwei Jahren könnten mit den Plänen des Konzerns rund 160.000 Stellen eingespart werden. Insgesamt seien durch die Automatisierung des Konzerns von 2025 bis 2027 Einsparungen in Höhe von 12,6 Milliarden US-Dollar möglich. 

Heute bereits über eine Million Roboter

Amazon hat bereits neben 1,6 Millionen menschlichen Beschäftigten über eine Million Roboter in Betrieb. Diese werden bisher hauptsächlich in der Logistik eingesetzt. In Zukunft sollen Roboter wohl auch bei der Paketzustellung zum Einsatz kommen. 

Mit Verweis auf die New York Times berichtet Heise, dass Amazon sich als „verantwortungsbewusstes, soziales und ethisches Unternehmen“ präsentieren möchte und Begriffe wie „Automatisierung“ und „KI“ öffentlich vermeidet. Stattdessen wird von fortschrittlicher Technologie und „Cobots“ gesprochen, um die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter zu unterstreichen. 

Amazon dementiert Pläne

Amazon-Sprecherin Kelly Nantel erklärte gegenüber The Verge, dass die Papiere lediglich die Meinung eines einzelnen Teams darstellen und in keinster Weise der Personalstrategie des gesamten Unternehmens entsprechen. „In unserer schriftlichen Erzählkultur zirkulieren jederzeit Tausende von Dokumenten im Unternehmen, jedes mit unterschiedlichem Grad an Genauigkeit und Aktualität“, so Nantel. „Wir stellen in unseren Betriebsstätten im ganzen Land aktiv ein und haben zuletzt Pläne angekündigt, für die Weihnachtszeit 250.000 Stellen zu besetzen.“

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 22.10.2025
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

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8 Kommentare
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cf
24.10.2025

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Lösungsgedanke vor dem ersten Kaffee am Morgen: Wie wäre es, wenn Ki-Leistung in menschliche Leistung umgerechnet wird (also quasi: wie viele Stunden hätte ein Mensch für die Tätigkeit benötigt) und diese "Menschenstunden" werden dann für die Unternehmen sozialversicherungspflichtig (voller Beitrag für Arbeitgeber + Arbeitnehmerersatzbetrag), es sei denn, ein Unternehmen kann nachweisen, dass es für diese Tätigkeit auch mit Unterstützung der Arbeitsagenturen keinen Menschen gefunden hat (z.B. wg. Fachkräftemangel). Dann würden die Unternehmen nicht immer mehr auf Kosten der Sozialkassen, welche die Arbeitslosen bezahlen müssen, verdienen und die Sozialkassen würden nicht irgendwann zusammenbrechen. Aber das wäre vermutlich zu revolutionär gedacht und ich höre die ersten schreien, dass dadurch Innovation gebremst wird. Jaahaa, ich weiß, aber dann bitte Vorschläge für neue Gesellschaftsformen statt Gemecker liefern ;-)
Markus
25.10.2025
Dann rechnen Sie bitte auch Traktorleistung in menschliche Arbeitsleistung um. Und die Transportleistung der LKW, die der Mühle und vielleicht auch die der Energieerzeugung für den Ofen. Dann dürfen Sie für eine Semmel nicht mehr 40 cent, sondern 5 Euro zahlen. Ist dann ja korrekt, denn der technische Fortschritt, der gigantischen Wohlstand in die Welt gebracht hat, der soll ja möglichst effizient aufgehalten werden - das bedeutet halt wieder Armut.
Reinhard
23.10.2025

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Amazon macht mit dieser Ankündigung den Anfang. Es werden in den nächsten Jahren weitere Unternehmen, zunächst welche aus dem Logistikbereich folgen. Produktionsprozesse speziell in der Automobilindustrie werden, ja müssen umgerüstet werden um dem Druck standhalten zu können. Die Menschen die dann auf der Strecke bleiben, von denen redet keiner mehr. Nicht jeder kann sofort in diese neue Welt integriert werden. Arbeitsplätze werden weniger werden, die Kaufkraft der Einzelnen wird sinken, wer soll dann noch die produzierten Güter kaufen?
Ziechensak Harald
23.10.2025

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Alleine das Andenken einer solchen Massnahme, sollte uns Konsumenten dazu annimieren, unsere Bestellungen, bei Amazon, mit sofortiger Wirkung einzustellen. Klar, die Wirtschaft muss laufend auf Optimierung und Einsparungen schauen - aber vielleicht sollte seitens der Wirtschaft mal überlegt werden, ob dann zukünftig die eingesetzten Roboter auch die notwendigen Umsätze erbringen werden. Die gekündigten Mitarbeiter, haben ja dann kein Geld mehr, um einzukaufen.
Marc
23.10.2025

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War doch klar .... erst Preisparität und sowas wie Buchpreisbindung ignorien oder umgehen dann Skandale beim Umgang mit Mitarbeitern und jetzt noch den Verzicht auf Soziale Kosten ... das Theme Steuern spreche ich gar nicht ert an. Noch mehr solche Unternehmen und der Staat geht pleite. Als kleines Unternehmen kann ich mir sowas nicht leisten und ich muß auch Steueren zahlen!
Markus
25.10.2025
Wozu braucht es denn Staaten? Amazon, google, Apple und Co. reichen doch als allwissende Weltregierung völlig aus. Wie im Film Idiocracy treffend gezeigt.
cf
23.10.2025

Antworten

Unabhängig ob der Artikel zutrifft oder nicht - wir sollten uns als Gesellschaft so langsam mal Gedanken dazu machen, was wir als Menschen in (nicht ganz so ferner Zukunft) eigentlich machen. Denn eins ist ja klar: Wir machen uns immer abhängiger von Großkonzernen, die mit allen Mitteln und immer weitergehender Automatisierung Geld verdienen wollen um die Investoren zufriedenzustellen, während kleine und mittlere Unternehmen nach und nach aufgeben, obwohl diese häufig äußerst sozial agieren und sich für ihre Mitarbeitenden einsetzen - auch wenn es mal etwas Geld kostet. Nur mal als Gedankenspiel: Wie viele Arbeitslose hätten wir wohl alleine in Deutschland, wenn "nur" die 5 oder 6 größten Unternehmen (nach Zahl der Mitarbeitenden) plötzlich schließen würden oder komplett automatisieren und den Rest ins Ausland verlagern? Also: Was wird die Aufgabe der Menschen, wenn Arbeit nicht mehr der Mittelpunkt ist und wie müsste das Finanzsystem dann laufen? #FrageDesTages
DT
23.10.2025
Gute Frage! Regt zum andenken nach... danke für diesen Beitrag.