Amazon: Die Cloud im Höhenflug, der Handel in den roten Zahlen
Wie sieht nun die aktuelle Bilanz im Detail aus? Amazon hat seinen Umsatz um 31 Prozent auf 30,4 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn wurde von 92 Millionen in Q2 2015 auf 857 Millionen Dollar in Q2 2016 getrieben. Eines der stärksten Zugpferde der aktuellen Bilanz ist die Cloud-Sparte: Über die AWS (Amazon Web Services) wurde ein Umsatz von knapp 2,9 Milliarden (!) US-Dollar generiert – im Vorjahreszeitraum waren es „lediglich“ 1,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg hier von 305 auf 718 Millionen Dollar.
Man mag es vielleicht kaum glauben – besonders da Amazon bei vielen als DER Online-Händler schlechthin gilt –, aber im internationalen Handelssegment sehen die Zahlen schon wesentlich schlechter aus: Hier fährt Amazon einen operativen Gewinn von 135 Millionen Dollar ein. Zumindest mit Blick auf das vergleichende Vorjahresquartal haben sich die Verluste um 54 Millionen Dollar verringert.
Doch an dem schwächelnden Handelsgeschäft wird Amazon wohl kaum scheitern. Schließlich ist das Unternehmen längst ein multifunktionaler Anbieter für alles Mögliche: Neben dem Dasein als kundenorientierter Händler mit angehängtem Kundenbindungsprogramm hat der Konzern allein in den letzten Monaten neue Märkte erschlossen oder seine Aktivitäten weiter ausgebaut, hauseigene Technologien wie den E-Book-Reader Kindle, die Sprachassistentin Alexa oder das Internet-der-Dinge-Projekt Dash weiterentwickelt, zahlreiche Emmy-Nominierungen für eigenproduzierte Videoformate erhalten, neue Services gestartet, die Drohnenforschung vorangetrieben und und und. Und auch, wenn man nie weiß, was Amazon so alles plant, lässt sich doch zumindest Großes erwarten.
Kommentar schreiben