Amazon-Eigenmarken: US-Senator fordert strafrechtliche Untersuchung

Veröffentlicht: 29.04.2020
imgAktualisierung: 29.04.2020
Geschrieben von: Markus Gärtner
Lesezeit: ca. 2 Min.
29.04.2020
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USA Justiz
icedmocha / shutterstock.com
Ein US-Senator fordert wegen der jüngsten Vorwürfe, dass das US-Justizministerium Amazons Umgang mit Händlerdaten unter die Lupe nimmt.


Das US-Justizministerium soll Amazons Umgang mit den Daten seiner Marktplatz-Händler untersuchen – das verlangt ein US-Senator nach den jüngsten Vorwürfen von Ex-Mitarbeitern des E-Commerce-Riesen.

Amazon soll die umfangreichen Daten seiner Marktplatz-Händler missbrauchen, um erfolgreich eigene Produkte zu entwickeln und so die Konkurrenz auszustechen – so lautet der Vorwurf, den 20 ehemalige Amazon-Mitarbeiter erst vergangene Woche öffentlich machten. Jetzt schreitet auch die Politik zur Tat: Der US-Senator Josh Hawley fordert in einem öffentlichen Brief an den US-Generalstaatsanwalt das Justizministerium auf, Untersuchungen gegen Amazon einzuleiten, wie cnbc berichtet.

Darum soll das US-Justizministerium gegen Amazon vorgehen

Dabei gehe es um mögliche Straftaten gegen das Kartellrecht. Amazon hätte laut dem Medienbericht „räuberische und ausschließende Datenpraktiken angewandt, um ein Monopol zu bilden und aufrechtzuerhalten“, heißt es in dem Originalbrief von Hawley. „Amazon missbraucht seine Position als Online-Plattform und sammelt detaillierte Daten über Waren, damit Amazon Nachahmerprodukte unter einer eigenen Marke erstellen kann.“ Das sei besonders in der derzeitigen Coronapandemie fatal, da sich viele Unternehmen wegen des Shutdowns auf Amazon verlassen müssten – und Amazons räuberische Datenmethoden würden die Existenz dieser Geschäfte bedrohen.

Lügt Amazon bei den Kartell-Untersuchungen?

Amazon hatte derartige Vorwürfe bisher stets abgewiesen – unter anderem auch bei einer bereits laufenden Kartellrechtsuntersuchung. Mehrere hochrangige Politiker gehen inzwischen jedoch laut dem Bericht davon aus, dass Amazon möglicherweise den US-Kongress belogen haben könnte. Auch diesen Vorwurf einer „absichtlichen Irreführung“ wies ein Amazon-Sprecher zurück. „Das, was Amazon in seinen Richtlinien sagt, und was Amazon in der Praxis tut, sind zwei verschiedene Dinge“, kritisiert allerdings US-Senator Josh Hawley in seinem Brief. 

Auch die Europäische Kommission untersucht seit 2019 in einem Verfahren Amazons Umgang mit den Marktplatz-Daten.  

Veröffentlicht: 29.04.2020
img Letzte Aktualisierung: 29.04.2020
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Markus Gärtner

KOMMENTARE
1 Kommentare
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Andreas Fechtner
30.04.2020

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War mir schon seit 10 Jahren klar, manche brauchen halt etwas länger ...