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Amazon zahlt Steuern in Deutschland – doch ohne Applaus…

Veröffentlicht: 26.05.2015
imgAktualisierung: 26.05.2015
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 4 Min.
26.05.2015
img 26.05.2015
ca. 4 Min.
Euro-Münzen in Dose
Amazon zahlt ab sofort Steuern in Deutschland. Die Wende in der hauseigenen Steuer-Politik hat vermutlich verschiedene Gründe haben. Die Öffentlichkeit reagiert wenig euphorisch.


Die Steuertricks großer Konzerne sind keine Neuheit und sorgen immer mal wieder für Unmut bei den Verbrauchern. Auch Amazon gehörte bisher zu jenen Unternehmen, die die Abgaben in Deutschland (und anderen europäischen Staaten) umgingen und stattdessen von der Minimal-Belastung in einer Steueroase profitierte. Doch diese Trickserei hat nun ein Ende: Seit einigen Wochen zahlt Amazon nämlich in Deutschland Steuern. Doch der große Beifallssturm aus der Öffentlichkeit bleibt aus.

(Bildquelle euro-currency: final gather via Flickr, ohne Änderungen, bestimmte Rechte vorbehalten)

Es ist eine Nachricht, die nicht nur Medien mit einiger Genugtuung aufgreifen, sondern auch bei Verbrauchern in den sozialen Medien die Runde macht: Amazon zahlt seit 01. Mai 2015 Steuern in Deutschland. Endlich! Bisher hatte das Unternehmen seine in Deutschland erwirtschafteten Gewinne am hiesigen Fiskus vorbeigeschleust und im benachbarten Großherzogtum Luxemburg verbucht.

Steuern und Amazon: Ein Blick auf die öffentliche Meinung

Obwohl solche steuerlichen Tricksereien schon immer als wenig moralisch galten, wurden und werden sie doch von zahlreiche Konzernen (wie Apple, Google und Co.) in Anspruch genommen. Dass Amazon nun in steuerpolitischen Belangen umschwenkt und auch hierzulande brav seine Steuern zahlt, wird in der Öffentlichkeit aber eher kritisch diskutiert:

 

 

 

 

 

Amazon begründet Steuer-Umschwung mit internen Gründen

Dies sind nur einige Reaktionen, die auf die Meldung zu vernehmen sind. Wer nun glaubt, dass die neue Amazon Steuer-Politik mit einem Anflug von Rechtschaffenheit und Moral einhergeht, sollte sich über eines im Klaren sein: Der Status quo hat sich verändert. Die fetten Jahre, in denen komplexe Firmengeflechte dabei halfen, eine komfortable Steuer-Sparpolitik zu verfolgen, könnten schneller vorbei sein, als gedacht. Zunehmend geraten die sparwütigen Konzerne und die Nutzung ausgefeilter Schlupflöcher unter Druck. Selbst die EU-Kommission prüft in einem konkreten Fall, ob das Vorgehen von Amazon in Bezug auf die Steuer-Politik überhaupt rechtens ist.

Amazon selbst begründet die neue Vorgehensweise nicht mit wachsendem Druck, sondern mit unternehmensinternen Gründen: „Wir überprüfen regelmäßig unsere Firmenstrukturen, um sicherzustellen, dass wir unsere Kunden bestmöglich bedienen können“, kommentiert ein Sprecher nach Angaben der Süddeutschen.

Auf eine Geldflut für Deutschland ist nicht zu hoffen

Wie dem auch sei. Die Neuerung – egal aus welchen Gründen veranlasst – dürfte in vielen Augen der Weg in die richtige Richtung sein. Dass durch diesen Schritt die Kassen in Deutschland ordentlich zum Klingeln gebracht werden, ist jedoch ein Wunschdenken, dem die Realität höchstwahrscheinlich entgegensteht. Denn der Konzern von Jeff Bezos macht äußerst selten Gewinne: Vielmehr wird das erwirtschaftete Geld durch massive Investitionen in den eigenen Ausbau gesteckt.

Veröffentlicht: 26.05.2015
img Letzte Aktualisierung: 26.05.2015
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Claudi
27.05.2015

Antworten

WO bleibt Ebay ??????????????? ??????????????? ??????????????? ??????????????? ????????
Bohnacker
27.05.2015

Antworten

Genau darum könnte es evt. gehen.
USt.
wenn Amazon guten Willens ist Steuern zu bezahlen, dann darf sich Amazon auch wieder die Vorsteuer holen.
Also wird wohl mehr ausgegeben irgendwann, damit man sich wieder was beim Staat holen kann.
Wird schon seine Gründe haben. Eigentlich sollte Jeder Standort versteuert werden. Je nach Gewinn oder Verlust.
Jan
27.05.2015

Antworten

"Doch der große Beifallssturm aus der Öffentlichkeit bleibt aus." Gehts noch? Warum sollte es für eine Selbstverständl ichkeit Applaus geben? Ich verkaufe meine Ware in DE dann zahle ich auf Steuern hier.